In Deutschland rechnen immer mehr Unternehmen mit steigenden Preisen. Der vom ifo Institut ermittelte Indikator für Preiserwartungen ist im April deutlich gestiegen und signalisiert zunehmenden Druck auf Verbraucher und Märkte.
Preiserwartungen erreichen höchsten Stand seit 2023
Der Index kletterte von 25,5 Punkten im März auf 31,6 Punkte im April. Damit erreicht er den höchsten Wert seit Anfang 2023. Hintergrund sind vor allem gestiegene Energiekosten, die viele Unternehmen inzwischen an ihre Kunden weitergeben.
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Industrie besonders stark betroffen
In der Industrie fiel der Anstieg besonders deutlich aus. Die Preiserwartungen stiegen hier kräftig an, vor allem bei energieintensiven Unternehmen. Diese sehen sich in besonderem Maße von höheren Kosten betroffen und reagieren entsprechend mit geplanten Preissteigerungen. Innerhalb der Branche ragt die Chemieindustrie heraus, in der die Erwartungen besonders stark zulegten.
Bei weniger energieabhängigen Unternehmen blieb der Anstieg hingegen vergleichsweise moderat.
Konsumnahe Bereiche treiben Inflation
Auch in verbrauchernahen Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel planen viele Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen. Der entsprechende Indikatorwert legte hier deutlich zu. Diese Entwicklung gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass sich steigende Kosten zunehmend direkt auf Endverbraucherpreise auswirken.
Dienstleister zeigen gemischtes Bild
Während konsumnahe Dienstleistungen mit steigenden Preisen rechnen, fällt die Entwicklung bei unternehmensnahen Dienstleistern differenzierter aus. Zwar steigen auch hier die Erwartungen, allerdings weniger stark. In einigen Bereichen, etwa bei Unternehmensberatungen, ist sogar ein Rückgang der Preiserwartungen zu beobachten.
Inflation könnte weiter steigen
Angesichts der aktuellen Entwicklung gehen Ökonomen davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten wieder zunehmen könnte. Werte von über drei Prozent erscheinen aus heutiger Sicht möglich.
Wie der Index zu verstehen ist
Der ifo-Indikator misst, wie viele Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen den Anteilen der Firmen mit geplanten Preissteigerungen und denen mit geplanten Preissenkungen. Aussagen über die konkrete Höhe der geplanten Preisänderungen liefert der Index jedoch nicht.
Insgesamt zeigt sich: Der Preisdruck in der deutschen Wirtschaft nimmt wieder zu – mit potenziellen Auswirkungen auf Inflation und Konsum in den kommenden Monaten.


