Das europäische Zahlungssystem Wero soll künftig stärker auf eigene Infrastruktur setzen. Die hinter dem Projekt stehende European Payments Initiative (EPI) arbeitet aktuell daran, die Abhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern zu verringern und verstärkt auf europäische Dienste umzusteigen.
Strategisches Ziel: Europäische Souveränität
Wero wurde mit dem Anspruch entwickelt, eine eigenständige europäische Alternative zu internationalen Zahlungslösungen wie PayPal oder Klarna zu schaffen. Ziel ist es, die strategische Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs langfristig zu stärken.
Bereits heute basiert Wero auf europäischen Standards und Strukturen. Das System nutzt die SEPA-Echtzeitinfrastruktur, folgt eigenen Regelwerken und wird von europäischen Institutionen getragen. Damit bleibt die Kontrolle über das System klar in Europa verankert.
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Aktuell noch Abhängigkeit von internationalen Anbietern
Zum Start des Systems war EPI auf leistungsfähige Cloud-Dienste internationaler Anbieter angewiesen, um die erforderliche Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit zu gewährleisten. Diese Anforderungen konnten zum damaligen Zeitpunkt vor allem globale Anbieter erfüllen.
Auch aktuell greift Wero in bestimmten Bereichen noch auf solche Dienste zurück, unter anderem auf Amazons AWS. Allerdings betont EPI, dass sämtliche Daten in europäischen Rechenzentren gespeichert und durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden.
Schrittweiser Umstieg auf europäische Lösungen
Mit der Weiterentwicklung des Marktes eröffnen sich inzwischen mehr Alternativen aus Europa. EPI plant daher, den Anteil europäischer Anbieter sukzessive zu erhöhen, ohne dabei Kompromisse bei Leistung oder Sicherheit einzugehen.
Der Umstieg soll schrittweise erfolgen und die bestehende Infrastruktur langfristig unabhängiger machen. Ziel ist es, eine leistungsfähige und zugleich souveräne technologische Basis für den europäischen Zahlungsverkehr zu schaffen.
Marktentwicklung ermöglicht neue Optionen
Die zunehmende Reife europäischer Cloud- und Technologieanbieter spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie eröffnet erstmals die Möglichkeit, zentrale Komponenten eines Systems wie Wero vollständig innerhalb Europas zu betreiben.
Mit diesem Schritt reagiert EPI auch auf die wachsende Bedeutung digitaler Souveränität in kritischen Infrastrukturen.
Wettbewerb im Zahlungsmarkt verschärft sich
Der Zahlungsverkehr gilt als strategisch wichtiger Markt, der bislang stark von internationalen Anbietern geprägt ist. Initiativen wie Wero sollen langfristig für mehr Wettbewerb sorgen und gleichzeitig die Kontrolle über sensible Finanzdaten innerhalb Europas halten.
Die geplante Reduzierung der Abhängigkeit von globalen Cloud-Anbietern ist dabei ein weiterer Schritt, um dieses Ziel zu erreichen und die Position europäischer Lösungen im internationalen Wettbewerb zu stärken.


