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Biometrie im Aufschwung: Passkeys setzen sich beim Bezahlen durch

Menschliches Auge mit biometrischem Zugang
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Biometrische Zahlungen gewinnen laut einer Mastercard-Studie immer mehr an Bedeutung. Passkeys sollen Passwörter ersetzen und Onlinezahlungen sicherer und komfortabler machen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Biometrische Identifikationsverfahren breiten sich im deutschen Zahlungsverkehr rasch aus. Eine neue GfK-Erhebung im Auftrag von Mastercard zeigt, dass insbesondere jüngere Verbraucher klassische Passwörter zunehmend durch Fingerabdruck-, Gesichts- oder andere biometrische Authentifizierungen ersetzen. Für Handel, Zahlungsanbieter und Banken markiert dies den Übergang zu einer neuen Sicherheitsstufe im Checkout – online wie stationär.

Bereits ein Drittel der Deutschen nutzt biometrische Merkmale zum Bezahlen oder Anmelden. Bei der Generation Z sind es deutlich über die Hälfte. Der Trend erfasst damit weite Teile des Alltags: vom Smartphone-Entsperren über Banking-Prozesse bis zum Shopping im Netz.

Biometrie wird zum zentralen Sicherheitsmerkmal

Die Bereitschaft, biometrische Verfahren einzusetzen, hängt stark mit dem Wunsch nach höherer Zahlungssicherheit zusammen. 43 Prozent der Befragten sehen darin den wichtigsten Vorteil. Dahinter folgen Komfortaspekte wie der Wegfall von Passwörtern oder PINs. Schnelle Abläufe und geringe Komplexität verstärken die Akzeptanz.

Fingerabdruck-Identifikation bleibt das meistgenutzte Verfahren, gefolgt von Gesichtserkennung. Neue Technologien wie Iris- oder Stimmerkennung sind zwar im Markt angekommen, bewegen sich aber noch in kleinen Nischen. Insgesamt haben 59 Prozent der Befragten innerhalb des letzten Jahres mindestens ein biometrisches Verfahren genutzt.

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Junge Nutzer treiben den Wandel – besonders online

Die Generation der 18- bis 29-Jährigen geht beim Einsatz biometrischer Verfahren voran: Mehr als die Hälfte authentifiziert ihr Onlinebanking biometrisch, 41 Prozent nutzen diese Methoden beim digitalen Einkauf. Rund 22 Prozent greifen zudem im stationären Handel beim mobilen Bezahlen darauf zurück.

Bemerkenswert ist die Offenheit gegenüber kassenlosen Formaten: 37 Prozent aller Befragten könnten sich vorstellen, per Gesichtserkennung im Geschäft zu bezahlen – bei den 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil sogar über 50 Prozent.

Wie biometrische Erkennung technisch funktioniert

Biometrische Authentifizierung basiert auf der Erfassung einzigartiger körperlicher oder verhaltensbezogener Merkmale eines Menschen. Dazu zählen physische Charakteristika wie Fingerabdruck, Gesichtsgeometrie oder Irisstruktur ebenso wie dynamische Merkmale etwa Stimmprofil oder Tippverhalten. Technisch werden diese Merkmale zunächst durch Sensoren – etwa kapazitive Fingerabdruckscanner, Infrarotkameras oder 3D-Tiefensensoren – erfasst und in ein digitales Referenzmuster („Template“) umgewandelt.

Entscheidend ist: Nicht das vollständige Bild eines Fingerabdrucks oder Gesichts wird gespeichert, sondern eine mathematische Repräsentation charakteristischer Punkte. Dieses Template wird verschlüsselt in einer sicheren Hardware-Umgebung des Endgeräts abgelegt, etwa in einer sogenannten Secure Enclave oder einem Trusted Execution Environment. Bei einer späteren Authentifizierung erfolgt ein lokaler Abgleich zwischen neu erfasstem Merkmal und gespeichertem Template. Nur das Ergebnis – „Übereinstimmung“ oder „keine Übereinstimmung“ – wird an das jeweilige Zahlungssystem übermittelt.

Gerade im Kontext von Passkeys spielt die zugrunde liegende Public-Key-Kryptografie eine zentrale Rolle. Für jeden Dienst wird ein individuelles Schlüsselpaar erzeugt: Der private Schlüssel verbleibt sicher auf dem Gerät, während der öffentliche Schlüssel beim Anbieter hinterlegt wird. Die biometrische Erkennung dient dabei lediglich als Auslöser, um den privaten Schlüssel freizugeben und die Transaktion kryptografisch zu signieren. Damit entsteht ein mehrstufiges Sicherheitsmodell, das Identität, Gerät und Kryptografie miteinander verbindet.

Vielfalt der Verfahren: Von Fingerabdruck bis Verhaltensbiometrie

Im Markt haben sich unterschiedliche biometrische Verfahren etabliert, die jeweils eigene Stärken besitzen. Der Fingerabdruck gilt als ausgereift, kosteneffizient und schnell implementierbar – insbesondere auf Smartphones und mobilen Bezahlgeräten. Gesichtserkennung nutzt hingegen zunehmend 3D-Technologien und Infrarotprojektionen, um Manipulationsversuche durch Fotos oder Masken zu erschweren.

Darüber hinaus gewinnen alternative Ansätze an Bedeutung. Iris-Scanning ermöglicht eine besonders präzise Identifikation, da die Struktur der Regenbogenhaut hochgradig individuell ist. Stimmerkennung analysiert Frequenzmuster und Sprechdynamik und eignet sich vor allem für telefonbasierte Authentifizierungen. Noch weiter gehen verhaltensbiometrische Verfahren: Sie bewerten Tippgeschwindigkeit, Wischbewegungen oder die Art, wie ein Gerät gehalten wird. Solche Methoden laufen oft im Hintergrund und ergänzen klassische Sicherheitsabfragen um eine kontinuierliche Risikoprüfung.

Für den Handel bedeutet diese Vielfalt strategische Optionen. Während im E-Commerce vor allem gerätebasierte Authentifizierungen dominieren, eröffnen stationäre Szenarien neue Interaktionsformen – vom Handflächen-Scan am Terminal bis zur kamerabasierten Gesichtserkennung im kassenlosen Store. Welche Technologie sich durchsetzt, hängt letztlich von Kosten, regulatorischen Anforderungen, Datenschutzakzeptanz und der Integration in bestehende Zahlungsinfrastrukturen ab. Klar ist jedoch: Biometrie entwickelt sich vom Komfortmerkmal zum integralen Bestandteil moderner Identitäts- und Zahlungsarchitekturen.

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