Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes wohnten im Jahr 2025 rund 17,3 Millionen Menschen ohne Mitbewohner oder Partner im Haushalt. Damit lebte gut jede fünfte Person (20,9 Prozent) allein. Gegenüber dem Jahr 2005 entspricht dies einem Anstieg von mehr als 22 Prozent.
Die Entwicklung zeigt einen langfristigen gesellschaftlichen Wandel. Während vor 20 Jahren noch rund 14,2 Millionen Menschen allein lebten, steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte kontinuierlich an.
Ältere Menschen besonders häufig betroffen
Am häufigsten leben ältere Menschen allein. In der Altersgruppe ab 65 Jahren wohnte 2025 mehr als jede dritte Person ohne weitere Haushaltsmitglieder. Bei den über 85-Jährigen traf dies sogar auf mehr als die Hälfte der Bevölkerung zu.
Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil jedoch auch bei jüngeren Erwachsenen. In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren lebten knapp 29 Prozent allein. Frauen wohnen insgesamt etwas häufiger allein als Männer.
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Großstädte bleiben Zentren des Alleinlebens
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Stadt und Land. In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern lebt inzwischen mehr als ein Viertel der Bevölkerung allein. In mittelgroßen Städten liegt der Anteil bei gut 20 Prozent, während kleinere Gemeinden deutlich niedrigere Werte aufweisen.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Urbanisierung, veränderte Lebensentwürfe und eine höhere Mobilität die Entwicklung zusätzlich begünstigen.
Deutschland über dem EU-Durchschnitt
Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit besonders vielen Alleinlebenden. Der Anteil liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,5 Prozent.
Höhere Werte verzeichnen lediglich einige nord- und osteuropäische Staaten. Spitzenreiter ist Litauen mit einem Anteil von 31,4 Prozent. Auch Finnland, Dänemark, Estland und Schweden liegen vor Deutschland. Deutlich niedriger fällt der Anteil unter anderem in der Slowakei, Irland und Polen aus.
Einpersonenhaushalte dominieren die Haushaltsstruktur
Obwohl nur gut jede fünfte Person allein lebt, stellen Einpersonenhaushalte inzwischen die häufigste Haushaltsform in Deutschland dar. Ihr Anteil erreichte 2025 rund 42 Prozent aller Haushalte.
Vor 20 Jahren lag dieser Wert noch bei knapp 37 Prozent. Die Entwicklung unterstreicht den tiefgreifenden Wandel der Haushaltsstrukturen und dürfte auch künftig Auswirkungen auf Wohnungsmarkt, Konsumverhalten und soziale Infrastruktur haben.



