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Tech, Daten, 3D und mehr: Wie Zalando Passform und Größenwahl neu denkt

Virtuall Fitting bei Zalando
Foto: Zalando

Key takeaways

Zalando setzt verstärkt auf KI und 3D-Technologien, um eines der größten Probleme im Online-Modehandel zu lösen: die richtige Größenwahl. Mithilfe personalisierter Empfehlungen, digitaler Körpervermessung und virtueller Anproben sollen Retourenquoten nachhaltig gesenkt werden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Wahl der richtigen Kleidergröße bleibt eine der größten Herausforderungen im Online-Modehandel. Unterschiedliche Größenstandards, individuelle Körperformen und persönliche Passform-Vorlieben führen regelmäßig zu Fehlkäufen und hohen Retourenquoten. Europas größter Modehändler Zalando setzt deshalb zunehmend auf Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und 3D-Technologien, um die Größenberatung zu verbessern und Rücksendungen zu reduzieren.

Nach Unternehmensangaben konnten die eingesetzten Technologien im Jahr 2025 bereits rund acht Prozent der größenbedingten Retouren verhindern. Ein Team von rund 80 Spezialisten arbeitet inzwischen an Lösungen, die Produktdaten, Körpermaße und Kundenfeedback miteinander verknüpfen.

Datenbasierte Größenempfehlungen als Grundlage

Seit 2018 entwickelt Zalando Systeme, die Größen- und Passformunterschiede markenübergreifend analysieren. Mithilfe von maschinellem Lernen werden Herstellerangaben, Kauf- und Retourendaten sowie Kundenbewertungen ausgewertet.

Auf dieser Basis entstehen Größenhinweise und individuelle Empfehlungen auf den Produktseiten. Ergänzend testen speziell geschulte Fitting-Models neue Artikel und identifizieren potenzielle Passformprobleme bereits vor der Markteinführung. Die grundlegenden Größen- und Passformlösungen decken mittlerweile rund 70 Prozent des Sortiments ab.

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Individuelle Körpermaße verbessern die Beratung

Für eine stärkere Personalisierung setzt Zalando auf digitale Größenprofile und ein Tool zur Körpervermessung. Kundinnen und Kunden können ihre bevorzugten Größen hinterlegen, Passform-Feedback geben und sogar Kleidungsstücke bewerten, die nicht über Zalando gekauft wurden.

Zusätzlich ermöglicht ein Vermessungstool die Erfassung individueller Körpermaße per Smartphone-Foto oder Video. Mehr als 1,5 Millionen Nutzer haben diese Funktion bereits verwendet. Die gewonnenen Daten fließen in die Größenberatung ein und helfen dabei, Empfehlungen besser auf unterschiedliche Körperformen und Tragevorlieben abzustimmen.

Virtuelle Umkleidekabine soll Retouren deutlich senken

Ein weiterer Schritt ist die virtuelle Umkleidekabine. Auf Basis der erfassten Körperdaten erstellt Zalando einen digitalen 3D-Avatar, mit dem Kundinnen und Kunden verschiedene Größen eines Artikels virtuell anprobieren können.

Besonders relevant ist dies bei Jeans, die häufig in zahlreichen Größen- und Längenkombinationen angeboten werden und zu den retourenstärksten Produktkategorien zählen. In ersten Pilotprojekten reduzierte die virtuelle Anprobe die Rücksendequote um bis zu 40 Prozent. Nach erfolgreichen Tests soll die Technologie künftig dauerhaft und für ein breiteres Sortiment verfügbar gemacht werden.

Mehr Nutzen für Kunden und Marken

Neben der Verringerung von Retouren sollen die gesammelten Passformdaten auch Marken unterstützen. Hersteller erhalten Hinweise darauf, bei welchen Produkten oder Kollektionen wiederholt Größenprobleme auftreten und können ihre Angebote gezielter optimieren.

Langfristig verfolgt Zalando das Ziel, Passform zu einem festen Bestandteil des digitalen Einkaufserlebnisses zu machen. Davon profitieren Kundinnen und Kunden durch mehr Sicherheit bei der Größenwahl, während Marken tiefere Einblicke in die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen erhalten und unnötige Rücksendungen reduziert werden.

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