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Sanicare vor Neustart: Besamex-Inhaber übernimmt Online-Apothekenmarken

Startseite mit Info zum Restart von Sanicare
Foto: Screenshot sanicare.de

Key takeaways

➟ Die insolvente Versandapotheke Sanicare erhält einen neuen Betreiber. Besamex-Inhaber Dirk Düvel übernimmt die Marken- und Domainrechte von Sanicare, Aliva und Homöopathiefuchs. Die beiden stationären Apotheken in Bad Laer bleiben bei den bisherigen Gesellschaftern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die insolvente Versandapotheke Sanicare steht vor einem Neustart unter neuer Führung. Dirk Düvel, Inhaber der Versandapotheke Besamex, übernimmt die Marken- und Domainrechte von Sanicare sowie die Marken Aliva und Homöopathiefuchs. Die beiden stationären Apotheken am bisherigen Unternehmensstandort Bad Laer verbleiben bei den bisherigen Gesellschaftern Christoph Bertram und Heinrich Meyer.

Die heute bekannt gewordene Vereinbarung folgt auf ein mehrmonatiges vorläufiges Insolvenzverfahren. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt. Die insolvenzrechtliche Sanierung der bisherigen Betreibergesellschaft ist mit dem Verkauf noch nicht abgeschlossen.

Besamex erweitert seine Position im Apothekenversand

Mit Dirk Düvel übernimmt ein erfahrener Apothekenbetreiber die bekannten Versandhandelsmarken. Neben Besamex betreibt er mehrere stationäre Apotheken unter dem Dach von „Wir leben Apotheken“.

Besamex ist seit 2004 im Arzneimittelversand tätig und verfügt über etablierte Strukturen für die digitale Bestellabwicklung und Logistik. Diese Infrastruktur soll künftig auch für das übernommene Sanicare-Geschäft genutzt werden.

Die Transaktion bietet dem Erwerber die Möglichkeit, zusätzliche Markenreichweite aufzubauen und vorhandene technische sowie organisatorische Ressourcen stärker auszulasten.

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Sanicare-Webshop wird technisch umgestellt

Im Zusammenhang mit der Übernahme wurde der Onlineshop von Sanicare vorübergehend abgeschaltet. Hintergrund ist die Übertragung des Versandgeschäfts auf die technischen Systeme des neuen Betreibers. Die Wiederaufnahme des Bestellbetriebs war für den 2. November vorgesehen. Für Kunden mit dringendem Arzneimittelbedarf wurde während der Unterbrechung auf örtliche Apotheken und den Notdienst verwiesen.

Zur Wiedereröffnung wurde außerdem ein Gutschein im Wert von zehn Euro angekündigt, der im November genutzt werden können soll.

Umsatzrückgang und Investitionen führten zur Insolvenz

Sanicare hatte am 15. Juli 2026 beim Amtsgericht Osnabrück die vorläufige Eigenverwaltung beantragt. Als wesentliche Ursachen der finanziellen Schwierigkeiten wurden sinkende Erlöse und hohe Investitionen in die betriebliche Infrastruktur genannt.

Die BS-Apotheken OHG erwirtschaftete 2025 rund 80 Millionen Euro Umsatz. Für das Vorjahr hatte die Sanicare-Gruppe mehr als 90 Millionen Euro gemeldet. Da sich die Angaben auf unterschiedliche Unternehmensebenen beziehen, sind sie nur eingeschränkt vergleichbar.

Zusätzliche Belastungen entstanden durch komplexe Gesellschaftsstrukturen und modernisierungsbedürftige IT-Systeme. Die im Sanierungsverfahren bekannt gewordenen Verbindlichkeiten beliefen sich auf etwa 14 Millionen Euro.

Stationäre Apotheken und rund 30 Arbeitsplätze bleiben

Die beiden Apotheken in Bad Laer werden weiterhin von Christoph Bertram und Heinrich Meyer geführt. Nach Angaben aus dem Sanierungsumfeld sollen dort rund 30 Beschäftigungsverhältnisse erhalten bleiben.

Für die gesamte Sanicare-Gruppe waren im Insolvenzverfahren etwa 225 Mitarbeiter genannt worden. Die BS-Apotheken OHG hatte bei der Antragstellung 74 Beschäftigte ausgewiesen.

Wie viele Arbeitsplätze außerhalb der stationären Apotheken langfristig gesichert werden können, ist bislang offen. Auch die weitere rechtliche Abwicklung des Insolvenzverfahrens steht noch aus. Vorgesehen ist die Ausarbeitung eines Insolvenzplans.

Bekannte Marke mit großer Kundenbasis

Sanicare gehört zu den traditionsreichen deutschen Versandapotheken. Das Unternehmen begann 2004 mit dem Arzneimittelversand und durchlief bereits 2012 ein Insolvenzverfahren.

Ein wesentlicher Wert der übernommenen Marken liegt in ihrer Bekanntheit. Im Zuge der aktuellen Sanierung wurde eine Kundenbasis von rund 1,6 Millionen genannt.

Wie viele dieser Kunden regelmäßig bestellen, ist nicht bekannt. Ebenso lässt sich aus dem Erwerb der Marken- und Domainrechte nicht ableiten, welche weiteren Vermögenswerte oder Kundendaten Gegenstand der Vereinbarung sind.

Wettbewerb im Online-Apothekenmarkt bleibt intensiv

Die Übernahme erfolgt in einem Markt, der von hohem Investitionsbedarf und zunehmender Konkurrenz geprägt ist. Große Anbieter wie Redcare Pharmacy mit Shop Apotheke und DocMorris investieren umfangreich in Logistik, digitale Vertriebssysteme und Kundenwerbung.

Für kleinere Versandapotheken können die Kosten für Technologie, Marketing und regulatorische Anforderungen eine erhebliche Belastung darstellen. Gleichzeitig eröffnet das elektronische Rezept zusätzliche Wachstumschancen.

Durch die Bündelung bestehender Versandhandelsstrukturen könnte Besamex wirtschaftliche Vorteile erzielen. Ob diese ausreichen, um Sanicare dauerhaft erfolgreich weiterzuführen, muss sich nach der Integration zeigen.

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