Der US-Softwarekonzern Salesforce will den Militärtechnologieanbieter Rune Technologies übernehmen. Eine entsprechende verbindliche Vereinbarung wurde vor dem vergangenen Wochenende bekannt gegeben. Mit dem Zukauf soll die Verteidigungsplattform Missionforce um Anwendungen zur Planung und Steuerung militärischer Versorgungsketten erweitert werden.
Rune Technologies entwickelt Software, die Materialbedarf, Transportabläufe und verfügbare Ressourcen analysiert. Die Systeme unterstützen militärische Einheiten auch dann, wenn keine zuverlässige Netzwerkverbindung besteht. Salesforce bezeichnet die Transaktion als seine bislang bedeutendste Übernahme im Bereich der nationalen Sicherheit.
KI unterstützt militärische Logistikplanung
Mit Rune Technologies will Salesforce die Verbindung zwischen zentralen Verwaltungssystemen und operativen Einheiten verbessern. Missionforce automatisiert bereits zahlreiche Prozesse innerhalb militärischer Organisationen, darunter Personalverwaltung, Wartung und Beschaffung.
Die Rune-Technologie ergänzt diese Funktionen um datenbasierte Entscheidungen direkt im Einsatzgebiet. Mithilfe von Simulationen und Optimierungsmodellen lassen sich Nachschubbedarf, Transportwege und die Verteilung von Ausrüstung vorausschauend planen.
Ziel ist eine gemeinsame Datenbasis für zentrale Kommandostellen und dezentrale Einheiten. Dadurch sollen Informationen schneller verfügbar sein und Versorgungsprozesse besser aufeinander abgestimmt werden.
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Software arbeitet auch ohne Internetverbindung
Eine Besonderheit der Rune-Anwendungen ist ihre Funktionsfähigkeit unter sogenannten DDIL-Bedingungen. Gemeint sind Einsatzumgebungen mit blockierten, beeinträchtigten oder zeitweise unterbrochenen Kommunikationsverbindungen.
Militärische Einheiten können unter diesen Voraussetzungen weiterhin logistische Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen. Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, werden die Daten mit den übergeordneten Systemen synchronisiert.
Diese Architektur soll die Abhängigkeit von permanent verfügbaren Netzwerken reduzieren. Gleichzeitig können Informationen über Personal, Materialbestände und Wartungsarbeiten zwischen Einsatzgebiet und zentraler Verwaltung ausgetauscht werden.
Salesforce meldet 80 Prozent Wachstum im Verteidigungsgeschäft
Ein Jahr nach dem Start von Missionforce wächst das Verteidigungsgeschäft von Salesforce nach Unternehmensangaben um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den Kunden zählen Organisationen aus allen sechs Teilstreitkräften der US-Streitkräfte.
Ein wichtiger Auftrag ist ein Zehnjahresvertrag mit der US Army, dessen maximaler Rahmen 5,6 Milliarden US-Dollar beträgt. Die Vereinbarung betrifft die Modernisierung militärischer Betriebs- und Verwaltungsprozesse.
Durch die Übernahme von Rune Technologies will Salesforce zusätzliche Einsatzbereiche erschließen. Neben US-Behörden gehören auch Verteidigungsorganisationen verbündeter Staaten zur Zielgruppe.
Rune Technologies bereits bei US-Streitkräften im Einsatz
Rune Technologies wurde 2024 von David Tuttle und Peter Goldsborough gegründet. Die Gründer bringen Erfahrungen aus dem Verteidigungstechnologieunternehmen Anduril mit und konzentrieren sich auf Software für militärische Versorgung und Einsatzbereitschaft.
Die Anwendungen werden bereits von der US Army und dem US Marine Corps genutzt. Durch die geplante Integration in Missionforce sollen Informationen aus der Einsatzlogistik ohne aufwendige individuelle Schnittstellen in zentrale Verwaltungssysteme übertragen werden können.
Salesforce verfolgt damit eine Architektur, die strategische Planung, administrative Prozesse und operative Entscheidungen verbindet. Die Plattform soll sowohl zentrale Einrichtungen als auch Einheiten unter schwierigen Kommunikationsbedingungen unterstützen.
Abschluss der Übernahme Anfang 2027 erwartet
Der Abschluss ist für das vierte Quartal des Salesforce-Geschäftsjahres 2027 vorgesehen und steht unter den üblichen Bedingungen. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
Mit Rune Technologies erweitert Salesforce sein Geschäft über klassische CRM-Anwendungen hinaus. Im Mittelpunkt stehen künftig auch KI-gestützte Entscheidungsprozesse, automatisierte Abläufe und die digitale Vernetzung militärischer Logistik.







