In einem überraschenden Schritt hat die KI-Suchmaschine Perplexity ein Barangebot von 34,5 Milliarden US-Dollar (rund 31,7 Milliarden Euro) für den Kauf des Google-Browsers Chrome abgegeben. Wie Reuters berichtet, ist das Angebot laut Perplexity unaufgefordert bei Google eingegangen und umfasst die Zusage, die Open-Source-Basis Chromium weiterzuführen und mit 3 Milliarden US-Dollar (etwa 2,75 Milliarden Euro) zu unterstützen.
Zusage für unveränderte Standardeinstellungen
Perplexity verspricht, die Standardeinstellungen für bestehende Chrome-Nutzer beizubehalten – inklusive Google als voreingestellte Suchmaschine. Damit soll vermieden werden, dass der Browser automatisch auf Perplexitys eigene KI-basierte Suche umgestellt wird. Google hat bislang nicht auf die Anfrage reagiert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hintergrund: Druck durch US-Justiz
Der Schritt folgt auf einen Vorschlag des US-Justizministeriums im März, wonach Google Chrome veräußern müsse. Ein Gericht hatte zuvor festgestellt, dass der Konzern seine Vormachtstellung in der Online-Suche illegal abgesichert habe. Google lehnt einen Verkauf ab und will gegen das Urteil vorgehen. Neben dem Chrome-Verfahren steht Google auch in einem weiteren Kartellverfahren im Bereich Adtech unter Druck.
Perplexitys Gebot kommt, obwohl das Unternehmen bisher nur rund 1,5 Milliarden US-Dollar (etwa 1,38 Milliarden Euro) von Investoren eingesammelt hat. Der aktuelle Unternehmenswert liegt laut PitchBook bei 18 Milliarden US-Dollar (etwa 16,5 Milliarden Euro). Beobachter verweisen darauf, dass der CEO von DuckDuckGo Chrome im April gegenüber Bloomberg auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar geschätzt hat – Perplexitys Angebot könnte also als Schnäppchen gelten.


