Das Vertrauen der Deutschen verteilt sich sehr unterschiedlich auf Berufsgruppen und Institutionen. Im Ipsos Global Trustworthiness Index 2026 liegen Ärzte mit 58 Prozent an der Spitze, gefolgt von Wissenschaftlern und der Polizei mit jeweils 55 Prozent. Deutlich schlechter schneiden politische Akteure, Werbefachleute und Social-Media-Influencer ab. Besonders auffällig ist zudem die Skepsis gegenüber KI-Chatbots.
Ärzte, Wissenschaftler und Polizei genießen das größte Vertrauen
Mehr als die Hälfte der Befragten hält Ärzte für vertrauenswürdig. Auch Wissenschaftler und die Polizei erreichen mit jeweils 55 Prozent hohe Werte. Damit liegen vor allem Berufsgruppen vorne, die mit fachlicher Expertise oder öffentlicher Sicherheit verbunden werden.
Deutlich schwächer fällt das Vertrauen in andere gesellschaftliche Gruppen aus. Lehrer kommen auf 40 Prozent, Geistliche beziehungsweise Priester auf 24 Prozent. Journalisten und Beamte erreichen jeweils 22 Prozent, Führungskräfte in Unternehmen 17 Prozent.
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Politik und Influencer landen am unteren Ende
Politiker werden von nur acht Prozent der Deutschen als vertrauenswürdig eingestuft, während 67 Prozent ihnen ausdrücklich nicht vertrauen. Regierungsminister schneiden mit elf Prozent etwas besser ab. Damit gehören politische Repräsentanten zu den Gruppen mit den niedrigsten Vertrauenswerten in der Erhebung.
Noch schlechter werden Werbefachleute und Social-Media-Influencer bewertet. Sechs Prozent der Befragten vertrauen Werbern, bei Influencern sind es lediglich fünf Prozent. Drei Viertel der Deutschen stufen Influencer als nicht vertrauenswürdig ein.
KI-Chatbots bleiben für viele Deutsche wenig vertrauenswürdig
Auch künstliche Intelligenz stößt auf erhebliche Skepsis. Nur 13 Prozent der Befragten halten KI-Chatbots für vertrauenswürdig, 56 Prozent bewerten sie als nicht vertrauenswürdig. Damit liegt das Vertrauen in KI zwar über dem Wert für Politiker und Influencer, bleibt aber weit hinter klassischen Vertrauensberufen zurück.
Mitmenschen schneiden deutlich besser ab: 32 Prozent der Deutschen halten andere Menschen grundsätzlich für vertrauenswürdig. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland damit laut Ipsos zu den besonders KI-skeptischen Ländern; nur in den Niederlanden fällt das Vertrauen in Chatbots noch geringer aus.
Studie umfasst 31 Länder
Für den Global Trustworthiness Index befragte Ipsos zwischen dem 19. Juni und dem 3. Juli 2026 insgesamt 23.537 Menschen in 31 Ländern. In Deutschland nahmen rund 1.000 Personen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren teil. Die deutsche Stichprobe gilt nach Angaben des Instituts für diese Altersgruppe als repräsentativ.
Die Ergebnisse zeigen, dass Vertrauen in Deutschland stark von Rolle und gesellschaftlicher Funktion abhängt. Fachliche und sicherheitsbezogene Berufsgruppen schneiden deutlich besser ab als politische, werbliche oder digitale Akteure. Gleichzeitig wird sichtbar, dass der zunehmende Einsatz von KI keineswegs automatisch zu höherem Vertrauen in digitale Systeme führt.




