Pinterest erweitert sein Werbegeschäft um Visual Search Ads. Das neue Format soll Anzeigen direkt in Suchergebnissen und bei vergrößerten Pins platzieren und dabei klassische Keyword-Signale mit der visuellen Produkterkennung der Plattform verbinden.
Nach Angaben von Pinterest führen Nutzer monatlich mehr als 80 Milliarden Suchanfragen durch. Der überwiegende Teil davon sei visuell, mehr als die Hälfte habe einen kommerziellen Hintergrund. Werbetreibende können für besonders prominente Platzierungen bieten und Nutzer direkt auf ihre eigenen Websites führen.
Visual Search Ads zielen auf Kaufentscheidungen
Pinterest positioniert das Format vor allem für sogenannte Lower-Funnel-Ziele. Anzeigen sollen Nutzer in Situationen erreichen, in denen sie Produkte vergleichen, Ideen konkretisieren oder kurz vor einer Entscheidung stehen.
Technische Grundlage ist Pinterest Intelligence, das Bildinhalte, Produkte, Präferenzen und Nutzungssignale miteinander verknüpft. Visual Search Ads sollen mit der Performance+-Plattform kompatibel sein und in den kommenden Wochen als Beta für berechtigte Werbekunden in allen Pinterest-Werbemärkten starten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Performance+ erhält zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten
Parallel erweitert Pinterest seine automatisierte Werbeplattform. Mit Priority Products können Unternehmen künftig bestimmte Produkte gezielt hervorheben, etwa bei saisonalen Aktionen, Produkteinführungen oder der Bewerbung einzelner Kategorien.
Hinzu kommen selbst bedienbare A/B-Tests für Anzeigenmotive, Targeting und Performance+-Kampagnen. Damit will Pinterest Werbekunden mehr Kontrolle über automatisierte Kampagnen geben, ohne auf die Skalierungsmöglichkeiten der KI-Systeme zu verzichten.
App-Werbung wird als eigenes Ziel ausgebaut
Für mobile Anwendungen führt Pinterest mit App Promotion ein eigenes Kampagnenziel für App-Installationen ein. Das Angebot befindet sich weltweit im Betatest für qualifizierte Werbetreibende.
Pinterest verweist dabei auf erste Kampagnenergebnisse, bei denen sich die Kosten pro Installation gegenüber bisherigen Umgehungslösungen um bis zu 85 Prozent verbessert hätten. Die Aussage basiert auf einzelnen Werbekunden und ist daher nicht als allgemeiner Leistungswert zu verstehen.
KI soll auch Produkterlebnisse verändern
Pinterest Intelligence wird zugleich stärker in die Nutzeroberfläche integriert. Mit Restyle startet in den USA und Kanada eine Beta-Funktion, mit der Nutzer anhand eines Fotos Räume neu gestalten, Varianten ausprobieren und Einrichtungsoptionen vergleichen können.
Die Plattform verbindet damit visuelle Inspiration stärker mit konkreten Kauf- und Entscheidungsprozessen. Für Pinterest entstehen daraus zusätzliche Werbeflächen an Punkten, an denen Nutzer Ideen nicht nur entdecken, sondern zunehmend in reale Produkte und Projekte übersetzen.





