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KI-Skepsis in Deutschland: Microsoft warnt zum Safer Internet Day

Symbolik zu AI und Cyber Security
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Zum Safer Internet Day 2026 warnt Microsoft vor zunehmender Unsicherheit im Netz. Besonders in Deutschland zeigt die Studie eine hohe Nutzung von KI bei gleichzeitig starker Skepsis. Jugendliche reagieren oft souverän, doch das Vertrauen in Plattformen und digitale Inhalte ist stark erschüttert.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Zum Safer Internet Day 2026 zieht Microsoft eine ernüchternde Bilanz: Die digitale Welt ist produktiver und vernetzter geworden – aber nicht sicherer. Besonders in Deutschland zeigt sich eine ambivalente Entwicklung: Hohe Nutzung von KI trifft auf massive Sorgen vor Missbrauch, Betrug und Desinformation.

Seit zehn Jahren erhebt Microsoft im Rahmen der „Global Online Safety Survey“ Daten zu Erfahrungen und Einstellungen von Internetnutzern weltweit. Die Ausgabe 2026 markiert mit über 130.000 Interviews in 37 Ländern einen Meilenstein – und offenbart einen klaren Trend: Die Menschen fühlen sich digital besser vernetzt und produktiver, aber auch zunehmend unsicher.

57 Prozent der Deutschen erleben gravierende Online-Risiken

In Deutschland berichten 57 Prozent der Befragten, im vergangenen Jahr mindestens ein signifikantes Online-Risiko erlebt zu haben. Digitale Gefährdung ist damit keine Randerscheinung, sondern Alltagserfahrung für mehr als jeden Zweiten. Am häufigsten genannt werden Hassrede (30 Prozent), Cybermobbing (24 Prozent) und Gewaltdarstellungen oder explizite Inhalte (21 Prozent).

Während in den meisten Altersgruppen Online-Betrug als größte Sorge gilt, sehen Jugendliche insbesondere Cybermobbing als zentrales Problem: 30 Prozent der jungen Nutzer nennen es an erster Stelle. Zudem sind 44 Prozent der Generation X und der Babyboomer stark von Betrugs- und Scam-Sorgen betroffen – ein Hinweis auf die zunehmende Professionalisierung digitaler Betrugsmodelle.

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Jugendliche reagieren entschlossen – und fordern klare Maßnahmen

Trotz hoher Belastung zeigen Jugendliche ein hohes Maß an Resilienz. 78 Prozent der Betroffenen sprachen nach einem Vorfall mit jemandem darüber oder meldeten ihn. 76 Prozent ergriffen Schutzmaßnahmen, etwa durch Blockieren von Kontakten oder das Schließen von Accounts.

Auch die Sensibilität gegenüber Deepfakes ist ausgeprägt: 95 Prozent der Jugendlichen würden Freunden raten, entsprechende Inhalte zu melden und Hilfe zu suchen. Gleichzeitig stellen junge Nutzer konkrete Anforderungen an Plattformen. Um Meldungen häufiger abzusetzen, wünschen sie sich verlässliche Prüfungen gemeldeter Inhalte (45 Prozent), garantierte Anonymität (35 Prozent) und leicht auffindbare Meldefunktionen (33 Prozent). Das zeigt: Vertrauen in Moderation ist ein zentraler Hebel für digitale Sicherheit.

Nutzung von KI steigt – Vertrauen sinkt

Mit den Risiken wächst auch die Nutzung generativer KI. 41 Prozent der deutschen Befragten verwenden entsprechende Tools mindestens wöchentlich – 2023 waren es erst 8 Prozent. Besonders Studierende und Jugendliche zeigen hohe Nutzungsraten. Die häufigsten Einsatzfelder sind Planung (28 Prozent), Effizienz im Job (26 Prozent) und Informationssuche (25 Prozent).

Doch mit der Verbreitung steigen auch die Sorgen. 90 Prozent der Deutschen äußern Bedenken gegenüber KI – vor allem in Bezug auf sexuellen oder digitalen Missbrauch (75 Prozent), Betrug (75 Prozent) und Falschinformationen (70 Prozent). Nur noch 19 Prozent glauben, echte von KI-generierten Bildern zuverlässig unterscheiden zu können. In Tests lagen viele unter dem Zufallsniveau.

Für Anbieter entsteht daraus ein doppeltes Spannungsfeld: KI gilt als Innovationsmotor, untergräbt aber das Vertrauen in digitale Authentizität.

Erwartungen an Plattformen steigen – Umsetzungszweifel bleiben

Die Mehrheit der Deutschen fordert mehr Verantwortung von Tech-Konzernen: 73 Prozent erwarten, dass illegale und schädliche Inhalte plattformübergreifend begrenzt werden. Zugleich fürchten 28 Prozent übermäßige Zensur. Der Spagat zwischen Schutz und Meinungsfreiheit bleibt ein sensibler Bereich.

Gewünscht werden konkrete Schutzfunktionen wie die Unschärfe sexueller Inhalte (63 Prozent), standardmäßig private Profile (50 Prozent) und eingeschränkte Nachrichtenfunktionen auf bekannte Kontakte (49 Prozent). Für digitale Anbieter wird Sicherheit damit zunehmend zum Wettbewerbsvorteil – nicht zur Zusatzfunktion.

Microsoft fordert „Safety-by-Design“

Doch die Ergebnisse der aktuellen Umfrage – in Deutschland auf Basis von 1.000 Befragten zwischen Juni und Juli 2025 – zeigen: Technologischer Fortschritt und Sicherheitsgefühl klaffen auseinander. Für Deutschland wird das zur industriepolitischen Herausforderung. Vertrauen entscheidet zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Raum.

Der Safer Internet Day 2026 ist daher kein Grund zur Selbstzufriedenheit – sondern ein Weckruf für Politik, Wirtschaft und Plattformanbieter.

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