Saks Global steht vor einem bedeutenden Führungswechsel: CEO Marc Metrick verlässt das Unternehmen nach fast 30 Jahren. Laut Unternehmensmitteilung wolle er sich neuen beruflichen Möglichkeiten widmen. An seine Stelle tritt Richard Baker, der bereits als Executive Chairman tätig ist und nun zusätzlich die Rolle des Chief Executive Officers übernimmt.
Baker, der über HBC von 2015 bis 2019 Mehrheitseigentümer von Galeria Kaufhof war und über die Beteiligungsgesellschaft NRDC erneut wieder aktueller Galeria-Investor ist, kündigte an, das Unternehmen durch die derzeitigen Herausforderungen führen zu wollen. Ziel sei es, die Transformation von Saks Global voranzutreiben und das Luxusgeschäft durch hochwertige Produkte und personalisierte Kundenerlebnisse zu stärken. Mit seiner Erfahrung und den engen Verbindungen zur Branche wolle er die Position von Saks Global im Markt festigen. „Wir verfügen über die Expertise, die Beziehungen und das Team, um die Chancen im Luxussegment konsequent zu nutzen“, so Baker.
Metrick zeigte sich in seinem Abschied dankbar für die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und seinen Partnern. Er habe in seiner Zeit bei Saks zahlreiche Erfolge mitgestaltet und sei stolz auf das Erreichte.
Bakers Rolle bei Galeria (Kaufhof)
Richard Baker zählt seit Jahren zu den einflussreichsten Akteuren im internationalen Warenhausgeschäft. Eine zentrale Station seiner unternehmerischen Laufbahn war die Zeit als Mehrheitseigentümer von Galeria Kaufhof über die Hudson’s Bay Company (HBC), die als ehemals größer Einzelhändler von Kanada gilt und mittlerweile aber ebenfalls alle Filialen schließen musste. Zwischen 2015 und 2019 kontrollierte Baker über HBC den traditionsreichen deutschen Warenhauskonzern und prägte dessen strategische Ausrichtung maßgeblich. In dieser Phase standen Effizienzprogramme, die Straffung des Filialnetzes sowie erste Schritte zur stärkeren Verzahnung von stationärem Handel und digitalen Angeboten im Fokus.
Gleichzeitig wurde deutlich, wie herausfordernd das strukturelle Umfeld für klassische Warenhäuser in Deutschland war: Sinkende Frequenzen in Innenstädten, hoher Investitionsbedarf und zunehmender Wettbewerbsdruck durch Onlinehändler setzten Galeria Kaufhof unter erheblichen Anpassungsdruck. Bakers Engagement war dabei weniger auf kurzfristige Sanierungserfolge ausgelegt als auf eine langfristige strategische Neupositionierung – ein Ansatz, der seinen Ruf als aktiver, aber auch risikobereiter Investor im Einzelhandel weiter festigte.
Mehrere Jahre nach dem Rückzug von HBC ist Baker erneut bei Galeria engagiert – diesmal über seine private Beteiligungsgesellschaft NRDC Equity Partners. Das erneute Investment unterstreicht, dass Baker trotz der schwierigen Marktlage weiterhin an das Potenzial großer Handelsformate glaubt, sofern diese konsequent transformiert werden. Im Unterschied zur früheren Phase steht heute stärker die enge Verzahnung von Immobilienstrategie, Markenpositionierung und operativem Retail-Know-how im Mittelpunkt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Krise im US-Luxussegment
Der Führungswechsel erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Saks Global steckt seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten. Erst kürzlich hatte das Unternehmen bekannt gegeben, sämtliche Optionen zur Stabilisierung zu prüfen – einschließlich einer möglichen Anmeldung nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Medienberichten zufolge steht eine Insolvenz unmittelbar bevor. Grund sei unter anderem eine ausgebliebene Schuldenzahlung.
Entstehung durch Milliardenfusion
Saks Global entstand Ende 2024 durch die Fusion von Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus. Der Zusammenschluss zweier renommierter Luxuswarenhäuser mit einem Transaktionsvolumen von 2,7 Milliarden US-Dollar (ca. 2,45 Milliarden Euro) sollte neue Maßstäbe im Premiumhandel setzen. Doch bereits im Folgejahr geriet das fusionierte Unternehmen unter Druck: Sinkende Umsätze, unbezahlte Lieferantenrechnungen und wachsende Schuldenlast belasteten das Geschäft massiv. Derzeit bleibt unklar, wie es für das Unternehmen weitergeht.


