Deutsche Unternehmen erkennen zunehmend die Bedeutung von Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, sind jedoch auf die dafür notwendigen Maßnahmen nur unzureichend vorbereitet. Das zeigt eine YouGov-Umfrage unter 509 Unternehmensentscheidern im Auftrag der Online-Marketing-Agentur Seokratie.
Hohe Sorge vor Kundenverlusten
Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) geht davon aus, dass Unternehmen künftig Kunden verlieren werden, wenn sie in KI-generierten Antworten nicht vorkommen. Damit wächst das Problembewusstsein für die Bedeutung neuer digitaler Sichtbarkeit deutlich.
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Große Wissenslücke bei Generative Engine Optimization
Trotz dieser Einschätzung ist das Wissen über mögliche Gegenmaßnahmen gering. 41 Prozent der Entscheider haben den Begriff Generative Engine Optimization (GEO) noch nie gehört, weitere 36 Prozent kennen ihn lediglich oberflächlich. Nur rund jeder Fünfte versteht, worum es dabei konkret geht.
Diese Diskrepanz zwischen Problembewusstsein und Know-how zeigt sich auch in der strategischen Ausrichtung vieler Unternehmen.
Zurückhaltende Investitionsbereitschaft
Obwohl viele Unternehmen Risiken sehen, planen nur 44 Prozent, in den kommenden zwölf Monaten gezielt in ihre Sichtbarkeit bei KI-Systemen zu investieren. Mehr als ein Drittel schließt entsprechende Investitionen sogar ausdrücklich aus.
Auch die eigene Vorbereitung wird kritisch bewertet: Weniger als die Hälfte der Befragten hält das eigene Unternehmen für ausreichend aufgestellt, um in KI-Antworten präsent zu sein.
Kleine Unternehmen besonders betroffen
Die Unterschiede zwischen Unternehmensgrößen sind deutlich. Während sich in großen Unternehmen über die Hälfte der Entscheider gut vorbereitet fühlt, liegt dieser Anteil bei kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten bei lediglich einem Drittel.
Auch bei Investitionen zeigt sich eine ähnliche Lücke: Große Unternehmen planen deutlich häufiger Maßnahmen zur Verbesserung ihrer KI-Sichtbarkeit als kleinere Betriebe, die häufig noch keinen konkreten Handlungsbedarf erkennen.
GEO ergänzt klassische Suchmaschinenoptimierung
Die Studie zeigt zugleich, dass klassische Suchmaschinenoptimierung weiterhin eine zentrale Rolle spielt. 71 Prozent der Befragten sehen SEO auch im KI-Zeitalter als wichtig an.
Generative Engine Optimization wird daher nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung bestehender Strategien verstanden. Ziel ist es, Inhalte so aufzubereiten, dass sie von KI-Systemen bevorzugt erkannt und in Antworten integriert werden.
Neue Anforderungen an Inhalte und Struktur
Dazu gehört unter anderem, Inhalte stärker an konkreten Nutzerfragen auszurichten, Informationen klar zu strukturieren und relevante Inhalte prominent zu platzieren. Unternehmen, die diese Anforderungen frühzeitig umsetzen, könnten ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen gezielt verbessern.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich das Suchverhalten derzeit grundlegend verändert – und dass viele Unternehmen noch am Anfang stehen, sich darauf einzustellen.






