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Sanierung unter Aufsicht: Textilhersteller Sympatex meldet Insolvenz an

Jacke mit Sympatex Schriftzug
Foto: Sympatex

Key takeaways

Sympatex Technologies hat Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, die Gehälter sind bis März gesichert. Ziel ist eine Sanierung ohne Altlasten. Auch die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding stellte einen Antrag.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der in Unterföhring ansässige Funktionsstoffhersteller Sympatex Technologies GmbH hat beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet. Bereits am Donnerstag vergangener Woche wurde der Antrag eingereicht, woraufhin das Gericht zu Wochenbeginn die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet hat. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der auf Sanierungen spezialisierte Rechtsanwalt Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen eingesetzt.

Laut Pressemitteilung hat neben Sympatex hat auch die Muttergesellschaft, die Smart Solutions Holding GmbH, einen Insolvenzantrag gestellt. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten läuft der Geschäftsbetrieb bei Sympatex nach Angaben der Kanzlei ohne Einschränkungen weiter. Kundenaufträge sollen wie geplant abgewickelt und laufende Projekte fortgesetzt werden. Die Löhne und Gehälter der rund 70 Beschäftigten seien durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende März 2026 gesichert.

Technologischer Fokus auf nachhaltige Funktionsmaterialien

Die Sympatex Technologies GmbH zählt seit Jahrzehnten zu den spezialisierten Anbietern von Hightech-Funktionsstoffen für die Bekleidungs- und Textilindustrie. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet vor allem wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Membranen, die unter anderem in Outdoor-, Sport- und Arbeitsbekleidung eingesetzt werden. Anders als viele Wettbewerber setzt Sympatex dabei nicht auf mikroporöse Strukturen, sondern auf hydrophile, geschlossene Membranen, die ohne zusätzliche Beschichtungen auskommen.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist der konsequente Fokus auf Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Sympatex-Materialien sind nach Unternehmensangaben recycelbar, PTFE-frei und frei von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Die Membranen basieren überwiegend auf Polyester und lassen sich so in bestehende textile Recyclingkreisläufe integrieren. Damit positioniert sich Sympatex gezielt als nachhaltige Alternative zu konventionellen Funktionsstoffen und adressiert insbesondere Marken, die ihre Lieferketten ökologisch ausrichten wollen.

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Internationale Markenpartnerschaften und Positionierung im Premiumsegment

Sympatex ist kein klassischer Massenhersteller, sondern agiert als Technologie- und Entwicklungspartner für internationale Marken aus den Bereichen Outdoor, Sport, Workwear und Lifestyle. Die Materialien kommen in Endprodukten zahlreicher namhafter Textil- und Bekleidungsunternehmen zum Einsatz, wobei Sympatex selbst nicht als Endmarke gegenüber Konsumenten auftritt. Die Wertschöpfung liegt primär in Forschung, Materialentwicklung, Zertifizierung und Lizenzmodellen.

Im Markt ist das Unternehmen vor allem im Premium- und Nachhaltigkeitssegment positioniert. Diese strategische Ausrichtung bringt zwar eine hohe technologische Reputation und Markenbindung auf B2B-Ebene, macht das Geschäftsmodell jedoch auch anfällig für konjunkturelle Schwankungen, Investitionszurückhaltung im Handel und steigenden Preisdruck entlang der textilen Lieferkette.

In den vergangenen Jahren standen insbesondere die globale Konsumzurückhaltung, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie strukturelle Veränderungen im Mode- und Outdoor-Markt unter erheblichem wirtschaftlichem Druck – ein Umfeld, das für spezialisierte Technologieanbieter wie Sympatex zunehmend herausfordernd geworden ist.

Hoffnung auf einen Neuanfang ohne Altlasten

Laut Geschäftsführerin Kim Scholze sind schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Auslöser für die Insolvenzanmeldung gewesen. Das Verfahren ermögliche nun eine strukturierte Sanierung und die Neuausrichtung des Unternehmens.

Auch Insolvenzverwalter Bierbach sieht in der aktuellen Lage eine Chance. Sympatex verfüge über eine starke technologische Marktstellung und hochqualifizierte Mitarbeiter. Ziel sei es, diese Substanz zu erhalten und eine tragfähige Lösung für die Zukunft zu entwickeln. In den kommenden Wochen sollen gemeinsam mit der Geschäftsführung Wege erarbeitet werden, um den Betrieb wirtschaftlich zu stabilisieren und neu aufzustellen. Die Insolvenz biete laut Bierbach die Möglichkeit, das Unternehmen von Altlasten zu befreien und zukunftsfähig aufzustellen.

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