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Ssense-Gründer sichern sich Kontrolle über insolventes Unternehmen zurück

SSENSE Startseite auf einem Laptop
Foto: Made with AI / Screenshot ssense.com

Key takeaways

Das Gericht in Québec hat einem Rückkauf von Ssense durch die Gründerfamilie zugestimmt. Damit erhält der insolvente Luxusmodehändler eine neue Perspektive. Trotz hoher Schulden und vorherigem Gläubigerschutz könnte die Transaktion den Grundstein für eine strategische Neuausrichtung des kanadischen Unternehmens legen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der insolvente Luxusmodehändler Ssense steht vor einem bedeutenden Neustart. Ein Gericht in Québec hat einem Rückkauf durch die Gründerfamilie zugestimmt – ein Schritt, der das kanadische Unternehmen vor der Zerschlagung bewahren und die Grundlage für eine strategische Neuausrichtung schaffen soll. Der endgültige Abschluss hängt jedoch noch von regulatorischen Genehmigungen ab.

Gründer übernehmen wieder die Führung

Die Mitgründer Rami, Firas und Bassel Atallah wollen Ssense gemeinsam mit einem kanadischen Multi-Family-Office zurückerwerben. Ein entsprechender Antrag wurde vom Superior Court of Quebec genehmigt. Das Management informierte die Belegschaft laut Business Of Fashion in einer internen Mitteilung, dass der Deal Stabilität schaffen und den laufenden Geschäftsbetrieb sichern solle. Der Rückkauf soll vor Abschluss des Insolvenzschutzverfahrens erfolgen.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Ssense Gläubigerschutz beantragt, nachdem der einst gefeierte Onlinehändler in finanzielle Schieflage geraten war. Das Unternehmen sicherte sich daraufhin eine Zwischenfinanzierung in Höhe von rund 40 Millionen kanadischen Dollar (etwa 27 Millionen Euro). Dennoch bestehen weiterhin Verbindlichkeiten von mehr als 200 Millionen kanadischen Dollar (rund 135 Millionen Euro) gegenüber Banken und Markenpartnern.

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Widerstand gegen Sanierungsplan gescheitert

Der geplante Rückkauf war nicht unumstritten. Eine Gruppe von Gläubigern unter Führung der Bank of Montreal hatte versucht, das Vorhaben zu stoppen und eine Liquidation des Unternehmens durchzusetzen, um offene Forderungen schneller einzutreiben. Das Gericht entschied sich jedoch gegen diese Option und sprach sich für den Sanierungsplan der Gründer aus.

Die Entscheidung wird als positives Signal für den Onlinehandel im Luxussegment gewertet, das derzeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist. Ssense galt über Jahre hinweg als innovativer Akteur mit einem klaren Profil und einem jüngeren, stilbewussten Publikum. Die Rückkehr der Gründer könnte nun eine Neuausrichtung einleiten – vorausgesetzt, die regulatorischen Auflagen werden erfüllt und die Finanzierung langfristig gesichert.

Ob dem Management der Turnaround gelingt, bleibt abzuwarten. Doch mit der juristischen Zustimmung erhält Ssense eine realistische Chance, sich neu zu positionieren – außerhalb der Insolvenz und jenseits der Zerschlagung.

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