Die Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel bleiben festgefahren. Auch in der dritten Runde konnten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nicht auf einen Abschluss einigen. Trotz erkennbarer Annäherungen in einzelnen Punkten ist ein Kompromiss weiterhin nicht in Sicht. Der Konflikt dürfte sich damit weiter zuspitzen, während zusätzliche Warnstreiks wahrscheinlicher werden.
Arbeitgeber legen verbessertes Angebot vor
Nach intensiven Gesprächen präsentierten die Arbeitgeber ein überarbeitetes Angebot. Dieses sieht eine erste Entgelterhöhung von 2,4 Prozent ab Oktober 2026 vor, allerdings erst nach sechs Monaten ohne Anpassung. Eine weitere Steigerung um 2 Prozent soll im Juli 2027 folgen, ebenfalls nach einer Verzögerung. Die Laufzeit des Tarifvertrags ist auf zwei Jahre angelegt, auch für Auszubildende sind gestaffelte Erhöhungen vorgesehen.
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Gewerkschaft sieht Reallohnverluste
Die Gewerkschaft ver.di wies das Angebot zurück. Aus ihrer Sicht reichen die vorgeschlagenen Anpassungen nicht aus, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen. Vielmehr befürchtet sie, dass Beschäftigte real an Kaufkraft verlieren würden. Damit bleibt die zentrale Forderung nach spürbar höheren Einkommen weiterhin unerfüllt.
Annäherung ohne Durchbruch
Trotz des Scheiterns sprechen beide Seiten von konstruktiven Gesprächen. In einigen Punkten sei man sich nähergekommen, ein Abschluss konnte jedoch nicht erzielt werden. Eine vierte Verhandlungsrunde ist geplant, ein Termin steht bislang aber noch nicht fest. Die grundlegenden Differenzen bei Entgelthöhe und Laufzeit bestehen weiterhin.
Warnstreiks erhöhen den Druck
Der Tarifkonflikt betrifft rund 500.000 Beschäftigte in der Branche. ver.di fordert eine monatliche Erhöhung von 300 Euro sowie deutlich höhere Ausbildungsvergütungen bei kürzerer Laufzeit. Die Arbeitgeber verweisen dagegen auf wirtschaftliche Belastungen durch schwache Nachfrage, steigende Kosten und regulatorischen Druck. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu Warnstreiks bei großen Handelsunternehmen, weitere Aktionen sind angekündigt. Ohne deutliches Entgegenkommen bleibt eine schnelle Einigung unwahrscheinlich.




