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Kein Angebot: Tarifrunde im Einzelhandel Niedersachsen und Bremen

Logo von ver.di an einem Gebäude
Foto: ver.di Berlin-Brandenburg

Key takeaways

Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel Niedersachsen und Bremen sind ohne Angebot der Arbeitgeber gestartet. Ver.di fordert höhere Löhne und einen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro. Bundesweit wächst damit die Gefahr einer härteren Tarifauseinandersetzung im Handel.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Tarifrunde im Einzelhandel Niedersachsen und Bremen ist ohne Ergebnis gestartet. In der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai 2026 legte die Arbeitgeberseite kein Angebot für die Beschäftigten vor. Damit verschärft sich der Tarifkonflikt im deutschen Einzelhandel weiter.

Die Gewerkschaft ver.di wertet das Verhalten der Arbeitgeber als mangelnde Wertschätzung gegenüber den rund 330.000 Beschäftigten in Niedersachsen und Bremen. Bundesweit zeichnet sich damit eine zunehmend harte Tarifauseinandersetzung im Handel ab.

Arbeitgeber verzichten auf Angebot

Die Gespräche zwischen ver.di Niedersachsen-Bremen und dem Handelsverband Niedersachsen-Bremen endeten ohne Annäherung. Nach Angaben der Gewerkschaft verzichteten die Arbeitgeber vollständig auf ein erstes Angebot.

Ver.di-Verhandlungsführerin Sabine Gatz kritisierte das Vorgehen scharf und verwies auf die weiterhin hohe Belastung vieler Beschäftigter durch steigende Lebenshaltungskosten.

Besonders betroffen seien Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und hoher Teilzeitquote – typische Strukturen im Einzelhandel. Zwei Drittel der Beschäftigten seien Frauen, viele arbeiteten nicht in Vollzeit.

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Inflation belastet Beschäftigte weiterhin

Nach Angaben des Landesamtes lag die Inflationsrate in Niedersachsen im April 2026 bei drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Energiepreise verteuerten sich deutlich.

Ver.di argumentiert deshalb mit der Sicherung realer Kaufkraft. Viele Beschäftigte müssten steigende Kosten für Wohnen, Mobilität und Energie ausgleichen und reduzierten bereits Ausgaben im Alltag.

Eine Vollzeitkraft im Einzelhandel verdient laut Gewerkschaft ab dem siebten Berufsjahr derzeit rund 3.219 Euro brutto pro Monat. Teilzeitbeschäftigte liegen entsprechend deutlich darunter.

Ver.di fordert höhere Löhne und Mindeststundenlohn

Die Gewerkschaft fordert eine tabellenwirksame Erhöhung der Löhne und Gehälter um sieben Prozent, mindestens jedoch um 225 Euro pro Monat.

Zusätzlich verlangt ver.di einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro monatlich. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

Mit dem Mindestbetrag will die Gewerkschaft insbesondere untere Entgeltgruppen stärken. Die kurze Laufzeit dürfte dagegen für die Arbeitgeberseite ein zentraler Streitpunkt bleiben.

Warnstreiks werden wahrscheinlicher

Die stockenden Gespräche in Niedersachsen und Bremen passen in ein bundesweites Bild. Auch in anderen Tarifregionen verliefen die ersten Verhandlungsrunden bislang ohne Ergebnis.

Der Einzelhandel steht seit Jahren unter hohem wirtschaftlichem Druck. Neben wachsender Online-Konkurrenz belasten auch hohe Energie-, Logistik- und Personalkosten die Branche.

Gleichzeitig bleibt der stationäre Handel stark personalintensiv, wodurch tarifliche Lohnerhöhungen direkte Auswirkungen auf die Kostenstruktur vieler Unternehmen haben.

Die nächste Verhandlungsrunde für Niedersachsen und Bremen ist für den 11. Juni 2026 angesetzt. Sollte auch dann keine Einigung erzielt werden, rechnet ver.di zunehmend mit Warnstreiks im Handel.

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