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Fortgeschrittene Gespräche: Delivery Hero bestätigt Verhandlungen mit Uber

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Foto: UBER

Key takeaways

Delivery Hero bestätigt fortgeschrittene Übernahmegespräche mit Uber. Der mögliche Milliarden-Deal könnte den globalen Liefermarkt neu ordnen – während kartellrechtliche Prüfungen zur entscheidenden Hürde werden dürften.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Spekulationen der vergangenen Tage haben sich bestätigt: In einer Ad-hoc-Mitteilung erklärte Delivery Hero am Dienstagabend, dass mit dem US-Konzern Uber Technologies fortgeschrittene Gespräche über ein mögliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktionäre geführt werden. Angaben zu einem möglichen Kaufpreis machte das Unternehmen ausdrücklich nicht.

Bereits im Mai hatte Delivery Hero eingeräumt, ein indikatives Angebot von Uber erhalten zu haben. Seither hat der US-Konzern seine Beteiligung kontinuierlich ausgebaut und zählt inzwischen zu den größten Anteilseignern des Berliner Unternehmens. Medienberichten zufolge könnte ein endgültiges Angebot das Unternehmen mit deutlich mehr als zwölf Milliarden Euro bewerten.

Strategischer Schritt im globalen Liefermarkt

Eine Übernahme wäre für Uber weit mehr als eine klassische Akquisition. Der Konzern verfolgt seit Jahren das Ziel, seine Plattform für Mobilität, Essenslieferungen und lokale Dienstleistungen weltweit auszubauen. Während Uber Eats in Nordamerika und Teilen Europas zu den Marktführern zählt, verfügt Delivery Hero über eine starke Präsenz in Asien, dem Nahen Osten, Afrika sowie in zahlreichen europäischen Märkten.

Die geografischen Überschneidungen sind vergleichsweise gering. Genau darin liegt der strategische Reiz der Transaktion: Uber würde sich mit einem Schlag Zugang zu Märkten verschaffen, in denen das Unternehmen bislang nur begrenzt oder gar nicht vertreten ist. Gleichzeitig könnte der Konzern seine internationale Position gegenüber Wettbewerbern wie DoorDash oder Just Eat Takeaway deutlich stärken.

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Delivery Hero sucht nach neuer Perspektive

Für Delivery Hero käme ein Verkauf zu einem Zeitpunkt tiefgreifender Veränderungen. Das Unternehmen befindet sich seit geraumer Zeit in einer strategischen Neuausrichtung. Nach Jahren aggressiver Expansion rückten Profitabilität, Portfoliobereinigung und Effizienzsteigerungen in den Mittelpunkt. Mehrere Geschäftsbereiche wurden verkauft oder restrukturiert.

Hinzu kommt ein bevorstehender Führungswechsel: Mitgründer und CEO Niklas Östberg hatte angekündigt, das Unternehmen im kommenden Jahr zu verlassen. Parallel läuft eine umfassende strategische Überprüfung, die ausdrücklich auch verschiedene Optionen zur Steigerung des Unternehmenswerts umfasst.

Vor diesem Hintergrund erscheint ein Zusammenschluss mit Uber als logische Fortsetzung der Entwicklung. Für die Aktionäre könnte ein attraktiver Übernahmepreis die Chance bieten, den zuletzt deutlich gestiegenen Unternehmenswert zu realisieren.

Kartellrecht dürfte zur größten Hürde werden

Obwohl sich die Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen in vielen Regionen ergänzen, dürfte eine Übernahme intensiv von Wettbewerbsbehörden geprüft werden. Sowohl die Europäische Kommission als auch zahlreiche nationale Kartellbehörden werden untersuchen, ob sich durch den Zusammenschluss marktbeherrschende Strukturen in einzelnen Ländern ergeben.

Entscheidend wird sein, in welchen Märkten Uber Eats und Marken von Delivery Hero – etwa Foodora, Glovo oder Talabat – direkt miteinander konkurrieren. In Regionen mit hohen gemeinsamen Marktanteilen könnten Auflagen oder sogar der Verkauf einzelner Geschäftsbereiche erforderlich werden.

Anleger reagieren positiv

An der Börse wurde die Bestätigung der Gespräche positiv aufgenommen. Die Delivery-Hero-Aktie legte nach Bekanntwerden der Verhandlungen deutlich zu. Investoren setzen darauf, dass ein mögliches Angebot über dem zuletzt gehandelten Börsenkurs liegen könnte. Berichten zufolge wird ein Preis oberhalb von 40 Euro je Aktie diskutiert, offiziell bestätigt wurde dies jedoch nicht.

Ob die Verhandlungen tatsächlich in ein verbindliches Angebot münden, bleibt offen. Delivery Hero betonte ausdrücklich, dass derzeit keine Gewissheit über den Abschluss einer Transaktion besteht. Dennoch markieren die bestätigten Gespräche einen Wendepunkt in der Konsolidierung des internationalen Liefergeschäfts. Sollte Uber den Zuschlag erhalten, entstünde ein Konzern, der Mobilität, Essenslieferung und lokale Dienstleistungen auf einer bislang kaum erreichten globalen Plattform bündelt.

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