Der Berliner Lieferdienstkonzern Delivery Hero stellt sich auf einen Führungswechsel ein: Mitgründer und Vorstandschef Niklas Östberg will seine Rolle spätestens bis Ende März 2027 abgeben. Der Aufsichtsrat hat bereits die Suche nach einer Nachfolge eingeleitet. Bis zum Übergang bleibt Östberg im Amt und verantwortet weiterhin die laufende strategische Neuausrichtung des Konzerns sowie damit verbundene M&A-Prozesse.
Geordneter Übergang bei Delivery Hero
Nach Angaben des Unternehmens haben sich Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Zeitpunkt des Führungswechsels verständigt. Der Konzern befinde sich in einer neuen Entwicklungsphase, in der langfristige strategische Weichenstellungen im Mittelpunkt stünden. Die Suche nach einem neuen CEO soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Östberg bleibt während der Übergangszeit eng in die operative und strategische Steuerung eingebunden. Dazu zählt insbesondere die im Dezember 2025 angekündigte strategische Überprüfung des Unternehmensportfolios.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Vom Berliner Start-up zum globalen Lieferkonzern
Niklas Östberg gründete Delivery Hero vor 15 Jahren in Berlin. Aus einem kleinen Lieferdienst entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein weltweit aktiver Plattformanbieter mit Präsenz in rund 65 Ländern. Heute zählt der Konzern zu den weltweit größten Anbieterplattformen für Essenslieferungen und Quick-Commerce-Dienste.
In einem veröffentlichten Jubiläumsrückblick betont das Unternehmen die Entwicklung vom klassischen Food-Delivery-Anbieter hin zu einer Infrastrukturplattform für Lebensmittel, Haushaltswaren, Medikamente und weitere Alltagsprodukte. Delivery Hero verarbeitet nach eigenen Angaben inzwischen bis zu zwölf Millionen Bestellungen pro Tag.
Fokus auf Everyday-App-Strategie
Für die kommenden Jahre setzt Delivery Hero auf eine stärkere Vertiefung bestehender Märkte und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten innerhalb der eigenen Apps. Ziel sei es, die Kundenbindung auszubauen und den Alltag der Nutzer umfassender abzudecken.
Östberg erklärte, das Unternehmen wolle die sogenannte Everyday-App-Strategie weiterentwickeln und gleichzeitig Investitionen stärker auf profitable Märkte konzentrieren. Der Konzern sieht insbesondere in KI-Anwendungen, Quick Commerce sowie automatisierten Liefertechnologien wie Robotern und Drohnen weiteres Wachstumspotenzial.
Aufsichtsrat lobt Aufbauleistung
Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kristin Skogen Lund, würdigte Östbergs Rolle beim Aufbau des Unternehmens. Nur wenige Gründer hätten ein Berliner Start-up zu einer weltweit führenden Plattform entwickelt. Auch Arbeitnehmervertreterin Isabel Poscherstnikov hob hervor, Delivery Hero verfüge heute über eine stabile Unternehmenskultur und eine belastbare organisatorische Basis für den bevorstehenden Führungswechsel.




