Überstunden sind für viele Beschäftigte in Deutschland fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Eine aktuelle Umfrage von Jobtensor zeigt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Schnitt knapp 50 zusätzliche Stunden pro Jahr leisten – häufig ohne finanzielle Vergütung.
Mehrarbeit weit verbreitet
Rund die Hälfte der Beschäftigten gibt an, regelmäßig Überstunden zu leisten, während nur eine kleine Minderheit vollständig ohne Mehrarbeit auskommt. Insgesamt arbeitet eine deutliche Mehrheit zumindest gelegentlich über die vertraglich vereinbarte Zeit hinaus. Damit summiert sich die zusätzliche Arbeitsleistung rechnerisch auf mehr als eine zusätzliche Arbeitswoche pro Jahr.
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Freizeitausgleich dominiert
Beim Umgang mit Überstunden setzen Unternehmen überwiegend auf zeitlichen Ausgleich. Die meisten Beschäftigten können ihre Mehrarbeit durch Freizeit kompensieren. Deutlich seltener erfolgt hingegen eine finanzielle Vergütung, die nur einem kleineren Teil der Arbeitnehmer angeboten wird. Für viele bleibt eine Bezahlung zusätzlicher Stunden daher die Ausnahme.
Kritische Wahrnehmung, aber geringe Konsequenzen
Ein Teil der Beschäftigten empfindet das eigene Überstundenpensum als zu hoch. Gleichzeitig berichten einige, dass Mehrarbeit im Unternehmen erwartet oder pauschal mit dem Gehalt abgegolten wird. Dennoch führen Überstunden nur selten zu konkreten Wechselabsichten, auch wenn sie zunehmend kritisch gesehen werden.
Balance zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Überstunden vielerorts zur Normalität geworden sind. Entscheidend ist daher, wie Unternehmen diese Mehrarbeit ausgleichen und gestalten. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen betrieblicher Flexibilität und verlässlicher Kompensation gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.



