Der internationale Luxusmodekonzern Lanvin Group hat den italienischen Herrenmodenspezialisten Caruso an die MondeVita Italy S.r.l. verkauft, eine Tochter der in Abu Dhabi ansässigen Mondevo Group. Mit dem Schritt vollzieht Lanvin eigenen Angaben nach eine strategische Fokussierung auf seine Kernmarken und verabschiedet sich zugleich von einer kapitalintensiven Beteiligung.
Strategiewechsel bei der Lanvin Group
Caruso war 2018 von der Lanvin Group übernommen worden, um die industrielle Kompetenz im Segment hochwertiger Herrenkonfektion zu stärken. Nun steht der Rückzug aus dem Geschäftsfeld im Zeichen einer klaren Neuausrichtung: Marken wie Lanvin, Wolford, Sergio Rossi und St. John Knits rücken ins Zentrum der Aktivitäten. Der Verkauf von Caruso soll Kapital freisetzen und operative Strukturen vereinfachen – ein deutliches Signal an Investoren, dass künftig Markenführung und Internationalisierung über Beteiligungsbreite gestellt werden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
MondeVita setzt auf handwerkliche Exzellenz
Für die Mondevo Group ist die Übernahme von Caruso ein strategischer Schritt zum Aufbau ihrer Lifestyle- und Luxusplattform MondeVita. Die neue Einheit soll Heritage-Marken aus verschiedenen Segmenten wie Mode, Hospitality oder Getränke unter einem Dach bündeln. Caruso gilt als idealer Ausgangspunkt: Das 1964 gegründete Unternehmen vereint industrielle Tiefe mit hoher handwerklicher Qualität und einem etablierten Markenprofil. Die Marke „Caruso“ steht für eine moderne Auslegung italienischer Schneiderkunst und wird über ein selektives Händlernetz vertrieben. Unter dem Dach von MondeVita soll die Marke gestärkt und zugleich ihre Rolle als Fertigungspartner beibehalten werden.
Marktkonsolidierung mit Signalwirkung
Der Verkauf von Caruso verdeutlicht zwei konträre, aber sich ergänzende Strategien im Luxussegment: Während traditionelle Modehäuser ihre Portfolios straffen und sich auf margenstarke Marken konzentrieren, setzen Investmentplattformen auf gezielte Expansion und Markenaufbau. Der Deal ist daher nicht nur ein weiterer Beleg für die wachsende Dynamik im globalen Luxusmarkt, sondern auch ein Hinweis auf die künftige Rollenverteilung zwischen Markeninhabern und Plattforminvestoren.



