Verbraucher in Deutschland setzen sich nach einer Visa-Studie intensiver mit der Sicherheit beim Bezahlen auseinander. Viele kontrollieren regelmäßig ihre Konten, nutzen zusätzliche Authentifizierungsverfahren und fühlen sich besser über aktuelle Betrugsmaschen informiert. Gleichzeitig gewinnt das Smartphone als Instrument für Finanzkontrolle und Sicherheit weiter an Bedeutung.
64 Prozent der Befragten fühlen sich von ihrer Bank gut über Sicherheit und aktuelle Betrugsformen informiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von zehn Prozentpunkten. Phishing und der sogenannte Enkeltrick sind jeweils 89 Prozent bekannt, Fake-Shops kennen 84 Prozent.
Zwei-Faktor-Authentifizierung ist weit verbreitet
73 Prozent überprüfen regelmäßig ihre Kontobewegungen. Ebenso viele setzen Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, während 55 Prozent biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung verwenden.
Auch nach einem Betrugsfall können viele Betroffene reagieren. 70 Prozent der Befragten, die bereits Zahlungsbetrug erlebt haben, konnten nach eigenen Angaben durch schnelles Handeln den Schaden begrenzen. Acht Prozent wussten dagegen nicht, an wen sie sich wenden sollten.
Gleichzeitig halten 59 Prozent der Befragten es für eher oder sehr unwahrscheinlich, selbst Opfer eines Zahlungsbetrugs zu werden. Der Anteil der Menschen, die eine Zunahme von Betrugsversuchen beobachten, sank gegenüber dem Vorjahr von 82 auf 78 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Smartphone wird zur Sicherheitszentrale
44 Prozent nutzen ihr Smartphone, um bei verdächtigen Kontoaktivitäten schnell reagieren zu können. 37 Prozent erledigen Zahlungen und ihre Finanzverwaltung inzwischen nahezu ausschließlich mobil.
Auch bei Sicherheitshinweisen ist die Banking-App der bevorzugte Kommunikationskanal. 49 Prozent würden entsprechende Informationen ihrer Bank dort am ehesten wahrnehmen. E-Mails folgen mit 23 Prozent deutlich dahinter.
Das Vertrauen in mobiles Bezahlen nimmt ebenfalls zu. 55 Prozent halten Zahlungen mit Smartphone oder Wearable an der Ladenkasse für sicher, sechs Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Unter den Nutzern mobiler Zahlungen machen sich 83 Prozent kaum Gedanken über die Sicherheit des Bezahlvorgangs. 59 Prozent geben an, früher skeptischer gewesen zu sein.
KI-Agenten stoßen auf Interesse
Auch automatisierte KI-Anwendungen treffen grundsätzlich auf Offenheit. 63 Prozent der Befragten können sich vorstellen, Aufgaben an einen KI-Agenten zu übertragen. Beim eigenständigen Einkauf durch solche Systeme wollen viele Verbraucher allerdings die Kontrolle über Zahlungen behalten.
49 Prozent möchten jede einmalige Zahlung selbst freigeben. Bei regelmäßigen Zahlungen wie Abonnements, Mitgliedschaften oder wiederkehrenden Bestellungen wollen 43 Prozent weiterhin persönlich die Autorisierung übernehmen.
Zahlungsdaten sollen geschützt bleiben
Besonders wichtig sind klare Grenzen beim Datenzugriff. 61 Prozent möchten verhindern, dass KI-Agenten unkontrolliert auf Zahlungsdaten zugreifen können. 52 Prozent legen Wert darauf, dass persönliche Informationen nicht gesammelt oder weitergegeben werden.
Die Ergebnisse zeigen damit eine Kombination aus wachsender Offenheit für digitale Bezahl- und KI-Anwendungen und einem ausgeprägten Bedürfnis nach Kontrolle. Für die Studie befragte forsa im Auftrag von Visa vom 23. Juni bis 3. Juli 2026 insgesamt 1.010 Erwachsene in Deutschland online. Die Erhebung ist nach Angaben der Unternehmen repräsentativ.






