Der zweitgrößte Einzelhändler der Welt Walmart hat eine umfassende Rabattaktion in seinen US-Filialen sowie im Onlinehandel gestartet. Nach Angaben des Unternehmens werden die Preise für tausende Artikel reduziert. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel, Getränke, Haushaltswaren, Outdoor-Produkte, Spielzeug und Bekleidung – Warengruppen, die während der Sommermonate traditionell besonders gefragt sind.
Besonders deutlich fällt die Preissenkung bei einzelnen Lebensmitteln aus. So sinkt der Preis für ein Pfund Rinderhackfleisch (73 Prozent Lean) von 6,74 auf 5,94 US-Dollar – ein Rückgang um rund zwölf Prozent. Noch stärker reduziert Walmart die Preise bei frischem Obst und Gemüse: Süßmais wird für 25 statt zuvor 68 Cent angeboten, Kirschen kosten teilweise nur noch etwa die Hälfte des bisherigen Verkaufspreises. Auch Getränke, Kartoffelchips, Eiscreme und zahlreiche Eigenmarkenprodukte werden günstiger angeboten.
Die Preisaktionen gelten sowohl in den stationären Märkten als auch über Walmart.com sowie die mobilen Apps des Unternehmens.
Sam’s Club beteiligt sich mit mehr als 250 Preisreduzierungen
Auch die Großhandelssparte Sam’s Club schließt sich der Initiative an. Dort werden die Preise für mehr als 250 Produkte gesenkt. Im Mittelpunkt stehen typische Grill- und Sommerartikel wie Chicken Wings, Hot Dogs, Schweinerippchen sowie Rinderhackfleisch der Eigenmarke Member’s Mark.
Zusätzlich verweist Sam’s Club auf weiterhin vergünstigte Kraftstoffpreise für Mitglieder. Das Unternehmen positioniert die Aktion als Teil seiner Strategie, den Mitgliedern in einer Phase hoher Lebenshaltungskosten zusätzliche Kaufkraft zu verschaffen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Trump sieht Erfolg seiner Wirtschaftspolitik
Für politische Aufmerksamkeit sorgte die Ankündigung durch einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social. Darin erklärte Trump, Walmart senke die Preise „auf Wunsch seiner Administration“, um den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten zu feiern. Gleichzeitig führte er die Preisoffensive als Beleg für den Erfolg seiner Wirtschaftspolitik an und verwies auf nach seiner Darstellung sinkende Preise bei Benzin, Eiern und verschreibungspflichtigen Medikamenten. Trump forderte zudem andere Einzelhändler auf, dem Beispiel Walmarts zu folgen.
Walmart selbst stellt den Zusammenhang allerdings anders dar. In der offiziellen Unternehmensmitteilung wird die Preisoffensive ausschließlich als Teil der saisonalen Sommerstrategie beschrieben. Ein Hinweis darauf, dass die Maßnahmen auf eine Aufforderung der US-Regierung zurückgehen, findet sich dort nicht. Medienberichte verweisen zwar darauf, dass Vertreter der Trump-Regierung zuletzt Gespräche mit großen Lebensmittelhändlern über sinkende Verbraucherpreise geführt haben. Walmart äußerte sich jedoch nicht dazu, ob diese Kontakte Einfluss auf die Preisentscheidung hatten.
Wettbewerb um preisbewusste Verbraucher
Die Preisoffensive erfolgt in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld. Obwohl sich die Inflationsrate gegenüber den Höchstständen der vergangenen Jahre abgeschwächt hat, liegen die Preise für viele Lebensmittel weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Besonders Fleisch gehört aufgrund knapper Rinderbestände und gestiegener Produktionskosten zu den teuersten Warengruppen im US-Lebensmittelhandel.
Für Walmart besitzt die Preisführerschaft strategische Bedeutung. Der Konzern konnte in den vergangenen Jahren verstärkt einkommensstärkere Kunden gewinnen, die aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten zunehmend auf preisgünstige Händler auswichen. Mit den aktuellen Preisreduzierungen dürfte Walmart seine Position als führender Preisanbieter weiter festigen und gleichzeitig den Wettbewerbsdruck auf Konkurrenten wie Kroger, Costco oder Dollar Tree erhöhen.
Branchenbeobachter halten es daher für möglich, dass weitere Handelsunternehmen in den kommenden Wochen mit eigenen Preisaktionen reagieren werden. Für Verbraucher könnte sich daraus ein intensiverer Preiswettbewerb im amerikanischen Lebensmitteleinzelhandel entwickeln.


