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Feneberg: Investorenlösung mit REWE und LEH-Allgäu zeichnet sich ab

Parkplatz vor Feneberg Filiale in Memmingerberg
Foto: Feneberg

Key takeaways

REWE und LEH-Allgäu wollen im Zuge des Insolvenzverfahren die Standorte von Feneberg übernehmen. Ziel ist der Erhalt von Arbeitsplätzen und regionaler Nahversorgung. Die Umsetzung hängt noch von Behörden und Gläubigern ab.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Nach mehreren Monaten im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zeichnet sich für die Feneberg Lebensmittel GmbH eine tragfähige Zukunftslösung ab. Die beteiligten Parteien haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet, die vorsieht, dass sowohl die REWE Group als auch die LEH-Allgäu GmbH künftig jeweils einen wesentlichen Teil der insgesamt 72 Feneberg-Standorte eigenständig weiterführen.

Die Umsetzung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Genehmigung sowie der Zustimmung der Gläubiger im Rahmen eines Insolvenzplans. Wie REWE mitteilt. hat der Gläubigerausschuss dem Konzept bereits zugestimmt.

Insolvenzverfahren geht in entscheidende Phase

Die Feneberg Lebensmittel GmbH befindet sich seit dem 1. April 2026 im eröffneten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Bereits im Januar hatte das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren eingeleitet, nachdem die wirtschaftliche Lage trotz vorangegangener Restrukturierungsmaßnahmen nicht nachhaltig stabilisiert werden konnte. Der Geschäftsbetrieb lief während des gesamten Verfahrens ohne Unterbrechung weiter. Ziel war von Beginn an, einen Investor zu finden, der möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze erhält.

Mit der nun unterzeichneten Vereinbarung rückt dieses Ziel in greifbare Nähe. Die beiden Investoren wollen die Standorte unabhängig voneinander betreiben und damit die regionale Handelsstruktur langfristig stärken.

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Fokus auf Arbeitsplätze und regionale Nahversorgung

Sowohl die REWE Group als auch die LEH-Allgäu GmbH betonen, dass die bestehenden Arbeitsverträge der Beschäftigten an den jeweils übernommenen Standorten grundsätzlich unverändert fortgeführt werden sollen. Damit erhalten mehrere tausend Mitarbeiter eine deutlich verbesserte Perspektive.

Für REWE-Vorstand Peter Maly steht insbesondere die genossenschaftliche Ausrichtung des Unternehmens im Mittelpunkt. Ziel sei es, den Menschen in der Region ebenso wie den Beschäftigten langfristige Sicherheit zu geben und die Nahversorgung nachhaltig zu stärken.

Auch Alexander Pade, geschäftsführender Gesellschafter der LEH-Allgäu GmbH, sieht in der Vereinbarung die Grundlage für eine dauerhafte Lösung. Das Unternehmen wolle seine jahrzehntelange Erfahrung im Lebensmittelhandel nutzen, um die regionale Handelslandschaft zu stabilisieren und die Standorte zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Strategische Bedeutung für den Lebensmittelhandel

Die Entwicklung besitzt über den eigentlichen Insolvenzfall hinaus erhebliche Bedeutung für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Feneberg zählt zu den traditionsreichsten regionalen Handelsunternehmen Süddeutschlands und prägt seit Jahrzehnten insbesondere das Allgäu, Teile Bayerisch-Schwabens, Oberschwabens sowie das Kleinwalsertal in Österreich.

Statt einer vollständigen Übernahme durch einen einzelnen Wettbewerber entsteht nun eine zweigeteilte Nachfolgelösung. Dieses Modell ermöglicht den Erhalt regionaler Strukturen, reduziert zugleich die Risiken einer vollständigen Integration und dürfte auch aus wettbewerbsrechtlicher Sicht eine zentrale Rolle bei der noch ausstehenden Prüfung durch die Kartellbehörden spielen.

Traditionsunternehmen erhält neue Perspektive

Für Feneberg markiert die Vereinbarung einen Wendepunkt nach einer langen wirtschaftlichen Krise. Das Familienunternehmen hatte bereits in den vergangenen Jahren umfangreiche Restrukturierungen vorgenommen. Dennoch führten hohe finanzielle Belastungen und anhaltende Verluste schließlich zur Insolvenz in Eigenverwaltung. Mit rund 72 Märkten, fast 3.700 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt rund 547 Millionen Euro gehört Feneberg weiterhin zu den bedeutenden regionalen Lebensmittelhändlern Deutschlands.

Sollten die Kartellbehörden zustimmen und die Gläubiger den Insolvenzplan annehmen, könnten große Teile des Filialnetzes dauerhaft erhalten bleiben. Für Kunden, Beschäftigte und Lieferanten wäre dies ein wichtiges Signal, dass auch komplexe Unternehmenssanierungen im deutschen Einzelhandel erfolgreich umgesetzt werden können.

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