Nachdem sich der stationäre Einzelhandel bereits in den ersten beiden Adventswochen enttäuscht zeigte, blieb auch in der Woche vor dem dritten Advent der erhoffte Impuls aus. Laut einer aktuellen Trendumfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter rund 300 Unternehmen ist nur jeder fünfte Betrieb mit dem bisherigen Verlauf zufrieden, während die große Mehrheit von über 60 Prozent unzufrieden ist.
Innenstädte unter Vorjahresniveau
Die Umfrage zeigt, dass sich das Umsatzniveau in etwa auf dem der Vorwochen bewegt – trotz gestiegener Besucherzahlen in manchen Innenstädten. Ein substanzieller Zuwachs blieb aus. 70 Prozent der befragten Innenstadthändler berichten von geringerer Frequenz als im Vorjahr. Insbesondere Spielwaren, Uhren, Schmuck und Bücher verkauften sich vergleichsweise gut. Dennoch kann dies den Gesamteindruck kaum aufhellen.
Der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sieht insbesondere die geringe Kundenfrequenz als zentrales Problem. Die Auswertung zeige, dass sich viele Konsumenten mit Weihnachtseinkäufen noch zurückhalten. Gründe dafür könnten Inflation, Unsicherheit oder eine Verschiebung des Konsumverhaltens in Richtung Onlinehandel sein – auch wenn Letzteres in der Umfrage nicht explizit genannt wurde.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Endspurt birgt wirtschaftliche Bedeutung
Trotz der bislang enttäuschenden Entwicklung bleibt Hoffnung. Für viele Handelsunternehmen steht die umsatzstärkste Woche noch bevor. Genth betont die enorme Bedeutung der Tage bis zum Weihnachtsfest für das gesamte Geschäftsjahr. Der HDE schätzt, dass in der Woche vor dem vierten Advent ein Umsatz von rund 17 Milliarden Euro erzielt werden könnte. Die Trendumfrage wurde vom 11. bis 13. Dezember durchgeführt und zeigt, dass etwa 20 Prozent der Händler optimistisch auf die verbleibende Vorweihnachtszeit blicken.
Insgesamt erwartet der Einzelhandel für November und Dezember einen Gesamtumsatz von 126,2 Milliarden Euro, was einem moderaten Anstieg von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ob sich diese Prognose erfüllt, wird maßgeblich davon abhängen, ob der Handel in der Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts noch an Fahrt gewinnt.


