Wolt baut sein Lebensmittelgeschäft in Deutschland mit einem eigenständigen Online-Angebot für Bio-Produkte aus. Zum 24. August startet der neue Wolt Bio Market mit 15 Standorten in acht deutschen Großstädten. Alnatura übernimmt als bestehender Partner eine zentrale Rolle im Sortiment, daneben setzt der Lieferdienst auf weitere Bio-Marken und regionale Produzenten.
Die neuen digitalen Märkte gehen in Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Hannover, Nürnberg und Frankfurt an den Start. Damit ergänzt Wolt jeden seiner bestehenden deutschen Wolt-Market-Standorte um ein speziell auf Bio-Lebensmittel ausgerichtetes Angebot. Je nach Stadt können Kunden zum Start aus bis zu 1.800 Artikeln wählen.
Wolt reagiert auf steigenden Bio-Anteil
Nach Angaben des Unternehmens ist der Umsatzanteil von Bio-Produkten innerhalb des Wolt-Market-Geschäfts kontinuierlich gewachsen. Statt die entsprechenden Artikel lediglich in das bestehende Supermarktsortiment zu integrieren, bündelt Wolt sie nun erstmals in einem eigenständigen digitalen Marktkonzept.
Das Angebot soll einen möglichst vollständigen Bio-Wocheneinkauf ermöglichen. Zum Sortiment gehören frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren, Eier und Molkereiprodukte sowie haltbare Lebensmittel und ausgewählte Non-Food-Artikel. Bestellt wird weiterhin über die Wolt-App oder die Website, anschließend werden die Einkäufe nach Hause geliefert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Alnatura wird zentraler Sortimentspartner
Die seit 2024 existierende und nun ausgeweitete Kooperation mit Alnatura bildet einen wichtigen Bestandteil des neuen Konzepts. Wolt und das Bio-Handelsunternehmen arbeiten bereits zusammen und weiten diese Partnerschaft mit dem Start der spezialisierten Märkte aus. Kunden sollen dort auf ein breiteres Angebot an Alnatura-Produkten zugreifen können.
Alnatura sieht in dem neuen Vertriebskanal eine Möglichkeit, seine Lebensmittel digital leichter verfügbar zu machen und zusätzliche Verbraucher zu erreichen. Für Wolt wiederum liefert die bekannte Bio-Marke einen wichtigen Sortimentsbaustein, ohne dass sich das Angebot ausschließlich auf einen Hersteller konzentriert.
Weitere Bio-Anbieter ergänzen das Angebot
Neben Alnatura nimmt Wolt Produkte verschiedener spezialisierter Anbieter in das Sortiment auf. Bei Molkereiprodukten kooperiert das Unternehmen unter anderem mit der Gläsernen Molkerei. Fleisch liefern die BioManufaktur Havelland und die Biofleischerei Pichler, während Backwaren in Zusammenarbeit mit Zeit für Brot angeboten werden.
Künftig soll insbesondere die Zahl regionaler Produzenten wachsen. Wolt will damit das Sortiment stärker an den jeweiligen Standort anpassen und Kunden einen einfacheren digitalen Zugang zu Bio-Lebensmitteln aus ihrer Region ermöglichen. Das Konzept verbindet damit bekannte überregionale Marken mit lokalen und regionalen Lieferanten.
15 Standorte decken acht Großstädte ab
Zum Start betreibt Wolt insgesamt 15 Bio Markets. Mehrere Standorte innerhalb einzelner Metropolen sollen dafür sorgen, dass das Angebot in den bestehenden Liefergebieten des Unternehmens verfügbar wird. Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Hannover, Nürnberg und Frankfurt bilden die erste Ausbaustufe.
Die Infrastruktur der bestehenden Wolt Markets liefert dafür die Grundlage. Der Lieferdienst muss somit kein komplett neues deutsches Standortnetz errichten, sondern ergänzt vorhandene Strukturen um ein spezialisiertes Sortiment. Für Wolt entsteht dadurch die Möglichkeit, unterschiedliche Lebensmittelkonzepte innerhalb seiner Lieferplattform anzubieten.
Online-Lebensmittelhandel wird stärker spezialisiert
Mit dem Bio Market differenziert Wolt sein Lebensmittelangebot stärker nach Einkaufsanlässen und Kundenpräferenzen. Statt ausschließlich mit einem möglichst breiten Supermarktsortiment zu arbeiten, erhält Bio einen eigenen digitalen Vertriebskanal. Die gestiegene Nachfrage innerhalb des bisherigen Geschäfts dient dem Unternehmen dabei als Grundlage für die Expansion.
Ob daraus ein größeres eigenständiges Vertriebsmodell entsteht, dürfte auch von der Nachfrage in den acht Startmärkten abhängen. Wolt kündigt bereits an, insbesondere die Zusammenarbeit mit regionalen Bio-Produzenten ausbauen zu wollen. Damit könnte sich das Sortiment künftig stärker zwischen den einzelnen Städten unterscheiden.





