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Zalando steigert Gewinn und Umsatz – B2B-Geschäft wächst stark

BHQ-X Headquarter von Zalando
Foto: Zalando SE

Key takeaways

➟ Zalando steigert im dritten Quartal 2026 den Umsatz um 5,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und das bereinigte EBIT auf 107 Millionen Euro. Besonders stark wächst das B2B-Geschäft mit einem Umsatzplus von knapp 28 Prozent.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Online-Modehändler Zalando hat im dritten Quartal 2026 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Das Bruttowarenvolumen (GMV) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, während der Konzernumsatz um 5,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zulegte. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Dienstleistungen für andere Händler und Marken.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 10,6 Prozent auf 107 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Neben dem wachsenden B2B-Geschäft trugen niedrigere Logistikkosten und Synergien aus der Integration von ABOUT YOU zur Ergebnisverbesserung bei.

B2B-Geschäft steigert Umsatz und Profitabilität

Die Erlöse im Geschäftskundenbereich erhöhten sich um knapp 28 Prozent auf 354 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT verdoppelte sich von 20 auf 42 Millionen Euro, während die operative Marge von 7,1 auf 11,9 Prozent stieg.

Wachstumstreiber waren die Logistikplattform ZEOS, die Marktplatzanbindung Tradebyte und die Shopsoftware SCAYLE. Mit diesen Angeboten unterstützt Zalando andere Unternehmen beim Onlinevertrieb, der technischen Infrastruktur und der Auftragsabwicklung.

SCAYLE gewann unter anderem die US-Unternehmen Rue Gilt Groupe und Neighborhood Intelligence sowie die britische N Brown Group als Kunden. Im Logistikgeschäft kamen mit Lascana, LC Waikiki und Champion weitere Marken hinzu.

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Kundenzahl erreicht Rekordwert von 63,2 Millionen

Auch das Endkundengeschäft entwickelte sich positiv. Über die drei Consumer-Apps hinweg stieg das Bruttowarenvolumen, wobei insbesondere das Partnergeschäft und die Bereiche Beauty und Sport zum Wachstum beitrugen.

Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 63,2 Millionen. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Ausgaben je Kunde um 2,9 Prozent auf 308 Euro.

Zalando baut seinen Marktplatzanteil weiter aus. Der Anteil des Partnergeschäfts am B2C-Bruttowarenvolumen erreichte 33,6 Prozent und lag damit 2,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Bis 2028 strebt das Unternehmen einen Partneranteil von 40 bis 50 Prozent an. Damit soll das Geschäftsmodell weniger kapitalintensiv und profitabler werden.

Zalando Extended ermöglicht Einkäufe bei anderen Onlineshops

Mit der neuen Initiative Zalando Extended will das Unternehmen sein Sortiment über die eigenen Angebote und bisherigen Marktplatzpartner hinaus erweitern. Künftig sollen Kunden auch Produkte externer Onlineshops über die Zalando-App entdecken und bestellen können.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei ein KI-Agent, der ab 2027 Bestellungen und Bezahlvorgänge im Auftrag der Kunden abwickeln soll. Ein Wechsel zum jeweiligen Partnershop wäre dadurch nicht mehr erforderlich.

Als erster Pilotpartner beteiligt sich der Einrichtungshändler Westwing. Die Zusammenarbeit läuft bereits seit 2026 und soll zunächst den Einkauf von Home-&-Living-Produkten ermöglichen.

Für externe Händler soll das Modell zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten ohne aufwendige technische Integration schaffen. Zalando könnte gleichzeitig über Retail-Media-Werbung weitere Erlöse erzielen.

KI-Assistent bereits von 22 Millionen Nutzern besucht

Zalando investiert zunehmend in KI-gestützte Einkaufserlebnisse. Der bestehende Zalando Assistant ermöglicht die Produktsuche über natürlichsprachliche Dialoge und wurde im laufenden Jahr bereits von mehr als 22 Millionen Nutzern besucht.

Mit Zalando Extended soll die Technologie künftig über die Beratung hinausgehen und eigenständig Kaufprozesse übernehmen. Damit erweitert Zalando seine Plattformstrategie um den sogenannten agentenbasierten Handel.

Auch das Werbegeschäft gewinnt an Bedeutung. Die Retail-Media-Umsätze stiegen im dritten Quartal um knapp 18 Prozent und entsprachen 2 Prozent des B2C-Bruttowarenvolumens.

Jahresprognose für 2026 bestätigt

Zalando hält an seiner bisherigen Prognose für das Gesamtjahr fest. Das Unternehmen erwartet beim Umsatz und Bruttowarenvolumen ein Wachstum in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent.

Das bereinigte EBIT soll zwischen 680 und 720 Millionen Euro liegen. Für Investitionen sind weiterhin 240 bis 300 Millionen Euro vorgesehen.

Die Integration von ABOUT YOU soll zusätzliche Einsparungen ermöglichen und den Umbau zur Handels- und Technologieplattform unterstützen. Die vollständigen Geschäftszahlen für 2026 will Zalando am 11. März 2027 veröffentlichen.

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