Die Ermenegildo Zegna Group hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Umsatz gesteigert und beim operativen Ergebnis zugelegt. Die Erlöse erreichten 987,3 Millionen Euro und lagen damit 6,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Organisch betrug das Wachstum 9,3 Prozent. Besonders das Geschäft mit Endkunden trug zur Entwicklung des Luxusmodekonzerns bei.
Unter dem Strich ging der Gewinn allerdings von 47,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 28,4 Millionen Euro zurück. Der Vergleich wird durch Sondereffekte beeinflusst: Im ersten Halbjahr 2025 waren nicht zahlungswirksame Gewinne von 27,8 Millionen Euro aus der Neubewertung von Put-Optionsverbindlichkeiten gegenüber Minderheitsgesellschaftern enthalten.
Direktvertrieb wird für Zegna noch wichtiger
Die Umsätze im Direct-to-Consumer-Geschäft erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 12,1 Prozent und organisch um 15,8 Prozent. Der Kanal steht mittlerweile für 86 Prozent der Markenumsätze des Konzerns, nachdem der Anteil im ersten Halbjahr 2025 noch 82 Prozent betragen hatte.
Parallel setzt die Gruppe ihre Straffung des Großhandelsgeschäfts bei den drei Marken fort. Dadurch sanken die Wholesale-Erlöse um 14,6 Prozent beziehungsweise organisch um 13,3 Prozent. Die stärkere Gewichtung des Direktvertriebs wirkte sich zugleich positiv auf die Bruttomarge aus.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Zegna wächst zweistellig, Thom Browne verliert Umsatz
Zwischen den einzelnen Marken entwickelte sich das Geschäft unterschiedlich. Die Marke Zegna erzielte 634,6 Millionen Euro Umsatz und damit 11,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Organisch erreichte das Wachstum 13,9 Prozent.
Thom Browne kam auf 123,1 Millionen Euro und verzeichnete damit einen Rückgang um 4,7 Prozent. Organisch blieb der Umsatz mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu stabil. Tom Ford Fashion steigerte seine Erlöse um 2,7 Prozent auf 156,8 Millionen Euro, organisch betrug das Plus 6,4 Prozent. Das Textilgeschäft lag mit 67 Millionen Euro geringfügig unter dem Vorjahresniveau.
Operatives Ergebnis und bereinigtes EBIT steigen
Der Bruttogewinn erhöhte sich von 626 Millionen auf 667,8 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich leicht von 67,5 auf 67,6 Prozent. Neben dem höheren Anteil des Direktgeschäfts beeinflussten ungünstige Wechselkursentwicklungen die Profitabilität.
Das operative Ergebnis stieg von 61,3 Millionen auf 68,5 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erreichte 74,5 Millionen Euro nach 68,7 Millionen Euro im Vorjahr, während die bereinigte EBIT-Marge leicht von 7,4 auf 7,5 Prozent zunahm. Im Zegna-Segment verbesserte sich diese Kennzahl um 0,5 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent.
Finanz- und Währungseffekte belasten den Nettogewinn
Deutlich schwächer entwickelte sich das Ergebnis aus Finanzerträgen, Finanzaufwendungen und Wechselkurseffekten. Zusammengenommen entstand im ersten Halbjahr 2026 eine Belastung von 22,7 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein positiver Beitrag von sechs Millionen Euro verbucht worden war.
Zudem erhöhte sich die effektive Steuerquote von 29,6 auf 38,8 Prozent. Damit sank der Konzerngewinn trotz des verbesserten operativen Geschäfts auf 28,4 Millionen Euro. Die Gewinnmarge verringerte sich entsprechend von 5,2 auf 2,9 Prozent.
Konzern hält trotz Unsicherheiten an Wachstumskurs fest
Die Netto-Cash-Position belief sich Ende Juni auf 59,6 Millionen Euro und verbesserte sich damit gegenüber den 52,1 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Konzernchef Ermenegildo „Gildo“ Zegna sieht insbesondere das organische Umsatzwachstum, die höhere Profitabilität des Zegna-Segments und die gestärkte Liquiditätsposition als Bestätigung der Konzernstrategie.
Das Unternehmen verweist zugleich auf ein weiterhin unsicheres makroökonomisches und geopolitisches Umfeld. Im Mittelpunkt der Strategie stehen die eigenständige Positionierung der Marken sowie der direkte Zugang zu den Kunden. Zugleich investiert der Konzern weiter in den Ausbau seines eigenen Vertriebsnetzes und in ausgewählte Marketingaktivitäten.


