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Deutsche Wirtschaft: ZEW-Index fällt trotz verbesserter Konjunkturlage

Deutschland Flagge inmitten vieler Euro Geldscheine
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

➟ Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken im Oktober 2026 auf 28,1 Punkte. Während sich die aktuelle Lageeinschätzung verbessert, belasten hohe Energiepreise und schwacher Konsum die wirtschaftlichen Aussichten.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Oktober 2026 nach mehreren Monaten der Verbesserung wieder eingetrübt. Der ZEW-Indikator fällt gegenüber September um 6,6 auf 28,1 Punkte. Gleichzeitig beurteilen die befragten Finanzmarktexperten die aktuelle Wirtschaftslage weniger pessimistisch. Hohe Energiepreise und eine schwache private Nachfrage bleiben jedoch wesentliche Belastungsfaktoren für die wirtschaftliche Erholung.

Konjunkturerwartungen geben deutlich nach

Nach der positiven Entwicklung während der Sommermonate verliert der ZEW-Index im Oktober an Dynamik. Mit 28,1 Punkten bleibt der Erwartungsindikator zwar im positiven Bereich, fällt jedoch deutlich hinter den Vormonatswert zurück.

Die Bewertung der gegenwärtigen Wirtschaftslage verbessert sich dagegen um 11,2 Punkte auf minus 35,9 Punkte. Trotz dieses Anstiegs bleibt die Lageeinschätzung klar negativ.

Die gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass die aktuelle Konjunktur weniger schwach eingeschätzt wird, während die Zuversicht für die kommenden Monate abnimmt.

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Energiepreise bremsen wirtschaftliche Erholung

ZEW-Präsident Achim Wambach sieht die deutsche Wirtschaft auf einem langsamen Weg aus der Stagnation. Für einen selbsttragenden Aufschwung fehlen nach seiner Einschätzung jedoch ausreichende Impulse aus privatem Konsum und Investitionen.

Insbesondere hohe Energiepreise belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Sie schmälern die Kaufkraft der Haushalte, erhöhen die Kosten der Unternehmen und können den Rückgang der Inflation verzögern.

Damit bleiben wichtige Voraussetzungen für eine kräftigere Binnenkonjunktur eingeschränkt. Die schwache private Nachfrage erschwert eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft.

Banken und Versicherungen verlieren an Zuversicht

Zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigen sich im Oktober deutliche Unterschiede. Besonders stark verschlechtern sich die Erwartungen für Banken und Versicherungen, nachdem beide Branchen zuvor kräftige Zuwächse verzeichnet hatten.

Der Erwartungssaldo für Banken sinkt um 18,4 Punkte auf 34,5 Punkte. Bei Versicherungen beträgt der Rückgang neun Punkte auf 37,4 Punkte. Beide Branchen bleiben damit trotz der Einbußen im positiven Bereich.

Auch Dienstleistungen und Telekommunikation verzeichnen eine schwächere Einschätzung. Ihre Erwartungsindikatoren verlieren gegenüber September 6,8 beziehungsweise 8,2 Punkte.

Stahlindustrie und Elektrobranche mit positiven Signalen

Während sich die Aussichten für den privaten Konsum verschlechtern, entwickeln sich einzelne Industriebereiche günstiger. Insbesondere die Stahl- und Metallproduktion sowie die Elektrobranche erhalten in der aktuellen ZEW-Umfrage positivere Bewertungen.

Damit zeigt sich zu Beginn des vierten Quartals ein uneinheitliches Branchenbild. Schwächere Erwartungen im Dienstleistungs- und Finanzsektor stehen einer verbesserten Einschätzung ausgewählter Industriezweige gegenüber.

Auch Konjunkturerwartungen für Eurozone sinken

Nicht nur in Deutschland lässt die wirtschaftliche Zuversicht nach. Für die Eurozone fällt der ZEW-Erwartungsindikator im Oktober um 7,3 Punkte auf 18,5 Punkte.

Die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage verändert sich dagegen nur geringfügig. Der entsprechende Saldo sinkt um 0,9 Punkte auf minus 14,8 Punkte.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse eine weiterhin fragile Konjunkturerholung. Trotz verbesserter Lageeinschätzung in Deutschland bleiben hohe Energiekosten, zurückhaltender Konsum und schwache Investitionen wesentliche Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

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