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Adidas bestätigt Rekordumsatz und hebt Gewinnprognose an

Eingang eines Büro von Adidas
Foto: adidas

Key takeaways

➟ Der Sportartikelhersteller erzielt neue Höchstwerte bei Umsatz und operativem Gewinn. Besonders der Onlinehandel und das Bekleidungsgeschäft wachsen kräftig, während eine Zollerstattung die Profitabilität zusätzlich stärkt und Investitionen ermöglicht.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Sportartikelkonzern Adidas hat im dritten Quartal 2026 neue Höchstwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis erreicht. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 7,25 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei sieben Prozent. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 37 Prozent auf erstmals mehr als eine Milliarde Euro in einem Quartal.

Auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Die operative Marge stieg von 11,1 auf 13,9 Prozent. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen legte um 48 Prozent auf 711 Millionen Euro zu. Nach der starken Entwicklung hat Adidas seine bereits am 20. Oktober angehobene Jahresprognose bestätigt.

Sportbekleidung und Performance-Geschäft treiben Wachstum

Besonders dynamisch entwickelte sich das Bekleidungsgeschäft. Hier erzielte Adidas im dritten Quartal ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 19 Prozent. Gefragt waren insbesondere Produkte aus den Bereichen Fußball, Originals, Running und Training.

Das Performance-Geschäft wuchs insgesamt um 14 Prozent. Zweistellige Zuwächse in den Kategorien Laufen, Training und Fußball trugen wesentlich dazu bei. Neue Laufschuhmodelle der Adizero-Reihe sowie Trikots und Fanartikel großer Fußballvereine unterstützten die Nachfrage.

Im Lifestyle-Segment stiegen die Erlöse um drei Prozent. Während Bekleidung aus der Originals-Kollektion kräftig zulegte, blieb das Geschäft mit Freizeitschuhen durch hohe Lagerbestände und umfangreiche Rabattaktionen im Gesamtmarkt belastet.

Der Schuhumsatz stagnierte insgesamt. Adidas begrenzte bewusst die Warenlieferungen an Großhandelspartner, um den Preisdruck auf seine Produkte zu reduzieren. Im eigenen Direktvertrieb erhöhte sich der Schuhumsatz dagegen um sechs Prozent.

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Onlinehandel wächst um 18 Prozent

Der Direktvertrieb an Endkunden entwickelte sich erneut deutlich stärker als das Großhandelsgeschäft. Der währungsbereinigte Umsatz über eigene Verkaufskanäle stieg im dritten Quartal um 17 Prozent.

Im E-Commerce erreichte Adidas ein Wachstum von 18 Prozent. Die eigenen stationären Geschäfte legten um 16 Prozent zu. Auch auf vergleichbarer Verkaufsfläche verzeichnete der Konzern zweistellige Zuwächse in sämtlichen Filialformaten.

Das Großhandelsgeschäft wuchs dagegen lediglich um zwei Prozent. Insbesondere in Europa blieb Adidas bei der Belieferung seiner Handelspartner zurückhaltend, um hohe Warenbestände und zusätzliche Preisnachlässe zu vermeiden.

Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Direktvertriebs für das Unternehmen. Höhere Vollpreisverkäufe und ein günstigerer Vertriebskanalmix wirkten sich zugleich positiv auf die Bruttomarge aus.

Zollerstattung verbessert Bruttomarge deutlich

Die Bruttomarge erhöhte sich im dritten Quartal um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent. Dazu trug neben dem Vollpreisgeschäft eine Erstattung amerikanischer Zölle von rund 200 Millionen Euro bei.

Gegenläufig wirkten ungünstige Wechselkurse und höhere US-Einfuhrzölle. Dennoch konnte Adidas seine Profitabilität erheblich steigern.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um acht Prozent auf 2,95 Milliarden Euro. Im Verhältnis zum Umsatz gingen sie jedoch von 41,3 auf 40,7 Prozent zurück.

Nach den umfangreichen Marketingaktivitäten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft normalisierten sich die Ausgaben planmäßig. Die Marketing- und Point-of-Sale-Kosten lagen bei 833 Millionen Euro und entsprachen 11,5 Prozent des Umsatzes.

Das operative Ergebnis erreichte mit 1,01 Milliarden Euro einen neuen Quartalsrekord. Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg von 2,57 auf 4,06 Euro.

Neunmonatsumsatz erreicht 20,6 Milliarden Euro

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erwirtschaftete Adidas einen Umsatz von 20,59 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Wachstum von zehn Prozent und einem währungsbereinigten Anstieg von elf Prozent.

Besonders stark entwickelte sich erneut der Direktvertrieb. Hier stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 21 Prozent, darunter 23 Prozent im Onlinehandel und 19 Prozent im eigenen Einzelhandel.

Regional erzielte Adidas hohe Wachstumsraten in Lateinamerika, Japan und Südkorea sowie China und Nordamerika. Europa entwickelte sich mit einem Plus von zwei Prozent deutlich verhaltener.

Das Betriebsergebnis erhöhte sich im Neunmonatszeitraum um 21 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro. Die operative Marge verbesserte sich auf 11,1 Prozent.

Gleichzeitig reduzierte Adidas seine Lagerbestände gegenüber dem Vorquartal um vier Prozent auf 5,74 Milliarden Euro. Das Aktienrückkaufprogramm im Umfang von einer Milliarde Euro wurde abgeschlossen.

Adidas erwartet 2,5 Milliarden Euro Betriebsergebnis

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Adidas weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum zwischen neun und zehn Prozent. Das erwartete Betriebsergebnis wurde gegenüber der ursprünglichen Prognose von rund 2,3 auf etwa 2,5 Milliarden Euro angehoben.

Die Verbesserung beruht sowohl auf einer höheren operativen Profitabilität als auch auf der Zollerstattung. Insgesamt sieht Adidas ein Ergebnispotenzial von rund 2,6 Milliarden Euro, will davon jedoch etwa 100 Millionen Euro im vierten Quartal in zusätzliche Zukunftsinitiativen investieren.

Vorstandschef Bjørn Gulden setzt weiterhin auf Produktinnovationen, lokale Marktstrategien und eine disziplinierte Steuerung des Großhandelsgeschäfts. Trotz des schwierigen Marktumfelds bei Lifestyle-Schuhen sieht sich der Konzern damit auf Kurs, seine mittelfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen.

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