Apple hat eine neue Generation seines MacBook Pro vorgestellt und integriert erstmals einen Touchscreen in seine professionelle Notebookreihe. Die Geräte kombinieren ein neu entwickeltes Tandem-OLED-Display mit den Prozessoren M5 Pro und M5 Max sowie erweiterten Funktionen für künstliche Intelligenz. Damit verändert der Technologiekonzern ein Bedienkonzept, das seine Mac-Computer über viele Jahre geprägt hat.
Die neuen Modelle mit 14,2 und 16,3 Zoll kommen am 6. November 2026 in den Handel. Vorbestellungen sind seit dem 28. Oktober möglich. Die Preise beginnen in Deutschland bei 3.299 Euro. Apple richtet sich insbesondere an professionelle Anwender aus Medienproduktion, Design, Forschung und Softwareentwicklung.
Touchscreen verändert die Bedienung des MacBook
Bislang hatte Apple seine MacBooks konsequent auf Tastatur, Trackpad und Maus ausgerichtet. Mit der neuen Generation können Nutzer erstmals direkt auf dem Bildschirm scrollen, Inhalte vergrößern oder Bedienelemente auswählen. Die bisherigen Eingabemethoden bleiben vollständig erhalten.
Die Touchsensorik ist direkt in das Display integriert, um Eingaben möglichst verzögerungsarm zu verarbeiten. Ein überarbeitetes Scharnier soll den Bildschirm bei Berührungen stabilisieren. Gleichzeitig ermöglicht macOS 27 die grundlegende Touchbedienung bestehender Programme. Entwickler erhalten zusätzliche Schnittstellen für angepasste Anwendungen.
Damit nähert Apple das MacBook funktional dem iPad Pro an. Zugleich übernimmt der Konzern eine Technologie, die bei hochwertigen Windows-Notebooks bereits seit Jahren verbreitet ist. Entscheidend wird sein, ob die Integration einen spürbaren Produktivitätsgewinn ermöglicht.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Tandem-OLED und M5-Chips steigern die Leistung
Das neue PROLED XDR Display basiert auf einer Tandem-OLED-Konstruktion mit zwei selbstleuchtenden Pixelebenen. Nach Herstellerangaben erreicht es bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit und ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1. Die adaptive Bildwiederholrate reicht bis 120 Hertz. Eine optionale Nanotextur-Beschichtung soll störende Spiegelungen reduzieren.
Für die Rechenleistung sorgen die neuen M5-Pro- und M5-Max-Prozessoren. Sie sind für anspruchsvolle Aufgaben wie 3D-Rendering, Videobearbeitung und wissenschaftliche Berechnungen ausgelegt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der lokalen Verarbeitung von KI-Anwendungen, die dadurch teilweise ohne externe Rechenzentren auskommen sollen.
Je nach Ausstattung bietet Apple bis zu 128 Gigabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher und 16 Terabyte SSD-Speicher. Trotz der zusätzlichen Technik sollen die Notebooks dünner und leichter sein. Die maximale Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 24 Stunden an. Hinzu kommen Thunderbolt 5, HDMI, Wi-Fi 7 und ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern.
macOS 27 bringt Dynamic Island und erweiterte KI
Mit dem neuen Betriebssystem macOS 27 erweitert Apple die KI-Funktionen seiner Computer. Eine überarbeitete Siri-Version soll komplexere Anfragen bearbeiten, Informationen aus unterschiedlichen Anwendungen verknüpfen und wiederkehrende Aufgaben automatisieren können.
Erstmals integriert Apple außerdem die vom iPhone bekannte Dynamic Island in ein MacBook. Der interaktive Bereich am oberen Bildschirmrand bündelt laufende Aktivitäten, Mediensteuerung und den Zugriff auf KI-Funktionen.
Allerdings stehen nicht sämtliche Neuerungen unmittelbar weltweit zur Verfügung. Insbesondere die erweiterten Siri-Funktionen starten zunächst mit regionalen und sprachlichen Einschränkungen. Für bestimmte serverbasierte KI-Dienste könnten langfristig zusätzliche Gebühren anfallen.
Premiumpreise eröffnen Chancen für den Fachhandel
Apple positioniert die neuen Geräte weiterhin im hochpreisigen Notebooksegment. Für den Fachhandel ergeben sich daraus insbesondere im Geschäft mit Unternehmen und professionellen Anwendern zusätzliche Möglichkeiten. Neben dem Hardwareverkauf können Beratung, Geräteeinrichtung, Finanzierung und ergänzende Dienstleistungen zur Wertschöpfung beitragen.
Ob die neue Touchfunktion tatsächlich einen stärkeren Austausch vorhandener Geräte auslöst, bleibt offen. Gerade professionelle Kunden dürften ihre Kaufentscheidung weiterhin vor allem von Leistung, Softwarekompatibilität und wirtschaftlichem Nutzen abhängig machen.
Apple verschärft Wettbewerb im Premiumsegment
Mit dem Touchscreen erweitert Apple die Einsatzmöglichkeiten seines MacBook Pro und erhöht zugleich den Wettbewerbsdruck auf etablierte Windows-Anbieter wie Lenovo, HP, Dell und Microsoft. Diese verfügen bereits über umfangreiche Erfahrungen mit berührungsempfindlichen Notebookdisplays.
Apple versucht sich vor allem durch die enge Abstimmung von Hardware, Betriebssystem und eigener Prozessorarchitektur abzuheben. Die Kombination aus Touchbedienung, OLED-Technologie und lokaler KI-Verarbeitung soll insbesondere kreative und technisch anspruchsvolle Zielgruppen ansprechen.
Gleichzeitig könnte die neue Ausstattung die Abgrenzung zwischen MacBook Pro und iPad Pro verändern. Beide Produktfamilien überschneiden sich künftig stärker bei ihren Bedienmöglichkeiten. Für Apple wird daher entscheidend sein, den jeweiligen Nutzen klar zu vermitteln und die zusätzlichen Funktionen in professionelle Arbeitsabläufe einzubinden.





