Microsoft hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 92,3 Milliarden US-Dollar erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Geschäft: Die Erlöse von Microsoft Cloud stiegen um 30 Prozent auf 63,9 Milliarden Dollar. Auch die Nachfrage nach Azure und KI-Infrastruktur trug zur positiven Geschäftsentwicklung bei.
Das operative Ergebnis erhöhte sich um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg nach US-Rechnungslegungsstandards um 32 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar. Bereinigt um Auswirkungen der Beteiligungen an OpenAI erreichte Microsoft einen Gewinn von 36,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent.
Azure wächst um 48 Prozent
Die Cloud-Plattform Azure verzeichnete im Berichtsquartal einen Umsatzanstieg von 48 Prozent. Damit bleibt das Geschäft mit Cloud-Infrastruktur einer der wichtigsten Wachstumstreiber des Technologiekonzerns. Microsoft profitiert insbesondere von der Nachfrage nach Rechenleistung, Datenverarbeitung und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz.
Der gesamte Geschäftsbereich „Agents and Infra“ erwirtschaftete 76,8 Milliarden Dollar und damit 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Er umfasst wesentliche Teile des Cloud- und Unternehmensgeschäfts.
Auch die langfristig vertraglich vereinbarten Umsätze entwickelten sich dynamisch. Der sogenannte Commercial Remaining Performance Obligation, also der noch nicht realisierte Auftragsbestand aus bestehenden Kundenverträgen, stieg um 73 Prozent auf 677 Milliarden Dollar. Dieser Wert verdeutlicht das erhebliche Volumen bereits zugesagter Leistungen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Microsoft 365 profitiert vom Cloud-Geschäft
Neben Azure entwickelte sich auch das Geschäft mit cloudbasierten Produktivitätsanwendungen positiv. Die kommerziellen Cloud-Umsätze von Microsoft 365 stiegen auf berichteter Basis um 17 Prozent. Bereinigt um einen Sondereffekt aus der Umsatzrealisierung im Vorjahr betrug das Wachstum 18 Prozent.
Im Privatkundengeschäft legten die Cloud-Erlöse von Microsoft 365 ebenfalls um 17 Prozent zu. Die Cloud-Angebote für einzelne Branchen verzeichneten ein Umsatzwachstum von zehn Prozent.
Microsoft setzt strategisch verstärkt auf KI-Agenten, die komplexe Aufgaben innerhalb von Unternehmensanwendungen übernehmen können. Konzernchef Satya Nadella betonte dabei die Bedeutung von Sicherheit, Kontrolle und wirtschaftlicher Effizienz für Geschäftskunden.
Windows- und Geräteumsätze sinken deutlich
Während das Unternehmens- und Cloud-Geschäft expandierte, entwickelte sich der Bereich „Devices and Consumer“ rückläufig. Die Erlöse sanken um drei Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Windows OEM und Devices aus. Die Umsätze mit Windows-Lizenzen für PC-Hersteller und dem Gerätegeschäft verringerten sich zusammen um 22 Prozent. Auch die Erlöse aus Xbox-Inhalten und -Diensten lagen mit einem Minus von zwei Prozent unter dem Vorjahreswert.
Positive Impulse kamen dagegen aus dem Werbegeschäft. Die Such- und Werbeerlöse ohne Kosten für die Gewinnung von Werbetraffic erhöhten sich um zwölf Prozent. Damit konnte Microsoft zumindest einen Teil der schwächeren Entwicklung im Geräte- und Unterhaltungsgeschäft ausgleichen.
OpenAI-Beteiligungen beeinflussen das Ergebnis
Die Investitionen in OpenAI wirkten sich erneut auf die ausgewiesenen Geschäftszahlen aus. Microsoft unterscheidet deshalb zwischen Ergebnissen nach US-Rechnungslegungsstandards und bereinigten Kennzahlen, bei denen diese Beteiligungseffekte herausgerechnet werden.
Der ausgewiesene Gewinn je Aktie stieg um 32 Prozent auf 4,92 Dollar. Auf bereinigter Basis erhöhte er sich um 18 Prozent auf 4,89 Dollar. Im Vorjahresquartal hatten die OpenAI-Beteiligungen einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Ergebnisrechnung.
Insgesamt zeigt sich damit, dass Microsoft sowohl operativ als auch beim Gewinn weiter wächst. Die bereinigten Zahlen ermöglichen zugleich einen Vergleich der Geschäftsentwicklung ohne die schwankenden Bewertungseffekte aus den OpenAI-Investitionen.
Cloud-Nachfrage prägt weiteren Wachstumskurs
Microsoft sieht sich durch die Entwicklung im ersten Geschäftsquartal in seiner Strategie bestätigt. Finanzchefin Amy Hood erklärte, dass Umsatz, operatives Ergebnis und Gewinn je Aktie über den unternehmenseigenen Erwartungen gelegen hätten.
Die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten und KI-Infrastruktur dürfte auch in den kommenden Quartalen eine zentrale Rolle spielen. Der hohe vertragliche Auftragsbestand bietet dafür eine Grundlage, garantiert jedoch keine gleichmäßige Umsatzrealisierung.
An seine Aktionäre zahlte Microsoft im Berichtsquartal insgesamt 10,2 Milliarden Dollar durch Dividenden und Aktienrückkäufe zurück. Eine konkrete Finanzprognose für das folgende Quartal enthielt die vorgelegte Ergebnismitteilung noch nicht. Diese sollte im Rahmen der anschließenden Analystenkonferenz erläutert werden.




