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Amazon und AutoStore vereinbaren weltweite Zusammenarbeit bei Lagertechnik

Autostore Roboter
Foto: AutoStore

Key takeaways

Ein weltweiter Beschaffungsrahmen könnte AutoStore den Zugang zu Amazons internationalem Logistiknetz erleichtern. Konkrete Bestellungen oder Investitionsvolumen sind bislang jedoch nicht vereinbart. Parallel meldet der norwegische Automatisierungsspezialist kräftiges Wachstum und einen hohen Auftragsbestand.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Amazon hat mit dem norwegischen Lagerautomatisierungsspezialisten AutoStore eine globale strategische Liefervereinbarung geschlossen. Der Vertrag schafft die kommerziellen Voraussetzungen dafür, dass der Onlinehändler künftig Systeme und Lösungen von AutoStore für Logistikstandorte in verschiedenen Ländern beziehen kann.

Konkrete Bestellungen sind mit der Vereinbarung allerdings noch nicht verbunden, wie AutoStore in der Pressemitteilung betont. Weder Abnahmemengen noch Standorte, Investitionssummen oder ein Zeitplan für mögliche Installationen wurden festgelegt. Damit handelt es sich zunächst um einen weltweiten Beschaffungsrahmen und nicht um die Ankündigung eines umfassenden Rollouts.

AutoStore ergänzt Amazons Automatisierungsoptionen

AutoStore entwickelt automatisierte Lager- und Bereitstellungssysteme, bei denen Warenbehälter platzsparend in einem kubischen Raster übereinandergestapelt werden. Roboter bewegen sich auf der Oberseite der Anlage, entnehmen benötigte Behälter und transportieren sie zu Arbeitsstationen für die weitere Bearbeitung.

Die Technologie soll eine höhere Lagerdichte ermöglichen und zugleich manuelle Wege innerhalb von Logistikzentren reduzieren. Nach Unternehmensangaben sind weltweit rund 2.000 AutoStore-Systeme in 68 Ländern im Einsatz. Neben der Hardware baut der Anbieter sein Portfolio zunehmend um Software, künstliche Intelligenz und weitere Automatisierungslösungen aus.

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Keine Abnahmeverpflichtung vereinbart

Für Amazon erweitert der Vertrag die Auswahl verfügbarer Technologien für seine hochautomatisierte Fulfillment-Infrastruktur. Der Konzern entwickelt seit Jahren eigene Robotiklösungen, arbeitet daneben aber auch mit externen Technologieanbietern zusammen. AutoStore könnte künftig eine weitere Plattform für Lagerung und Warenbereitstellung liefern.

Wie umfangreich diese Zusammenarbeit tatsächlich wird, bleibt offen. AutoStore hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Vertrag keine verbindlichen Kaufzusagen von Amazon enthält. Künftige Bestellungen müssten daher separat erfolgen. Der bestehende Rahmen könnte entsprechende Beschaffungsprozesse an internationalen Standorten jedoch vereinfachen.

AutoStore wächst im zweiten Quartal kräftig

Die Vereinbarung wurde zeitgleich mit den Geschäftszahlen von AutoStore für das zweite Quartal 2026 bekannt. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 43 Prozent auf etwa 192 Millionen US-Dollar. Der Auftragseingang legte um rund 45 Prozent auf etwa 218 Millionen US-Dollar zu.

Ende des Quartals verfügte AutoStore über einen Auftragsbestand von rund 596 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge erreichte etwa 72 Prozent, die bereinigte EBITDA-Marge rund 45 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 strebt das Unternehmen einen Umsatz von ungefähr 700 Millionen US-Dollar an.

Automatisierung gewinnt im E-Commerce an Bedeutung

Der Ausbau automatisierter Lagertechnik wird für Händler und Logistikunternehmen zunehmend zu einem Hebel für Produktivität und Liefergeschwindigkeit. Steigende Personalkosten, teure Logistikflächen und höhere Anforderungen an Verfügbarkeit und Lieferzeiten erhöhen den Druck, vorhandene Standorte effizienter zu nutzen.

Systeme mit hoher Lagerdichte können dabei helfen, den Durchsatz zu steigern, ohne Flächen und Personal im gleichen Verhältnis auszubauen. Gerade bei großen internationalen Logistiknetzen können Produktivitätsfortschritte an einzelnen Standorten durch eine breitere Einführung erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur entfalten.

Potenzial der Partnerschaft bleibt offen

Für AutoStore stellt die Vereinbarung mit einem der weltweit größten E-Commerce- und Logistikunternehmen eine strategisch bedeutende Referenz dar. Amazon wiederum erhält Zugang zu einer etablierten Technologie, ohne sich bereits auf ein bestimmtes Beschaffungsvolumen festzulegen.

Ob daraus ein großflächiger Einsatz in Amazons internationalem Fulfillment-Netz entsteht, lässt sich derzeit nicht ableiten. Die Vereinbarung zeigt jedoch, dass der Konzern bei der Weiterentwicklung seiner Logistik neben eigenen Robotiksystemen auch externe Automatisierungstechnologien berücksichtigt.

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