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Deutsche Weinernte steigt – bleibt aber unter langjährigen Durchschnitt

Nahaufnahme einer Weinrebe
Foto: Pixabay

Key takeaways

➟ Deutschland erwartet 2026 eine Weinernte von acht Millionen Hektolitern. Während Rheinhessen, Pfalz und Baden höhere Erträge prognostizieren, rechnen Mosel und Franken mit deutlichen Rückgängen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die deutschen Weinbaubetriebe rechnen 2026 mit einer Ernte von rund acht Millionen Hektolitern Weinmost. Das wären fünf Prozent mehr als im Vorjahr, jedoch vier Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Grundlage ist die zweite Ernteschätzung des Statistischen Bundesamtes.

Das Weinjahr war bislang von hohen Temperaturen und Trockenheit geprägt. Der Wassermangel führte vielerorts zu kleineren Traubenbeeren und begrenzte damit die Erträge. Gleichzeitig könnte die höhere Konzentration der Inhaltsstoffe eine gute Weinqualität begünstigen.

Rheinhessen und Pfalz bleiben größte Anbaugebiete

Mehr als die Hälfte der erwarteten deutschen Weinernte stammt aus Rheinhessen und der Pfalz. Für Rheinhessen werden 2,4 Millionen Hektoliter prognostiziert, für die Pfalz 2,1 Millionen Hektoliter. Zusammen erreichen beide Regionen einen Anteil von 56 Prozent.

Weitere bedeutende Anbaugebiete sind Baden mit 1,2 Millionen Hektolitern und Württemberg mit 772.000 Hektolitern. Gemeinsam stehen diese Regionen für knapp ein Viertel der deutschen Weinmostproduktion.

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Deutliche Erntezuwächse in Pfalz und Baden

In sieben deutschen Anbaugebieten erwartet Destatis höhere Erntemengen als 2025. Besonders stark fällt der Zuwachs in der Pfalz aus, wo die Produktion um 214.000 Hektoliter beziehungsweise elf Prozent steigen dürfte.

Baden verzeichnet voraussichtlich ein Plus von 171.000 Hektolitern oder 17 Prozent. In Rheinhessen wird ein Anstieg um 141.000 Hektoliter beziehungsweise sechs Prozent erwartet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Erntemengen in Rheinhessen und der Pfalz bereits 2025 deutlich zurückgegangen waren.

Auch Württemberg, Rheingau, Hessische Bergstraße und Mittelrhein rechnen mit höheren Erträgen. Die regionalen Entwicklungen fallen damit trotz der insgesamt schwierigen Witterungsbedingungen unterschiedlich aus.

Mosel, Franken und Ahr erwarten Ernterückgänge

Während mehrere große Weinregionen Zuwächse melden, zeichnen sich andernorts deutliche Verluste ab. An der Mosel dürfte die Ernte um 119.000 Hektoliter beziehungsweise 16 Prozent sinken. In Franken wird ein Rückgang um 73.000 Hektoliter oder 19 Prozent erwartet.

Besonders stark fällt die prozentuale Abnahme an der Ahr aus. Dort könnte die Erntemenge gegenüber 2025 um die Hälfte zurückgehen. Auch Saale-Unstrut mit minus 22 Prozent und Sachsen mit minus 14 Prozent rechnen mit geringeren Erträgen.

Riesling und Dornfelder legen bei Erntemengen zu

Nach der aktuellen Schätzung entfallen rund 5,6 Millionen Hektoliter beziehungsweise 70 Prozent der deutschen Weinmosternte auf weiße Rebsorten. Die übrigen 2,4 Millionen Hektoliter stammen aus roten Rebsorten.

Beim Riesling erwartet Destatis einen Anstieg um acht Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter. Auch Dornfelder dürfte mit einem Plus von neun Prozent auf 601.000 Hektoliter zulegen.

Rückgänge werden dagegen für Grünen Silvaner und Blauen Portugieser prognostiziert. Beim Silvaner sinkt die erwartete Ernte um fünf Prozent auf 304.000 Hektoliter, beim Portugieser um drei Prozent auf 173.000 Hektoliter.

Wetterrisiken können endgültige Ernte noch verändern

Die vorläufigen Ergebnisse beruhen auf den Einschätzungen freiwilliger Ernteberichterstatter. Da die Erhebung vor Abschluss der Weinlese erfolgte, können sich die tatsächlichen Erträge noch verändern.

Neben anhaltender Trockenheit beeinflussen insbesondere Hagel, Starkregen, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge die Erntemengen. Größere flächendeckende Schäden wurden bislang nicht festgestellt, allerdings traten regional begrenzte Hagelereignisse auf.

Die endgültige Weinmosternte kann deshalb von den September-Prognosen abweichen. Insgesamt deutet die aktuelle Schätzung auf eine leichte Erholung gegenüber 2025 hin, ohne dass das durchschnittliche Ernteniveau der vergangenen Jahre erreicht wird.

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