Der europäische Onlinehandel bekommt einen weiteren Wettbewerber: Mit easyShop.com ist heute ein neuer Online-Marktplatz in 21 europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, offiziell gestartet. Hinter dem Vorhaben steht die von easyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou aufgebaute easy-Markenfamilie. Die Plattform positioniert sich als Alternative zu etablierten Handelsmarktplätzen wie Amazon.
Bereits im Juni hatte der Konzern den Start des neuen Onlineshops für das vierte Quartal angekündigt. Nun ist die Plattform nach einer schrittweisen Einführung offiziell verfügbar und zählt nach Unternehmensangaben bereits mehrere Hundert aktive Händler.
Marktplatz ohne eigene Handelsaktivitäten
easyShop setzt auf ein Geschäftsmodell, bei dem der Plattformbetreiber weder eigene Warenbestände unterhält noch Eigenmarken vertreibt. Sämtliche angebotenen Produkte stammen von unabhängigen Händlern, mit denen easyShop nach eigenen Angaben nicht in direkten Wettbewerb treten will.
Damit grenzt sich das Unternehmen insbesondere von Amazon ab, das neben seinem Marktplatzgeschäft auch selbst Waren verkauft. Die klare Trennung zwischen Plattformbetrieb und Handelsaktivitäten soll Verkäufern zusätzliche Planungssicherheit bieten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Händler erhalten Zugang zu 21 europäischen Märkten
Ein zentrales Verkaufsargument ist die vereinfachte internationale Expansion. Händler können über ein einziges Verkäuferkonto Kunden in bis zu 21 europäischen Ländern erreichen, ohne für jeden Markt eine separate Gesellschaft gründen zu müssen.
Die Plattform übernimmt nach Unternehmensangaben die automatische Berechnung der Umsatzsteuer. Dadurch sollen administrative Hürden beim grenzüberschreitenden Verkauf sinken, insbesondere für kleinere und mittelständische Handelsunternehmen.
Mit Blick auf Black Friday und das Weihnachtsgeschäft wirbt easyShop nun verstärkt um zusätzliche Verkäufer aus Großbritannien, Europa und weiteren internationalen Märkten.
OnCommerce übernimmt Technologie und Betrieb
Die technische und operative Verantwortung liegt bei OnCommerce, dem Unternehmen hinter dem britischen Online-Marktplatz OnBuy. Dessen Technologie bildet die Grundlage für easyShop und soll auch beim angekündigten Comet-Marktplatz eingesetzt werden.
Bereits bei der Ankündigung im Juni 2026 war die Partnerschaft mit OnBuy als wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells vorgestellt worden. Durch die Nutzung bestehender Marktplatztechnologie kann die easy-Marke ohne eigene Warenlager oder umfangreiche Handelsinfrastruktur in den europäischen E-Commerce einsteigen.
Millionen Produkte und Kundenprämien angekündigt
Verbrauchern verspricht easyShop ein breites Sortiment mit mehreren Millionen Artikeln unterschiedlicher Händler. Hinzu kommen laut Betreiber wettbewerbsfähige Preise, kostenlose Lieferung bei Millionen Produkten und flexible Zahlungsmöglichkeiten.
Außerdem sieht das Angebot Prämien für Einkäufe und verifizierte Kundenbewertungen vor. Mit diesen Leistungen will easyShop sowohl preisbewusste Verbraucher als auch Kunden etablierter Online-Marktplätze ansprechen.
easy-Marke setzt auf Wettbewerb mit Amazon
Stelios Haji-Ioannou überträgt mit easyShop das Herausforderer-Konzept seiner Markenfamilie auf den Onlinehandel. Bereits mit easyJet hatte der Unternehmer in den 1990er-Jahren einen etablierten Markt durch ein preisorientiertes Geschäftsmodell verändert.
OnCommerce-Chef Cas Paton sieht insbesondere im Verzicht auf eigene Handelsaktivitäten einen Wettbewerbsvorteil. Ob sich dieses Modell gegenüber Amazon und anderen großen Plattformen durchsetzen kann, hängt allerdings von der Händlerbeteiligung, dem Sortiment und der Kundenakzeptanz ab.






