Die rund 12.000 Beschäftigten der insolventen Warenhauskette Galeria können vorerst mit einer Absicherung ihrer Gehälter rechnen. Die Bundesagentur für Arbeit hat nach übereinstimmenden Medienberichten die Zahlung von Insolvenzgeld bewilligt. Die Auszahlung soll über eine Bank vorfinanziert werden, damit die Mitarbeiter möglichst zeitnah ihr Geld erhalten.
Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Fortführung des Geschäftsbetriebs erfüllt. Die bundesweit 83 Galeria-Warenhäuser bleiben zunächst geöffnet, während der vorläufige Insolvenzverwalter nach einer Lösung für das Unternehmen sucht. Die langfristige Zukunft zahlreicher Standorte bleibt allerdings ungewiss.
Insolvenzgeld soll Gehälter vorübergehend absichern
Das Insolvenzgeld ersetzt unter bestimmten Voraussetzungen ausstehende Arbeitsentgelte für einen Zeitraum von maximal drei Monaten. Die Leistung entspricht grundsätzlich dem Nettogehalt und wird durch die Bundesagentur für Arbeit finanziert.
Da der reguläre Anspruch erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entsteht, ist eine Vorfinanzierung über ein Kreditinstitut vorgesehen. Dafür werden die späteren Ansprüche der Beschäftigten an die Bank abgetreten. Galeria hatte die Septembergehälter noch Ende des vergangenen Monats ausgezahlt.
Die monatlichen Personalkosten des Unternehmens sollen laut WirtschaftsWoche bei knapp 25 Millionen Euro liegen. Noch in der Vorwoche hatten Insolvenzexperten Zweifel geäußert, ob eine Finanzierung über das Insolvenzgeld zustande kommen würde.
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Vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren
Galeria hatte am Anfang Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf erneut einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Gericht leitete daraufhin ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein.
Für die Warenhauskette ist es bereits das vierte Insolvenzverfahren innerhalb von sechs Jahren. Die erneute finanzielle Schieflage verdeutlicht die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des stationären Warenhausgeschäfts.
Durch die nun mögliche Absicherung der Personalkosten gewinnt die Insolvenzverwaltung Zeit für die Suche nach Investoren. Eine dauerhafte Sanierung oder die Fortführung sämtlicher Standorte ist damit jedoch nicht gewährleistet.
Lieferanten als mögliche Investoren im Gespräch
Als potenzielle Interessenten werden im Unternehmensumfeld mehrere Lieferanten gehandelt. Denkbar wäre demnach nach einem Bericht der WirtschaftsWoche ein gemeinsamer Einstieg verschiedener Hersteller, die Galeria als wichtigen Vertriebskanal erhalten möchten.
Zu den genannten Unternehmen gehört der Strumpfhersteller Falke, der sich zu entsprechenden Spekulationen nicht äußern wollte. Auch der Modeanbieter Roy Robson bestätigte keine konkreten Übernahmeabsichten und verzichtete auf eine weitergehende Stellungnahme.
Ob tatsächlich ein Konsortium zustande kommt und welche wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssten, ist bislang offen. Insolvenzverwalter Kebekus steht damit vor der Aufgabe, einen tragfähigen Investor und ein finanzierbares Filialnetz zu finden.
Zahlreiche Galeria-Standorte vor dem Aus
Selbst bei einer erfolgreichen Investorensuche gilt der Erhalt aller 83 Warenhäuser als unwahrscheinlich. Für etwa zehn Filialen laufen die Mietverträge bereits im Januar 2027 aus. Ihre Schließung war den Berichten zufolge schon vor dem erneuten Insolvenzantrag vorgesehen.
Weitere 24 Standorte gelten aufgrund unzureichender wirtschaftlicher Ergebnisse als gefährdet. Im Insolvenzverfahren könnten bislang langfristig bindende Mietverträge leichter beendet werden, wodurch zusätzliche Schließungen möglich werden.
Damit stehen insgesamt mehrere Dutzend Filialen unter erheblichem Druck. Welche Häuser tatsächlich aufgegeben werden, hängt von den weiteren Sanierungsverhandlungen und möglichen Investorenentscheidungen ab.
Insolvenzverwaltung gewinnt Zeit für Sanierung
Die Bewilligung des Insolvenzgeldes verhindert zunächst eine unmittelbare Zuspitzung der Personalkostenproblematik. Für Beschäftigte und Lieferanten bedeutet dies eine kurzfristige Stabilisierung, während der Warenhausbetrieb weiterläuft.
Eine langfristige Perspektive entsteht daraus allerdings noch nicht. Entscheidend werden nun die Investorensuche, die Verhandlungen über Mietverträge und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des verbleibenden Filialnetzes sein.





