Mit zunehmenden Hitzewellen wächst auch der Beratungsbedarf in deutschen Apotheken. Das zeigt der aktuelle Apothekenkonjunkturindex (APOkix) des IFH KÖLN. Vor allem Fragen zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken, zur richtigen Lagerung temperaturempfindlicher Medikamente und zu möglichen Wechselwirkungen bei hohen Temperaturen gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig sehen Apotheken ihre Rolle als wichtige Anlaufstelle für Aufklärung und Prävention weiter gestärkt.
Mehr Beratung zu Hitze und Arzneimitteln
Knapp ein Viertel der befragten Apotheken berichtet, dass die Nachfrage nach Beratungen zu Hitze und hitzebedingten Beschwerden in den vergangenen ein bis zwei Jahren gestiegen ist. Bei der Mehrheit blieb sie zwar stabil, dennoch erkennen viele Betriebe einen wachsenden Informationsbedarf.
Besonders deutlich zeigt sich dies beim Thema Arzneimittelsicherheit. Rund 81 Prozent der Apotheken sind der Ansicht, dass hitzebedingte Risiken bei Medikamenten künftig stärker berücksichtigt werden müssen. Ebenso viele sehen sich in der Verantwortung, insbesondere ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen aktiv über mögliche Gesundheitsgefahren aufzuklären.
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Schutz empfindlicher Medikamente gewinnt an Bedeutung
Die richtige Lagerung und der sichere Transport von Arzneimitteln spielen nach Angaben der Apotheken eine immer wichtigere Rolle. Bereits 87 Prozent beraten ihre Kundinnen und Kunden im Sommer gezielt zu diesem Thema. Gleichzeitig geben 80 Prozent an, dass vielen Menschen die Auswirkungen hoher Temperaturen auf Medikamente nicht ausreichend bekannt sind.
Auch innerhalb der Lieferketten messen Apotheken dem Hitzeschutz große Bedeutung bei. Fast alle Befragten vertrauen darauf, dass Arzneimittel beim eigenen Botendienst sachgerecht transportiert werden. Deutlich kritischer fällt dagegen die Einschätzung von Versandapotheken aus. Rund 91 Prozent bezweifeln, dass dort die vorgeschriebenen Temperaturvorgaben zuverlässig eingehalten werden.
Informationsangebote werden noch zu selten genutzt
Für Beratung und Prävention stehen Apotheken verschiedene Materialien und Handlungshilfen zur Verfügung. Besonders bekannt sind Informationsangebote der ABDA sowie der Musterhitzeschutzplan der Bundesapothekerkammer. Die tatsächliche Nutzung bleibt jedoch deutlich hinter dem Bekanntheitsgrad zurück.
Diejenigen Apotheken, die diese Angebote einsetzen, bewerten sie überwiegend positiv. Je nach Instrument halten zwischen 80 und 90 Prozent der Nutzer die bereitgestellten Informationen für hilfreich und praxisnah.
Geschäftslage bleibt insgesamt stabil
Neben dem Schwerpunkt Hitzeschutz untersucht der aktuelle APOkix auch die wirtschaftliche Lage der Apotheken. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage ging im August leicht zurück, während sich die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate verbesserten.
Insgesamt bleiben beide Konjunkturindikatoren auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Damit zeigt sich die wirtschaftliche Stimmung in den Apotheken trotz wachsender Herausforderungen weiterhin stabil.




