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BCG: Wachstum im globalen Zahlungsverkehr verlangsamt sich

Kartenzahlung mit kleinem mobilen Terminal
Foto: SumUp / Unsplash

Key takeaways

➟ Das Wachstum der Payments-Branche verlangsamt sich deutlich. Gleichzeitig erhöhen KI, Agentic Commerce und nationale Zahlungssysteme den Veränderungsdruck, während Investoren stärker auf Profitabilität und nachhaltige Wettbewerbsvorteile achten.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der weltweite Zahlungsverkehr wächst weiter, verliert aber deutlich an Dynamik. Nach dem Global Payments Report 2026 der Boston Consulting Group sollen die Branchenerträge bis 2030 auf rund 2,6 Billionen US-Dollar steigen. Das jährliche Wachstum dürfte dabei auf etwa fünf Prozent sinken, nachdem es in den vergangenen Jahren bei rund sieben Prozent lag. Gleichzeitig wächst der Druck auf Zahlungsdienstleister, ihre Profitabilität, technologische Positionierung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit nachzuweisen.

Wachstum verlagert sich in dynamischere Regionen

Die Unterschiede zwischen den Weltregionen werden größer. Europa und Nordamerika vereinen derzeit rund 85 Prozent des globalen Ertragspools, sollen bis 2030 aber nur noch um etwa fünf Prozent pro Jahr wachsen. Deutlich höhere Raten erwartet BCG im Nahen Osten und in Afrika mit acht Prozent sowie in Lateinamerika mit sieben Prozent.

Damit reicht eine breite internationale Präsenz allein nicht mehr aus. Zahlungsunternehmen müssen gezielter entscheiden, in welchen Märkten und Geschäftsmodellen sie investieren, weil Wachstum zunehmend auf bestimmte Regionen, Produkte und Kundengruppen konzentriert ist.

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Investoren bewerten Payments-Unternehmen vorsichtiger

Parallel zum langsameren Wachstum hat sich die Bewertung der Branche deutlich verändert. Viele börsennotierte Zahlungsdienstleister werden laut BCG rund 25 Prozent unter ihrem langfristigen Bewertungsdurchschnitt und fast 50 Prozent unter früheren Höchstständen gehandelt. Eine Rückkehr zu höheren Bewertungsniveaus könnte nach Berechnungen der Beratung rund 500 Milliarden US-Dollar zusätzliche Marktkapitalisierung freisetzen.

Gleichzeitig steigen die Kosten vieler Anbieter schneller als ihre Erlöse. Belastend wirken unter anderem höhere Personalausgaben, Cloud-Kosten und fragmentierte Technologiesysteme. Investoren achten deshalb stärker auf operative Effizienz, differenzierte Produkte und belastbare Wachstumsperspektiven.

Agentic Commerce wird zum Wettbewerbsfaktor

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend auch die Anforderungen der Händler an ihre Zahlungsdienstleister. Laut BCG würden 73 Prozent der befragten großen Händler ihren Acquirer wechseln, wenn ein anderer Anbieter sie besser auf Transaktionen vorbereiten könnte, die künftig von KI-Agenten im Auftrag der Verbraucher ausgelöst werden.

Für Zahlungsdienstleister entstehen dadurch neue Anforderungen an Authentifizierung, Tokenisierung und delegierte Einwilligungen. Acquirer und Payment Service Provider könnten sich über entsprechende Lösungen stärker differenzieren und einen größeren Anteil an agentenbasierten Transaktionen gewinnen.

KI automatisiert Prozesse im Transaction Banking

Auch im Firmenkundengeschäft eröffnet KI weiteres Automatisierungspotenzial. Besonders im Trade Finance waren viele Prozesse bislang durch Dokumentenprüfung und manuelle Bearbeitung geprägt. KI-basierte Systeme können diese Abläufe zunehmend automatisieren und auch bei Zahlungsreparaturen, Sanktionsprüfungen oder Compliance-Prozessen eingesetzt werden.

BCG erwartet deshalb, dass sich Transaction Banking stärker in Richtung automatisierter und agentenbasierter Prozesse entwickelt. Banken müssen ihre Plattformen dafür mit zusätzlichen Intelligenz- und Steuerungsebenen ausstatten, wenn sie auch in zunehmend maschinell gesteuerten Finanzprozessen relevant bleiben wollen.

Nationale Zahlungssysteme fragmentieren den Markt

Neben KI verändert auch der politische Wunsch nach größerer Kontrolle über Zahlungsinfrastrukturen die Branche. Weltweit verfügen inzwischen 137 Länder über rund um die Uhr verfügbare Instant-Payment-Systeme. Nationale und regionale Lösungen wie Indiens UPI oder neue Initiativen für grenzüberschreitende Zahlungen verringern langfristig die Abhängigkeit von wenigen globalen Netzwerken.

Für international tätige Zahlungsdienstleister erhöht diese Entwicklung die Komplexität. Wettbewerbsvorteile dürften künftig vor allem Anbieter erzielen, die ihren Kunden Zugang zu unterschiedlichen nationalen und internationalen Zahlungssystemen bieten können, ohne die wachsende technische und regulatorische Fragmentierung an sie weiterzugeben.

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