Beiersdorf hat im dritten Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 2,4 Milliarden Euro erzielt. Organisch entspricht dies einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Während die Hautpflegemarken Eucerin und Aquaphor sowie die Luxusmarke La Prairie deutlich zulegten, blieb NIVEA hinter dem Vorjahr zurück. Der Hamburger Konsumgüterkonzern sieht dennoch Fortschritte bei seiner Neuausrichtung und bestätigt die Jahresprognose.
Konzernumsatz erreicht nach neun Monaten 7,3 Milliarden Euro
Von Januar bis September erwirtschaftete Beiersdorf einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro. Auf organischer Basis lag dieser 2,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
Im Unternehmensbereich Consumer betrug der organische Umsatzrückgang im dritten Quartal 0,7 Prozent. Für die ersten neun Monate ergibt sich ein Minus von 2,9 Prozent.
Die Entwicklung innerhalb des Markenportfolios fiel unterschiedlich aus. Insbesondere das dermatologische Hautpflegegeschäft konnte die Schwäche bei NIVEA teilweise ausgleichen.
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Eucerin und Aquaphor wachsen um 10,6 Prozent
Das Derma-Geschäft setzte seinen Wachstumskurs fort und steigerte den organischen Umsatz im dritten Quartal um 10,6 Prozent. Beiersdorf profitierte dabei von einer breiten Nachfrage in verschiedenen Regionen und Produktkategorien.
In Nordamerika trug insbesondere die Erweiterung der Marke Aquaphor auf Körperpflegeprodukte zum Wachstum bei. Eucerin ergänzte sein Sortiment um DERMOPURE CLINICAL PROBIOM8 für zu Akne neigende Haut.
Die Innovation basiert auf Forschung zum Hautmikrobiom und einem patentierten kosmetischen Wirkstoff. Damit baut Beiersdorf seine Position im wissenschaftlich orientierten Hautpflegesegment weiter aus.
La Prairie profitiert vom chinesischen Markt
Auch die Luxuspflegemarke La Prairie beschleunigte ihre Entwicklung. Im dritten Quartal stieg der organische Umsatz um 8,5 Prozent, wobei China erneut der wichtigste Wachstumsmotor war.
Mit der im September eingeführten Produktlinie Swiss Pristine will die Marke zusätzlich jüngere Zielgruppen erreichen. Gleichzeitig sollen neue Vertriebsmöglichkeiten erschlossen werden.
Das Health-Care-Geschäft mit Hansaplast und Elastoplast entwickelte sich ebenfalls positiv. Unterstützt durch neue Produkte zur Wundversorgung wuchs der organische Umsatz um 5,7 Prozent.
NIVEA verliert 4,9 Prozent Umsatz
Die Kernmarke NIVEA verzeichnete im dritten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal verbesserte sich allerdings die Umsatzentwicklung.
Belastend wirkten weiterhin der Abbau von Lagerbeständen im Handel und Spannungen in den Vertriebskanälen. Beiersdorf erwartet, dass diese vorübergehenden Effekte bis zum Jahresende schrittweise nachlassen.
Gleichzeitig entwickelten sich die Einzelhandelsumsätze von NIVEA nach Unternehmensangaben weltweit positiv. Damit unterscheidet sich die Nachfrage der Verbraucher von den rückläufigen Auslieferungen des Herstellers an den Handel.
NIVEA setzt auf Innovationen und regionale Konzepte
Zur Wiederbelebung des Geschäfts verfolgt Beiersdorf einen umfassenden Turnaround-Plan. Im Mittelpunkt stehen Produktneuheiten, ein wettbewerbsfähiges Preis-Leistungs-Verhältnis und eine stärkere Anpassung an regionale Verbraucherwünsche.
Mit FACE+ wurde ein bereits in Wachstumsmärkten etabliertes Gesichtspflegekonzept nach Europa übertragen. Ergänzend setzt NIVEA mit der limitierten Reihe Sweet Treats auf duftorientierte Produkte für Dusche und Deodorants.
Auch die Markenkommunikation wird ausgebaut. Ab 2027 soll eine fünfjährige Partnerschaft zwischen NIVEA SUN und der Tour de France zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen.
tesa leidet unter Engpässen bei Halbleitern
Der Geschäftsbereich tesa musste im dritten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent hinnehmen. Hauptursache waren Lieferengpässe bei Halbleitern, die insbesondere das Geschäft mit der Elektronikindustrie beeinträchtigten.
Andere industrielle Anwendungen entwickelten sich dagegen stabiler. Im Automobilgeschäft sorgten neue Aufträge für Elektrofahrzeuge für zusätzliche Impulse.
Das Endkundengeschäft von tesa blieb aufgrund schwächerer Nachfrage außerhalb Europas hinter dem Vorjahr zurück. Die anhaltenden Engpässe könnten auch die Profitabilität des Gesamtjahres belasten.
Beiersdorf bestätigt Prognose für 2026
Für das Gesamtjahr erwartet Beiersdorf weiterhin einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte EBIT-Umsatzrendite des Konzerns soll mindestens 11,8 Prozent erreichen.
Im Consumer-Geschäft rechnet das Unternehmen mit einer bereinigten operativen Marge von mindestens 11 Prozent. Für tesa wird eine stagnierende bis leicht positive organische Umsatzentwicklung erwartet.
Entscheidend für das Schlussquartal bleibt die weitere Stabilisierung von NIVEA. Das starke Derma-Geschäft und die Erholung bei La Prairie liefern dem Konzern zugleich wichtige Wachstumsimpulse.



