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Finanzen der Gen Z: Automatisiertes Sparen und Mobile Banking prägen den Alltag

Junge Frau mit Smartphone und Kreditkarte
Foto: Unsplash

Key takeaways

➟ Eine Untersuchung von ING und Visa zeigt, wie die Gen Z ihre Finanzen organisiert. 64 Prozent sparen für Notfälle, 89 Prozent kontrollieren regelmäßig ihre Kontobewegungen und viele nutzen automatisierte Sparfunktionen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Junge Erwachsene in Deutschland organisieren ihre Finanzen überwiegend digital und legen besonderen Wert auf finanzielle Sicherheit. Das zeigen eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Visa und ING Deutschland sowie anonymisierte Daten von 1,1 Millionen ING-Kunden. Demnach kontrollieren 89 Prozent der 18- bis 30-Jährigen regelmäßig ihre Kontobewegungen, während Rücklagen für unerwartete Ausgaben zu den wichtigsten Sparzielen gehören.

Auch innerhalb der Familien verändert sich der Umgang mit Finanzwissen. Bereits 26 Prozent der jungen Erwachsenen beraten ihre Eltern oder andere Angehörige bei finanziellen Fragen. ING und Visa sehen darin einen Hinweis auf die zunehmende finanzielle Eigenständigkeit der Generation Z.

Automatisiertes Sparen gewinnt an Bedeutung

Viele junge Bankkunden setzen auf technische Unterstützung, um regelmäßig Geld zurückzulegen. Unter den jungen ING-Kunden nutzen 55 Prozent mindestens eine automatisierte Sparfunktion, beispielsweise einen Sparplan oder das automatische Aufrunden von Kartenzahlungen.

Bei solchen Verfahren werden Beträge ohne zusätzliche manuelle Überweisung auf ein Sparkonto übertragen. Dadurch lassen sich auch kleinere Summen kontinuierlich zurücklegen und Sparvorgänge in den Alltag integrieren.

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Wirtschaftliche Unsicherheit verändert Konsumverhalten

Die wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung beeinflusst die finanziellen Entscheidungen junger Erwachsener. Laut Umfrage haben 37 Prozent der Generation Z ihr Verhalten aufgrund der aktuellen Krisen angepasst.

Von dieser Gruppe achten 72 Prozent stärker auf ihre Ausgaben und reduzieren ihren Konsum. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere zu einer vorsichtigeren Verwendung verfügbarer Mittel führt.

Notfallrücklagen stehen vor Altersvorsorge

Finanzielle Sicherheit ist für viele junge Erwachsene das wichtigste Sparmotiv. Unter den Befragten, die Geld sparen oder anlegen, nennen 64 Prozent Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben als Ziel.

Damit liegt der finanzielle Notgroschen vor dem Wunsch nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit, den 54 Prozent angeben. Die langfristige Altersvorsorge folgt mit 53 Prozent und bleibt damit ebenfalls ein bedeutendes Sparziel.

Die Ergebnisse zeigen, dass kurzfristige Absicherung und langfristige Finanzplanung parallel verfolgt werden. Besonders die Möglichkeit, unerwartete Belastungen ohne zusätzliche Schulden zu bewältigen, steht bei vielen jungen Erwachsenen im Vordergrund.

Mehrheit der jungen ING-Kunden vermeidet Dispokredite

Auch beim Umgang mit Kontoüberziehungen zeigen die Daten ein zurückhaltendes Verhalten. Im ersten Halbjahr 2026 nahmen 85 Prozent der jungen ING-Kunden keinen Dispositionskredit in Anspruch.

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung ergänzen dieses Bild. Lediglich fünf Prozent der befragten 18- bis 30-Jährigen geben an, dass ihr Girokonto überzogen ist.

Die Zahlen beziehen sich allerdings auf unterschiedliche Datengrundlagen. Während die ING-Auswertung das tatsächliche Kontoverhalten ihrer Kunden betrachtet, erfasst die forsa-Umfrage die Angaben der Befragten zu ihrer finanziellen Situation.

Smartphone wird zur zentralen Bankschnittstelle

Bankgeschäfte werden von jungen Erwachsenen zunehmend über mobile Anwendungen abgewickelt. Bei der ING verwenden 74 Prozent der jungen Kunden ausschließlich die Banking-App für den Zugang zu ihrem Konto.

Auch kontaktlose Zahlungen über mobile Endgeräte sind verbreitet. Laut den ausgewerteten Daten haben 60 Prozent der 18- bis 30-Jährigen mit Zahlungskonto die Bezahlfunktion ihres Smartphones oder ihrer Smartwatch aktiviert.

Für Banken und Zahlungsdienstleister ergeben sich daraus steigende Anforderungen an mobile Angebote. Neben einer einfachen Bedienung spielen insbesondere die Sicherheit persönlicher Finanzdaten und die Zuverlässigkeit digitaler Anwendungen eine wichtige Rolle.

Regelmäßige Kontokontrolle gehört zum Finanzalltag

Ein weiteres Merkmal ist die häufige Überprüfung der eigenen finanziellen Situation. Laut forsa-Umfrage kontrollieren 89 Prozent der Generation Z ihre Kontobewegungen regelmäßig.

Die digitale Verfügbarkeit von Kontoinformationen erleichtert dabei den Überblick über Einnahmen, Ausgaben und mögliche finanzielle Engpässe. Gemeinsam mit automatisierten Sparfunktionen und einer zurückhaltenden Kreditnutzung ergibt sich ein Bild vergleichsweise strukturierter Finanzroutinen.

ING-Managerin Burcu Civelek Yüce sieht darin eine Veränderung der finanziellen Rollenverteilung innerhalb von Familien. Visa-Deutschlandchef Tobias Czekalla betont zugleich, dass junge Verbraucher digitale Finanzangebote nur dauerhaft nutzen werden, wenn diese sicher und verlässlich funktionieren.

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