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DoorDash und Instacart vor möglicher Fusion: US-Liefermarkt könnte sich neu ordnen

Tüte von Instacart gefüllt mit Lebensmitteln
Foto: Instacart

Key takeaways

➟ DoorDash verhandelt offenbar über die Übernahme von Instacart für rund 17 Milliarden Dollar. Ein Zusammenschluss könnte den US-Lebensmittelhandel verändern und den Wettbewerb mit Amazon und Walmart verschärfen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der US-Konzern DoorDash, zu dem neben dem gleichnamigen Lieferdienst auch Wolt und Deliveroo gehören, führt offenbar fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme von Instacart. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters könnte der Kaufpreis bei rund 17 Milliarden US-Dollar liegen.

Ein Zusammenschluss würde zwei bedeutende Plattformen für Restaurant- und Lebensmittellieferungen verbinden. Eine verbindliche Vereinbarung wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben.

DoorDash will Lebensmittelgeschäft ausbauen

DoorDash hat sein ursprüngliches Restaurantgeschäft bereits um Lieferangebote für Supermärkte, Drogerien und andere Einzelhändler erweitert. Zu den Handelspartnern gehören unter anderem Aldi, Kroger, Target und CVS.

Mit Instacart könnte der Konzern zusätzliche Kundenbeziehungen und eine etablierte Infrastruktur für Online-Lebensmitteleinkäufe gewinnen. Beide Plattformen verfügen außerdem über Werbeangebote und Daten zum Einkaufsverhalten.

Eine gemeinsame Plattform könnte Restaurantbestellungen, Lebensmittel und weitere Handelsprodukte stärker miteinander verknüpfen. Für Händler wären zusätzliche Reichweite und neue digitale Vertriebsmöglichkeiten denkbar.

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Kaufpreis liegt deutlich unter früherer Bewertung

Instacart wurde während des Pandemiebooms 2021 zeitweise mit rund 39 Milliarden Dollar bewertet. Der nun diskutierte Übernahmepreis von 17 Milliarden Dollar liegt erheblich darunter.

Gegenüber dem Börsenwert vor Bekanntwerden der Gespräche von ungefähr zwölf bis 13 Milliarden Dollar würde DoorDash allerdings einen deutlichen Aufschlag zahlen. Die endgültigen Konditionen sind noch offen.

An der Börse reagierten Anleger unterschiedlich auf die Berichte. Während Instacart zeitweise rund acht Prozent gewann, verlor die DoorDash-Aktie ungefähr sechs Prozent.

Instacart wächst trotz stärkerer Konkurrenz

Der 2012 gegründete Lebensmittellieferdienst profitierte während der Corona-Pandemie erheblich von der steigenden Nachfrage nach Onlinebestellungen. Seit seinem Börsengang 2023 steht das Unternehmen unter zunehmendem Wettbewerbsdruck.

In den Jahren 2024 und 2025 wuchs der Umsatz jeweils um rund elf Prozent. Im zweiten Quartal 2026 erreichte Instacart Erlöse von mehr als einer Milliarde Dollar, etwa 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neben DoorDash und Uber Eats konkurriert Instacart mit den Lieferangeboten von Amazon und Walmart. Gleichzeitig entwickeln große Supermarktketten eigene digitale Bestellmöglichkeiten.

Wettbewerb mit Amazon und Walmart verschärft sich

Ein gemeinsames Unternehmen könnte Lieferkapazitäten effizienter nutzen und Kunden ein breiteres Sortiment anbieten. DoorDash würde damit seine Position gegenüber den großen amerikanischen Handelskonzernen ausbauen.

Amazon und Walmart verfügen allerdings über eigene Logistiknetze und umfangreiche Kundenbeziehungen. DoorDash und Instacart sind dagegen stärker auf die Zusammenarbeit mit unabhängigen Händlern angewiesen.

Für Einzelhändler hätte eine Fusion unterschiedliche Folgen. Zusätzliche Bestellungen wären ebenso möglich wie eine stärkere Abhängigkeit von Plattformgebühren und bezahlter Sichtbarkeit.

Kartellbehörden könnten Fusion prüfen

Ein wesentliches Hindernis sind mögliche wettbewerbsrechtliche Einwände. Beide Unternehmen konkurrieren bereits heute bei der digitalen Vermittlung von Lebensmittelbestellungen.

US-Behörden könnten deshalb untersuchen, ob eine Übernahme den Wettbewerb einschränkt oder die Verhandlungsmacht gegenüber Händlern und Lieferpartnern erhöht. Bereits frühere Gespräche im Jahr 2021 waren unter anderem durch regulatorische Bedenken belastet.

Entscheidend dürfte sein, wie die zuständigen Behörden den relevanten Markt abgrenzen. Eine Genehmigung ist derzeit keineswegs gesichert.

Uber offenbar nicht mehr im Rennen

Auch Uber, das ebenfalls den deutschen Lieferdienstkonzern Delivery Hero übernehmen will, wurde zwischenzeitlich als möglicher Käufer von Instacart gehandelt. Nach Medienberichten werden entsprechende Gespräche inzwischen jedoch nicht mehr aktiv geführt.

DoorDash könnte damit derzeit der wichtigste Übernahmeinteressent sein. Berichten zufolge befinden sich die Unternehmen bereits in exklusiven Verhandlungen.

Instacart beendet Geschäft mit intelligenten Einkaufswagen

Unabhängig von den Übernahmegesprächen plant Instacart die Einstellung seines Caper-Cart-Geschäfts bis Ende des zweiten Quartals 2027. Die intelligenten Einkaufswagen sollten den stationären Einkauf durch automatische Produkterfassung vereinfachen.

Für die Abwicklung erwartet das Unternehmen vorsteuerliche Belastungen zwischen 55 und 80 Millionen Dollar. Ein direkter Zusammenhang mit den Übernahmeverhandlungen ist nicht bestätigt.

Fusion könnte Handelsplattformen stärken

Für DoorDash wäre der Kauf ein bedeutender Schritt zur umfassenden Liefer- und Handelsplattform. Instacart könnte seine Händlerpartnerschaften und Werbetechnologie in ein größeres Netzwerk einbringen.

Ob die Transaktion zustande kommt, hängt von einer endgültigen Einigung und möglichen regulatorischen Prüfungen ab. Für den Einzelhandel würde ein Zusammenschluss vor allem die Bedeutung digitaler Kundenzugänge und Lieferplattformen weiter erhöhen.

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