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Fast jeder fünfte Jugendliche ab 15 Jahren nutzt Einweg-Vapes

Frau dampfend mit Einweg Vape
Foto: i Chiara Summer / Unsplash

Key takeaways

➟ Laut einer Präventionsstudie nutzen 19,4 Prozent der 15- bis 17-Jährigen monatlich Einweg-Vapes. Die DAK warnt vor Mischkonsum und fordert ein Aromaverbot für E-Zigaretten zum Schutz Minderjähriger.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Einweg-E-Zigaretten sind unter Schülerinnen und Schülern in Deutschland das am häufigsten genutzte Nikotinprodukt. Laut dem aktuellen Präventionsradar der DAK-Gesundheit haben 8,9 Prozent der 11- bis 17-Jährigen innerhalb eines Monats mindestens einmal eine Einweg-Vape verwendet. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren liegt der Anteil mit 19,4 Prozent deutlich höher.

Die Ergebnisse stammen aus einer Schulbefragung des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Schuljahr 2025/26. Besonders kritisch bewerten die Wissenschaftler, dass viele Jugendliche neben Einweg-Vapes weitere nikotinhaltige Produkte konsumieren.

Einweg-Vapes bei älteren Jugendlichen besonders verbreitet

Die Untersuchung zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während 4,9 Prozent der 11- bis 14-Jährigen innerhalb der vergangenen 30 Tage Einweg-E-Zigaretten genutzt haben, beträgt der entsprechende Anteil bei den 15- bis 17-Jährigen 19,4 Prozent.

Damit ist der monatliche Konsum bei den älteren Jugendlichen ungefähr viermal so häufig. Über sämtliche untersuchten Altersgruppen hinweg liegt die Nutzungsquote bei 8,9 Prozent.

Einweg-Vapes sind elektronische Geräte, mit denen Flüssigkeiten erhitzt und als Aerosol inhaliert werden. Anders als wiederaufladbare Modelle sind sie für eine begrenzte Nutzungsdauer ausgelegt und werden anschließend entsorgt.

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Aromen und Kühlstoffe erhöhen die Attraktivität

Nach Einschätzung des IFT-Nord tragen insbesondere fruchtige und süße Geschmacksrichtungen zur Beliebtheit der Produkte bei. Auch kühlende Zusätze wie Menthol können den beim Inhalieren wahrgenommenen Reiz des Nikotins abschwächen.

Die Wissenschaftler sehen darin einen möglichen Faktor für den Einstieg in den Nikotinkonsum. Zusätzlich könnten die bislang vergleichsweise niedrigen Verkaufspreise dazu beitragen, dass Einweg-E-Zigaretten für Jugendliche attraktiv erscheinen.

IFT-Nord-Leiter Professor Reiner Hanewinkel kritisiert, dass die Wirkung solcher Zusätze auf die Attraktivität für Minderjährige bei regulatorischen Entscheidungen bislang nicht ausreichend berücksichtigt werde. Die gesundheitliche Bewertung einzelner Inhaltsstoffe allein erfasse diesen Aspekt nicht.

Mischkonsum kann das Abhängigkeitsrisiko steigern

Ein weiterer Befund betrifft die gleichzeitige Verwendung verschiedener Nikotinprodukte. Viele Jugendliche, die Einweg-Vapes konsumieren, greifen zusätzlich zu wiederverwendbaren E-Zigaretten oder herkömmlichen Tabakzigaretten.

Dieser Mischkonsum kann mit einer höheren gesamten Nikotinaufnahme verbunden sein. Nach Einschätzung der Studienautoren steigt dadurch möglicherweise auch das Risiko, eine Nikotinabhängigkeit zu entwickeln.

Besonders problematisch ist ein früher Beginn des regelmäßigen Konsums. Eine bereits im Jugendalter entstandene Abhängigkeit kann sich langfristig verfestigen und spätere Entwöhnungsversuche erschweren.

DAK fordert vollständiges Verbot von Aromastoffen

DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm spricht sich angesichts der Ergebnisse für strengere Vorgaben beim Verkauf von E-Zigaretten aus. Er begrüßt die geplante Erhöhung der Tabaksteuer, hält höhere Preise allein jedoch nicht für ausreichend.

Aus seiner Sicht sollten Aromastoffe in E-Zigaretten grundsätzlich verboten werden. Damit will die Krankenkasse verhindern, dass süße, fruchtige oder kühlende Geschmacksrichtungen den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern.

Die DAK verweist dabei auf bestehende Einschränkungen für bestimmte Aromen in klassischen Tabakzigaretten. Nach Auffassung der Krankenkasse sollten vergleichbare Schutzmaßnahmen auch für elektronische Nikotinprodukte gelten.

Neue Tabakverordnung sieht bislang Grenzwerte vor

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat arbeitet derzeit an einer fünften Änderung der Tabakerzeugnisverordnung. Der vorliegende Entwurf sieht für bestimmte Inhaltsstoffe in E-Zigaretten Höchstmengen vor, jedoch kein umfassendes Verbot von Aromen, Menthol und den meisten synthetischen Kühlstoffen.

Nach Einschätzung des IFT-Nord orientieren sich die vorgesehenen Grenzwerte vor allem an toxikologischen Kriterien. Die mögliche Anziehungskraft der Geschmacksstoffe auf Kinder und Jugendliche werde dabei nicht ausreichend berücksichtigt.

Damit stehen unterschiedliche regulatorische Ansätze zur Diskussion. Während der Verordnungsentwurf auf Mengenbegrenzungen setzt, fordert die DAK weitergehende Einschränkungen, um den Einstieg Minderjähriger in den Nikotinkonsum zu erschweren.

Präventionsradar zeigt Handlungsbedarf beim Jugendschutz

Die Ergebnisse des DAK-Präventionsradars verdeutlichen die Verbreitung von Einweg-E-Zigaretten unter Jugendlichen, insbesondere in den höheren Altersgruppen. Zugleich weist die Untersuchung auf mögliche zusätzliche Risiken durch den parallelen Konsum mehrerer Nikotinprodukte hin.

Für die weitere Regulierung rücken damit neben gesundheitlichen Inhaltsstoffgrenzen auch Preise und Geschmacksrichtungen in den Mittelpunkt. Welche Maßnahmen den Konsum unter Minderjährigen tatsächlich reduzieren können, muss anhand ihrer späteren Wirkung bewertet werden.

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