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Metro distanziert sich von Millionenzahlung der russischen Ex-Tochtergesellschaft

Grosses METRO Logo auf einem Gebaeude
Foto: METRO

Key takeaways

➟ Metro Russland hat rund elf Millionen Euro an eine Organisation zur Unterstützung russischer Streitkräfte überwiesen. Die Düsseldorfer Konzernzentrale distanziert sich und verweist auf die staatliche Zwangsverwaltung.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die russische Tochtergesellschaft des Düsseldorfer Großhandelskonzerns Metro hat letzte Woche umgerechnet rund 11,1 Millionen Euro an eine Organisation überwiesen, die russische Militäreinheiten im Krieg gegen die Ukraine unterstützt. Die Metro AG distanziert sich ausdrücklich von der Zahlung.

Hintergrund ist die seit Ende September 2026 bestehende staatliche Zwangsverwaltung des Russland-Geschäfts. Nach eigenen Angaben besitzt die deutsche Konzernzentrale seither keinen Einfluss mehr auf operative Entscheidungen.

Eine Milliarde Rubel für kriegsunterstützende Organisation

Nach russischen Medienberichten vom 23. Oktober überwies Metro Russland eine Milliarde Rubel an den Fonds „Volksfront. Alles für den Sieg!“. Die Organisation gehört zum Umfeld der kremlnahen Allrussischen Volksfront.

Die Mittel sollen unter anderem für Kommunikationsgeräte, Fahrzeuge und technische Ausrüstung russischer Streitkräfte verwendet werden. Damit dient die Zahlung nach den veröffentlichten Angaben unmittelbar der materiellen Unterstützung militärischer Einheiten.

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Metro-Zentrale weist Verantwortung zurück

Die Metro AG erklärte ebenfalls am 23. Oktober, dass die Überweisung weder mit der Konzernführung abgestimmt noch von ihr genehmigt worden sei. Das Unternehmen lehne jede finanzielle Unterstützung des russischen Krieges gegen die Ukraine ab.

Als Grund für den fehlenden Einfluss nennt Metro die staatlich angeordnete Übernahme der Geschäftsführung in Russland. Die deutsche Muttergesellschaft sei zwar weiterhin formale Eigentümerin, könne jedoch keine operativen Entscheidungen mehr treffen.

Ob sich aus der Zahlung rechtliche Konsequenzen ergeben, ist derzeit offen. Entscheidend wären unter anderem die tatsächlichen Kontrollverhältnisse und die anwendbaren Sanktionsvorschriften.

Russische Behörden kontrollieren 91 Metro-Märkte

Am 28. September 2026 stellte Russland die Vermögenswerte der Metro-Landesgesellschaft per Präsidialerlass unter vorläufige staatliche Verwaltung. Die operative Verantwortung ging auf UK Torg RUS über.

Nach Angaben von Metro gehört diese Gesellschaft Johannes Tholey, dem bisherigen Geschäftsführer des Russland-Geschäfts. Damit bleibt eine bekannte Führungsperson beteiligt, allerdings unter veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen.

Metro ist seit 2001 in Russland vertreten und betreibt dort 91 Großhandelsmärkte mit rund 9.000 Beschäftigten. Zu den Kunden gehören insbesondere Gastronomiebetriebe und selbstständige Einzelhändler.

Russland-Geschäft erwirtschaftete 2,6 Milliarden Euro

Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Metro in Russland einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Gemessen am weltweiten Konzernumsatz von 32,4 Milliarden Euro entsprach dies einem Anteil von ungefähr acht Prozent.

Damit war Russland weiterhin ein wirtschaftlich bedeutender Markt für den Großhändler. Der Kontrollverlust wirft nun Fragen zur Bewertung der dortigen Vermögenswerte und zu möglichen Auswirkungen auf die Konzernbilanz auf.

Formal bestehende Eigentumsrechte bedeuten nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen seine Tochtergesellschaft wirtschaftlich beherrscht. Genau diese Trennung prägt inzwischen die Situation von Metro.

Auch andere westliche Unternehmen betroffen

Russland hat in den vergangenen Jahren weitere Vermögenswerte internationaler Unternehmen unter staatliche Verwaltung gestellt. Nach den vorliegenden Berichten gehören dazu Aktivitäten von Nestlé, Auchan und FM Logistic.

Bei anderen betroffenen Gesellschaften wurden ebenfalls Zahlungen an Organisationen bekannt, die russische Kriegsaktivitäten unterstützen. Für die ursprünglichen Eigentümer entstehen dadurch zusätzliche Reputationsrisiken.

Selbst ohne operative Entscheidungsbefugnisse bleiben die jeweiligen Tochtergesellschaften häufig mit den bekannten Konzernmarken verbunden. Die öffentliche Wahrnehmung lässt sich daher nicht vollständig von den tatsächlichen Kontrollverhältnissen trennen.

Neuer Metro-Chef steht vor schwieriger Aufgabe

Der Vorfall fällt in die ersten Wochen der Amtszeit von Eric Riegger. Er übernahm am 1. Oktober 2026 den Vorstandsvorsitz von Steffen Greubel.

Neben den wirtschaftlichen Folgen der Zwangsverwaltung muss die Konzernführung nun auch mögliche Compliance- und Reputationsrisiken bewerten. Dabei steht insbesondere die nachvollziehbare Abgrenzung der Verantwortlichkeiten im Mittelpunkt.

Weitere Entwicklung bleibt ungewiss

Die staatliche Verwaltung des russischen Geschäfts ist formal als vorläufige Maßnahme ausgestaltet. Ob und wann Metro die Kontrolle über seine Märkte zurückerlangen kann, ist bislang nicht absehbar.

Die Millionenzahlung verdeutlicht die Folgen dieser Situation. Metro bleibt mit seinem Namen in Russland präsent, während wesentliche Entscheidungen nach Konzernangaben außerhalb seines Einflussbereichs getroffen werden.

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