Der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland setzt seinen Wachstumskurs fort und entwickelt sich deutlich besser als der Gesamtlebensmittelhandel. Laut aktuellen Zahlen des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 3,8 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr ergibt sich damit ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bio übertrifft Gesamtmarkt deutlich
Während der gesamte Lebensmittelmarkt im gleichen Zeitraum lediglich auf Höhe der Inflationsrate wuchs, hebt sich das Bio-Segment klar ab. Die Entwicklung zeigt, dass Bio-Produkte auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten eine stabile Nachfrage genießen und für viele Verbraucher weiterhin Priorität haben.
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Drogeriemärkte als Wachstumstreiber
Besonders dynamisch entwickelten sich erneut die Drogeriemärkte, die ein Umsatzplus von knapp 20 Prozent verzeichneten. Erweiterte Sortimente in Bereichen wie Snacks, pflanzliche Produkte, Babynahrung und Tee tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Dennoch bleibt der klassische Lebensmitteleinzelhandel dominierend, angeführt von Vollsortimentern und Discountern.
Vollsortimenter gewinnen an Dynamik
Im zweiten Quartal konnten Vollsortimenter stärker wachsen als Discounter. Ein Grund dafür ist der Ausbau preisgünstiger Bio-Eigenmarken, mit denen Handelsketten ihre Wettbewerbsposition stärken. Insgesamt halten sie den größten Marktanteil im Bio-Segment, gefolgt von Discountern und dem Fachhandel.
Fachhandel unter Druck durch Strukturwandel
Der spezialisierte Bio-Fachhandel behauptet sich weiterhin, verzeichnet jedoch erstmals seit der Pandemie leichte Rückgänge auf bestehenden Flächen. Neben der schwachen Konsumstimmung spielt auch ein struktureller Wandel im Markt eine zunehmende Rolle.
Rahmenbedingungen und politische Kritik
Branchenvertreter sehen die positive Marktentwicklung im Kontrast zu politischen Rahmenbedingungen. Kritisiert werden unter anderem Förderungen konventioneller Landwirtschaft sowie mangelnde Fortschritte bei der Ausweitung ökologischer Anbauflächen. Gleichzeitig bleibt das langfristige Ziel bestehen, den Anteil des Öko-Landbaus deutlich auszubauen.






