Die Zahl gefälschter Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr ist im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wurden rund 30.000 falsche Scheine mit einem Nennwert von insgesamt 1,75 Millionen Euro festgestellt. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 sank die Zahl der Fälschungen um 4,3 Prozent, die Schadenssumme verringerte sich um 5,0 Prozent.
50-Euro-Schein bleibt häufigste Fälschung
Mit 14.222 sichergestellten Exemplaren entfiel fast die Hälfte aller gefälschten Banknoten auf den 50-Euro-Schein. Dahinter folgten 20-Euro-Banknoten mit 7.355 Fällen und 100-Euro-Scheine mit 5.043 Exemplaren.
Auffällig entwickelte sich insbesondere die 100-Euro-Banknote. Während die Fälschungszahlen bei allen anderen Stückelungen zurückgingen, registrierte die Bundesbank hier einen Anstieg um 61 Prozent gegenüber dem vorherigen Halbjahr.
Insgesamt bleibt das Falschgeldaufkommen bei Banknoten nach Einschätzung der Bundesbank niedrig. Rechnerisch wurden sieben falsche Scheine je 10.000 Einwohner und Jahr festgestellt.
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Einfache Fälschungen weiterhin im Umlauf
Leicht zugenommen hat der Anteil schlicht produzierter Fälschungen. Neben Varianten mit bekannten Kennzeichnungen wie ‚MovieMoney‘ oder ‚Prop copy‘ tauchen zunehmend Scheine mit Aufdrucken wie ‚Facsimile‘ oder ‚Geçersiz‘ auf.
Solche Exemplare verfügen laut Bundesbank über keine nachgebildeten Sicherheitsmerkmale und lassen sich deshalb bei einer sorgfältigen Prüfung vergleichsweise einfach identifizieren.
Zahl gefälschter Münzen steigt um 8,6 Prozent
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei Münzen. Im ersten Halbjahr 2026 stellte die Bundesbank 64.878 gefälschte Münzen im Zahlungsverkehr fest. Im vorherigen Halbjahr waren es rund 59.700 gewesen. Damit erhöhte sich die Zahl um 8,6 Prozent.
Mit Abstand am häufigsten betroffen war die 2-Euro-Münze. Auf sie entfielen 59.092 und damit gut 91 Prozent der registrierten Münzfälschungen. Hinzu kamen 5.615 falsche 1-Euro-Münzen und 171 gefälschte 50-Cent-Stücke.
Rechnerisch kamen damit jährlich etwa 15 falsche Münzen auf jeweils 10.000 Einwohner.
Bundesbank empfiehlt ‚Fühlen-Sehen-Kippen‘
Da Empfänger für angenommenes Falschgeld keinen Ersatz erhalten, empfiehlt die Bundesbank, verdächtige Banknoten anhand mehrerer Sicherheitsmerkmale zu kontrollieren. Dabei gilt das Prinzip ‚Fühlen-Sehen-Kippen‘. Ein Vergleich mit einem zweifelsfrei echten Geldschein kann zusätzliche Sicherheit geben.
Hinweise auf gefälschte Scheine können unter anderem ungewöhnliches Papier, ein fehlendes Wasserzeichen oder ein nicht vorhandener Farbwechseleffekt der Smaragdzahl sein.
Bei Münzen können eine unsaubere oder verschwommene Prägung sowie auffällige magnetische Eigenschaften auf eine Fälschung hindeuten. Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind lediglich schwach magnetisch.
Kostenlose Schulungen zur Falschgeldprävention
Die Bundesbank bietet über ihre Filialen kostenlose Schulungen zur Erkennung und Prävention von Falschgeld an. Das Angebot richtet sich unter anderem an Kreditwirtschaft und Einzelhandel sowie weitere Interessierte. Ergänzend stehen digitale Lernangebote zur Verfügung.
Für Händler und Beschäftigte mit regelmäßigem Bargeldkontakt bleibt die Prüfung von Banknoten und Münzen damit relevant: Zwar ist die Zahl falscher Scheine zuletzt gesunken, bei Münzfälschungen zeigt die Entwicklung dagegen nach oben.






