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YouGov-Report: LEH im Wandel zwischen Discount und Digitalisierung

Kunde mit mobiler Bezahlung per Smartphone im Supermarkt
Foto: Jack Sparrow / Pexels

Key takeaways

Der aktuelle YouGov Behavior Change Report zeigt: Preisbewusstsein eint alle Altersgruppen im DACH-Lebensmitteleinzelhandel – doch beim Einkaufserlebnis und in den Erwartungen an Sortiment und Service klaffen die Wünsche junger und älterer Kunden weit auseinander. Händler müssen diese Unterschiede aktiv adressieren, um beide Zielgruppen langfristig zu binden.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Im Lebensmitteleinzelhandel der DACH-Region bleibt der Preis das entscheidende Kriterium – sowohl für jüngere als auch für ältere Kunden. Doch der aktuelle YouGov Behavior Change Report zeigt: Hinter der gemeinsamen Preisorientierung verbergen sich zwei deutlich unterschiedliche Kundengruppen, deren Einkaufsverhalten, Ansprüche und Zukunftserwartungen stark variieren.

Discounter als Schnittmenge, aber unterschiedliche Dynamiken

Sowohl Gen Z als auch die älteren Generationen bevorzugen beim Einkauf weiterhin Discounter. 29 Prozent der unter 35-Jährigen planen, dort künftig häufiger einzukaufen – ein Nettoanstieg von 19 Prozentpunkten. Auch bei den über 55-Jährigen verzeichnet dieses Format ein Plus, wenn auch moderater mit 9 Prozentpunkten. Der Discounter bleibt damit für beide Gruppen der stabile Ankerpunkt preisbewussten Konsums.

In anderen Formaten gehen die Präferenzen jedoch auseinander: Während ältere Kunden Super- und Hypermärkte zunehmend meiden, zeigen sich Jüngere offen für deren Comeback – vorausgesetzt, das Angebot wird attraktiver gestaltet. Der Bedarf an Differenzierung auf Händlerseite wächst.

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Erwartungshaltung an Services und Atmosphäre divergiert

Auch beim Einkaufserlebnis offenbaren sich deutliche Unterschiede. Für jüngere Konsumenten steht Effizienz im Vordergrund: 27 Prozent nennen schnellere Kassiervorgänge als wichtigste Verbesserung. Ältere Kunden hingegen schätzen Orientierung und Übersichtlichkeit im Markt. So wünschen sich 26 Prozent eine vertraute Ladenstruktur, 25 Prozent weniger verwirrende Gänge. Über alle Altersklassen hinweg bleibt freundliches Personal ein zentraler Faktor für Kundenzufriedenheit.

Zwischen Produktvielfalt und Technologietauglichkeit

Wenn es um Sortiment und Innovation geht, zeigen jüngere Verbraucher eine hohe Offenheit. Sie interessieren sich stärker für neue Produktkategorien wie Kosmetik oder Sportartikel und erwarten Impulse jenseits des klassischen Lebensmittelangebots. Ältere Kunden bleiben bei bekannten Sortimenten wie Haushaltswaren. Relevanz schlägt für beide Gruppen reine Vielfalt.

Technologie spielt für beide Altersgruppen eine zunehmend wichtige Rolle. Während 43 Prozent der Gen Z personalisierte Angebote und KI-basierte Services befürworten, sind es bei den über 55-Jährigen immerhin 14 Prozent. Datenschutz und Kontrollierbarkeit sind dabei altersübergreifend wichtig: 36 Prozent der Jüngeren und 39 Prozent der Älteren fordern hier Transparenz.

Fazit: Balance statt Spagat

Die Studie macht deutlich: Händler stehen vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen standardisierten Preisvorteilen und zielgruppenspezifischen Services zu finden. Dr. Marc Knuff von YouGov bringt es auf den Punkt: „Generationale Unterschiede im Einkaufsverhalten spiegeln nicht Gegensätze, sondern unterschiedliche Prioritäten wider.“ Die Handelsstrategie der Zukunft muss diese Unterschiede aktiv einbeziehen, um Relevanz für beide Kundengruppen zu sichern.

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