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TÜV SÜD und Accenture entwickeln KI-Lösung für Lagerautomatisierung

Lagerhalle mit Logistikmitarbeitern und Roboters
Foto: Accenture

Key takeaways

➟ TÜV SÜD und Accenture entwickeln mit NVIDIA-Technologie eine digitale Sicherheitslösung für autonome Roboter. Simulationen und KI sollen Zertifizierungen vereinfachen und automatisierte Fabriken früher betriebsbereit machen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

TÜV SÜD und das Beratungsunternehmen Accenture arbeiten an einer digitalen Lösung, die Sicherheitsprüfungen und Zertifizierungen automatisierter Fabriken und Lager beschleunigen soll. Das auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 vorgestellte Konzept trägt den Namen Physical AI Safety Suite und kombiniert digitale Zwillinge, künstliche Intelligenz und Simulationstechnologien von NVIDIA.

Ziel ist es, autonome mobile Roboter (AMR) und andere intelligente Maschinen schneller und sicherer in bestehende Betriebsabläufe zu integrieren. Nach Schätzungen von TÜV SÜD könnten Produktionsanlagen durch die digitale Prüfung bis zu 30 Prozent früher in Betrieb gehen.

Digitale Simulation ersetzt Teile manueller Prüfungen

Bislang erfordert die Sicherheitsbewertung automatisierter Anlagen häufig mehrwöchige Abstimmungen zwischen Herstellern, Betreibern und Prüfstellen. Besonders aufwendig sind die Validierung von Sicherheitskonzepten und die Vorbereitung der Zertifizierungsunterlagen.

Die neue Plattform soll Teile dieser Prozesse digitalisieren. Virtuelle Anlagenmodelle ermöglichen es, mögliche Gefahren bereits während der Planung zu erkennen und notwendige Anpassungen vor der Installation vorzunehmen.

Grundlage bleiben geltende Sicherheitsstandards wie ISO 3691-4 für fahrerlose Flurförderzeuge. TÜV SÜD übernimmt weiterhin die unabhängige Bewertung und trägt die Verantwortung für die Zertifizierung.

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Drei Prüfebenen für automatisierte Anlagen

Das Konzept umfasst drei miteinander verbundene Sicherheitsebenen. Zunächst werden komplette Fabrik- und Lagerlayouts virtuell untersucht. Dabei prüft die Software unter anderem Fahrwege, Sicherheitsabstände und gemeinsam von Menschen und Robotern genutzte Arbeitsbereiche.

Auf der zweiten Ebene werden ganze Roboterflotten simuliert. So lassen sich kritische Situationen erkennen, etwa wenn Beschäftigte durch fahrende Roboter eingeschlossen werden könnten.

Während des laufenden Betriebs sollen zusätzliche Kameras und KI-Systeme gefährliche Situationen frühzeitig identifizieren. Die Anlagensteuerung könnte dadurch schneller auf Risiken reagieren.

Die dritte Ebene konzentriert sich auf einzelne Roboter. Hier werden unterschiedliche Betriebsbedingungen wie Geschwindigkeit, Beladung, Bodenbeschaffenheit und Beleuchtung getestet.

NVIDIA liefert Simulations- und KI-Technologie

Für die virtuelle Sicherheitsprüfung setzen die Partner auf mehrere NVIDIA-Plattformen. Dazu gehören Omniverse für digitale Anlagenmodelle, Isaac Sim für Robotersimulationen und Cosmos zur Modellierung komplexer Umgebungen.

Ergänzend sollen NVIDIA Halos und die Edge-KI-Plattform IGX Thor eine kontinuierliche Sicherheitsüberwachung ermöglichen.

KI-Agenten können dabei Informationen fest installierter Kameras auswerten und die Wahrnehmung einzelner Roboter erweitern. Dadurch sollen auch Gefahren erkannt werden, die außerhalb ihres direkten Sensorbereichs liegen.

Die Simulation zahlreicher Betriebsszenarien soll zudem helfen, Sicherheitskomponenten bereits vor dem Bau physischer Prototypen optimal zu positionieren.

Sicherheitsprobleme früher erkennen

TÜV-SÜD-Chef Patrick Vollmer sieht in simulationsgestützten Prüfverfahren die Möglichkeit, Sicherheitsanforderungen bereits in frühen Entwicklungsphasen systematisch zu berücksichtigen.

Auch Accenture betont den wirtschaftlichen Nutzen. Werden Sicherheitsprobleme erst nach der Installation erkannt, können aufwendige Umbauten und zusätzliche Stillstandszeiten entstehen.

Durch die frühzeitige virtuelle Überprüfung sollen Unternehmen solche Nacharbeiten reduzieren und Automatisierungsprojekte schneller umsetzen können.

Physische KI gewinnt in Produktion und Logistik an Bedeutung

Die Kooperation ist Teil der zunehmenden Verbreitung sogenannter Physical AI. Darunter fallen Technologien, mit denen Roboter ihre Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und sich an veränderte Betriebsbedingungen anpassen können.

Accenture hat dafür bereits ein spezialisiertes Kompetenzzentrum aufgebaut, das entsprechende Anwendungen für Produktions- und Logistikstandorte entwickelt.

Mit der Physical AI Safety Suite wollen die Partner insbesondere die Einführung autonomer Robotersysteme vereinfachen. Die angekündigte Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent ist bislang eine Schätzung von TÜV SÜD. Ergebnisse aus einem breiten Praxiseinsatz oder konkrete Angaben zu den Implementierungskosten wurden nicht veröffentlicht.

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