Niklas Östberg bleibt entgegen früherer Pläne doch Vorstandschef von Delivery Hero. Das Berliner Unternehmen teilte heute mit, dass der Mitgründer und langjährige CEO das Unternehmen auch in der nächsten Phase weiterführen wird. Hintergrund sind die laufende Übernahme durch Uber sowie parallel geplante Transaktionen mit SSW Partners. Ursprünglich hatte Östberg im April seinen Rückzug angekündigt.
Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund begründet die Entscheidung mit Östbergs langjähriger Erfahrung und seiner engen Verbindung zum Unternehmen. Gerade während der laufenden Transaktionen soll er Kontinuität sichern und Delivery Hero durch den anstehenden Umbau führen.
Östberg spricht von neuer Energie
Östberg selbst erklärte, dass er sich seit der Uber-Übernahmeankündigung wieder stärker auf die interne Entwicklung des Unternehmens konzentriert habe. Im Mittelpunkt stünden die Organisation, das Kundenerlebnis und die sogenannte „Everyday-App-Strategie“.
Nach seiner Einschätzung zeigen sich dabei inzwischen sichtbare Fortschritte. Wachstum und Profitabilität hätten sich beschleunigt, weshalb er nun stärker motiviert sei, Delivery Hero weiter durch die nächste Phase zu führen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Uber bietet 41,50 Euro je Aktie
Der Führungswechsel fällt in eine entscheidende Phase für Delivery Hero. Uber hat den Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar angeboten. Daraus ergibt sich ein vollständig verwässerter Eigenkapitalwert von rund 13 Milliarden Euro. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen das Übernahmeangebot grundsätzlich.
Die geplante Kombination würde die Plattformen beider Unternehmen über Mobilität, Essenslieferung und Quick Commerce hinweg zusammenführen. Nach Angaben der Unternehmen kämen sie gemeinsam auf Aktivitäten in 99 Ländern und ein Pro-forma-GMV von 236 Milliarden US-Dollar für 2025.
SSW übernimmt Geschäfte in 14 Märkten
Parallel zur Uber-Transaktion soll SSW Partners Geschäftsbereiche von Delivery Hero in 14 Märkten übernehmen. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten von foodora, Glovo, PedidosYa und Yemeksepeti. Die Transaktion ist an den erfolgreichen Abschluss des Uber-Angebots gekoppelt.
Uber soll dagegen Geschäfte in 50 Märkten übernehmen. Der Konzern hat sich außerdem verpflichtet, den Berliner Hauptsitz von Delivery Hero mindestens bis 2029 zu erhalten und bis 2031 insgesamt 2 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren.
Delivery Hero bleibt bis zum Abschluss eigenständig geführt
Bis zum Abschluss der Übernahme bleibt Delivery Hero operativ eigenständig. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben und weiterer Bedingungen. Der Vollzug wird derzeit für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
Mit dem Verbleib Östbergs setzt Delivery Hero in dieser Übergangsphase auf Kontinuität an der Unternehmensspitze. Für den Konzern geht es nun darum, operative Verbesserungen fortzusetzen und gleichzeitig die Vorbereitung auf die Übernahme durch Uber und den Verkauf weiterer Märkte an SSW zu steuern.




