Die US-Mobilitätsplattform Uber treibt seine Expansion im Liefergeschäft weiter voran und plant die vollständige Übernahme von Delivery Hero. Nachdem erst letzte Woche die Verhandlungen beider Unternehmen bestätigt wurde, soll nun ein global führender Anbieter für Mobilität, Essenslieferungen und Quick Commerce entstehen.
Bereits vor drei Monaten hatte Delivery Hero eingeräumt, ein indikatives Angebot von Uber erhalten zu haben. Seither hat der Konzern die Beteiligung kontinuierlich ausgebaut und zählt aktuell bereits zu den größten Anteilseignern des Berliner Unternehmens.
Milliardenangebot für Delivery Hero
Uber bietet den Aktionären von Delivery Hero 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von rund 13 Milliarden Euro und beinhaltet einen deutlichen Aufschlag auf den bisherigen Börsenkurs. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen die Transaktion grundsätzlich und wollen den Aktionären die Annahme empfehlen, sobald die finalen Angebotsunterlagen vorliegen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Globaler Plattformanbieter entsteht
Durch die geplante Kombination entsteht ein Konzern, der in 99 Ländern aktiv ist und ein gemeinsames Geschäftsvolumen von rund 236 Milliarden US-Dollar erreicht. Ziel ist es, die Stärken beider Unternehmen zu bündeln: Ubers globale Plattform und Mobilitätsnetzwerke sollen mit den regional starken Marken und der Quick-Commerce-Kompetenz von Delivery Hero kombiniert werden.
Strategische Neuausrichtung mit Verkäufen
Parallel zur Übernahme ist eine Neuordnung einzelner Märkte geplant. Der Investor SSW Partners übernimmt die Aktivitäten von Delivery Hero in 14 Ländern, in denen es Überschneidungen mit Uber gibt. Diese Transaktion hat ein Volumen von rund 1,4 Milliarden Euro und soll kartellrechtliche Anforderungen erfüllen sowie die Integration erleichtern.
Standortgarantien und Investitionen
Uber hat zugesichert, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin mindestens bis 2029 zu erhalten und keine Änderungen an der Belegschaft vorzunehmen. Darüber hinaus plant das Unternehmen Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro in Deutschland bis 2031, unter anderem in Technologie, Personal und neue Mobilitätslösungen wie autonome Fahrzeuge.
Wettbewerb und Skaleneffekte im Fokus
Der Liefermarkt gilt als stark umkämpft und von Skaleneffekten geprägt. Durch den Zusammenschluss wollen beide Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und Innovationen beschleunigen. Kunden sollen von einem erweiterten Angebot, besseren Services und höherer Verfügbarkeit profitieren.
Abschluss für 2027 erwartet
Der Vollzug der Transaktion hängt noch von regulatorischen Genehmigungen sowie einer Mindestannahmequote der Aktionäre ab. Nach aktuellem Stand wird ein Abschluss in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 erwartet. Bis dahin bleiben beide Unternehmen operativ unabhängig tätig.




