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Berichte: Depot-Inhaber Gries stellt CEO inmitten der Insolvenz frei

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Foto: rclassenlayouts / depositphotos.com

Key takeaways

Mitten in der laufenden Restrukturierung verschärft sich die Krise bei Depot offenbar weiter. Medienberichten nach soll nach der Freistellung des CEO Eigentümer Christian Gries erneut die Kontrolle übernehmen, während Filialschließungen und ein schwieriges Marktumfeld zusätzlichen Druck erzeugen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Krise beim Deko- und Einrichtungsspezialisten Depot erreicht eine neue Eskalationsstufe. Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung, hat Eigentümer Christian Gries CEO Marco de Benedetti freigestellt. Der Manager war erst im Frühjahr 2025 zur Geschäftsführung gestoßen und sollte die nach der ersten Insolvenz eingeleitete Neuaufstellung des Unternehmens begleiten.

Offenbar galt de Benedetti intern bereits als weitgehend entmachtet. Aus Unternehmenskreisen hieß es zuletzt, der Geschäftsführer sei nicht mehr in wesentliche Entscheidungen eingebunden gewesen und habe sich überwiegend mit der Abwicklung der zur Schließung vorgesehenen Standorte beschäftigt.

Führungswechsel während laufender Sanierung

Der Zeitpunkt der Personalentscheidung ist bemerkenswert. Erst im Mai 2026 hatte die GDC Deutschland GmbH, Betreiberin der Marke Depot, erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Bereits 2024 hatte das Unternehmen diesen Sanierungsweg beschritten. Die damaligen Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die wirtschaftliche Stabilität dauerhaft wiederherzustellen.

Im Rahmen der aktuellen Restrukturierung wird das Filialnetz erneut deutlich verkleinert. Von zuletzt rund 150 Standorten sollen mindestens 66 geschlossen werden. Nach Unternehmensangaben bleiben künftig lediglich rund 80 Filialen bestehen. Mit den Schließungen gehen weitere Stellenstreichungen einher, nachdem bereits in den vergangenen beiden Jahren zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut worden waren.

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Christian Gries übernimmt wieder stärker das Steuer

Mit der Freistellung von de Benedetti stärkt Christian Gries seine operative Kontrolle über den Sanierungsprozess. Der Unternehmer hatte bereits in früheren Krisenphasen persönlich in die Unternehmensführung eingegriffen und Managementpositionen neu besetzt. Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung sollen nun zusätzliche externe Restrukturierungsexperten die Geschäftsführung unterstützen. Gleichzeitig will Gries auch in Österreich wieder stärker operativ Verantwortung übernehmen.

Die Entscheidung zeigt, dass Depot die Sanierung inzwischen weniger als klassische Managementaufgabe, sondern vielmehr als unternehmerischen Kraftakt versteht. Für Gries steht dabei nicht nur die finanzielle Stabilisierung im Mittelpunkt, sondern auch die strategische Neuausrichtung der Marke.

Schwieriges Marktumfeld belastet den Dekohandel

Depot kämpft seit mehreren Jahren mit strukturellen Problemen. Während der Corona-Pandemie brachen Umsätze durch zeitweise Ladenschließungen ein. Anschließend belasteten Inflation, Kaufzurückhaltung der Verbraucher und steigende Kosten das Geschäft zusätzlich.

Hinzu kommt ein deutlich verschärfter Wettbewerb. Vor allem preisaggressive Online-Plattformen wie Temu sowie internationale Non-Food-Discounter setzen klassische Filialhändler zunehmend unter Druck. Gleichzeitig steigen vielerorts Miet- und Personalkosten, während sich die Konsumausgaben im Einrichtungs- und Dekorationssegment bislang nur verhalten entwickeln. Christian Gries hatte zuletzt neben den Importzöllen ausdrücklich auch die schwache Konsumstimmung als wesentliche Ursache für die erneute Insolvenz genannt.

Zukunft der Marke bleibt offen

Ob die erneute Restrukturierung den traditionsreichen Händler nachhaltig stabilisieren kann, bleibt offen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, Depot künftig mit einem deutlich kleineren Filialnetz und einer schlankeren Kostenstruktur fortzuführen. Parallel soll der Onlinehandel weiter gestärkt und das Sortiment stärker an die veränderten Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Die Freistellung von Marco de Benedetti verdeutlicht jedoch, dass Christian Gries die Sanierung nun konsequent zur Chefsache macht. In einer Phase, in der über die Zukunft jedes einzelnen Standorts entschieden wird, setzt der Eigentümer damit ein klares Signal: Die Verantwortung für den Neustart liegt wieder unmittelbar in seinen Händen.

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